14. Oktober 2013

Gottfried Michael Koenig: Kammermusik

Spricht man mit Leuten, die in den 1950er- und 1960er-Jahren im Studio für Elektronische Musik des Westdeutschen Rundfunks gearbeitet haben, so kommt man zwangsläufig und stets auch gerne auf Gottfried Michael Koenig zu sprechen, den, wie manche ihn damals genannt haben, „Außenminister“ derjenigen Institution, die das Fundament legte zu einem der seither weltweit wichtigsten Orte der Neuen Musik: Köln.

Koenig, der „Außenminister“ übrigens deswegen, weil er kontaktfreudig-kollegial die projektbezogen im Studio arbeitenden Komponisten aus aller Welt tatkräftig bei ihren Vorhaben unterstützte, sich, auch eine diplomatische Fähigkeit, in die ästhetischen Konzepte anderer hineinzudenken wusste und mit den Urhebern, wo sich Probleme auftaten, gemeinsam nach technischen Lösungen suchte und zumeist auch welche fand.

György Ligeti, Hans G Helms, Franco Evangelisti, Bengt Hambraeus, Konrad Boehmer sind nur einige temporäre „WDR-Studioarbeiter“, die begeistert von Koenigs Hilfsbereitschaft, vor allem aber von seiner außerordentlichen Kenntnis im elektronischen Metier berichtet haben. Mauricio Kagel, der 1957 von Buenos Aires nach Köln übergesiedelt war, eigens um im Elektronischen Studio arbeiten zu können, schenkte dem Außenminister und Entwicklungshelfer Gottfried Michael Koenig im selben Jahr zum Geburtstag einen Text, der so manch kleines Detail der damaligen ästhetischen Diskussionen spielerisch-ironisch fixiert. Ein Ausschnitt:

„‚Ich befinde mich zwischen Gott und der Freiheit‘, sagte der Mann. ‚Natürlich, du heißt Gottfried‘, warf ihm Phon vor und dachte an die Ära der Prä-Elektrizität. ‚Watt willst du‘, wies ihn die Stimme zurecht, ‚noch eine Ordnung schaffen?‘ ‚Nein, im Gegenteil‘, schrieb der Mann, ‚das Positive ist negativ, ich bin ein Negativist!!‘ ‚… des Positivismus‘, sagte Ohm und gähnte. Währenddessen stöberte er seinen perfekten Kreis auf. ‚Ich werde dir ein Verslein sagen‘, sagte der Raum mit seinem Echo: ‚Die beste Hierarchie ist die Anarchie. Als ich sie am meisten wollte, hat sie mich belogen …‘“

Ordnung und Chaos, seriell und aleatorisch, elektronisch und instrumental (nur in den frühesten Jahren auch vokal), positiv und negativ (physikalisch-elektrisch wie philosophisch) – das sind nur einige Begriffe, denen man im Diskurs der jungen Nachkriegsavantgarde wiederholt begegnet – Stichwort „Darmstadt“ – und die sogar bis heute noch immer eine gewisse Rolle spielen, je nachdem wo sich der/die Gesprächspartner ästhetisch verorten (lassen/wollen). Natürlich sind die Begriffe auch für Koenigs Musikdenken wesentlich – nachzulesen in seinen zahlreichen Essays und Kommentaren, die unter dem Titel „Ästhetische Praxis“ als sechsbändige Edition im Pfau-Verlag Saarbrücken erschienen sind (1991–2006) – als Gemeinschaftsprojekt mit dem Fachbereich Musikwissenschaft der Universität des Saarlandes, deren Philosophische Fakultät I ihm 2002 die Ehrendoktorwürde verliehen hat. [1]

Gottfried Michael Koenig, geboren am 5. Oktober 1926 in Magdeburg, studierte an der Nordwestdeutschen Akademie in Detmold unter anderem Komposition (bei Günter Bialas) und Analyse (bei Wilhelm Maler). 1953 zog er nach Köln. Der Grund: die Möglichkeiten der elektronischen Klangerzeugung, die er in Vorträgen von Werner Meyer-Eppler und Herbert Eimert bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt kennengelernt hatte. Denn die Faszination, die diese neuen Musikproduktionskonzepte auf ihn ausübten, ließ ihn nicht mehr los, hatte er doch bei der Studienwahl lange zwischen Musik und einer naturwissenschaftlichen Disziplin geschwankt. Herbert Eimert, auf dessen Initiative hin die WDR-Intendanz die Studiogründung 1951 befördert hatte, war es auch, der Koenig nach dem bereits dort tätigen Karlheinz Stockhausen als zweiten Komponisten mit technischen Aufgaben für die Studioarbeit verpflichtete.

Gottfried Michael Koenig, im Jahre 1962
Es entstanden seine ersten elektronischen Stücke, die seither zum Kanon der Neuen, der elektronischen Musik gehören: Klangfiguren I und II (1955–56), Essay (1957/58), Terminus I (1962). In Köln formulierte Koenig die ersten ästhetischen wie theoretischen Kapitel für das gelebte Handbuch der schwingenden Elektronen, vorwiegend in praktischer Lehre während der Studioarbeit („learning by doing“) sowie zeitweise als Dozent an der Kölner Musikhochschule und an anderen (akademischen) Institutionen. Die nächsten Kapitel entstanden dann an der Universität Utrecht, wo er zwischen 1964 und 1986 als künstlerischer Leiter des neugegründeten „Instituut voor Sonologie“ tätig war. Hier setzte er seine Lehrtätigkeit fort, feilte er an den intensiven Reflexionen über Technik und Ästhetik des Komponierens, des elektronischen wie des instrumentalen.

Denn unter den rund sechzig Werken, die Koenig geschrieben hat, ist der umfangreichere Teil „unplugged“. Aber auch in diesen Kompositionen für akustische Instrumente ist er – anders als viele seiner Kollegen (auch als die von einst) – dem seriellen Ansatz treu geblieben, hat ihn sogar konsequent weiterentwickelt. Dabei spielt die Einbindung des Computers seit vielen Jahren schon eine zentrale Rolle. In Koenigs Programmen Projekt 1 (ab 1963), Projekt 2 (ab 1966) und Projekt 3 (ab 1985) können die aus dem Serialismus entwickelten Kompositionsstrategien – wozu er auch die mathematisch definierte Aleatorik zählt – dargestellt werden. Und das vermag bei der Planung des Werkes zu helfen wie auch dem inneren Zusammenhalt der Parameter. Allerdings sind die Programme ohne musikalisches Vorstellungsvermögen kaum adäquat zu handhaben. Koenigs Projekt(e)-Software ist weder ein digitales noch ein kognitives „plug&play“-System, die Projekt(e) suspendieren keineswegs die Kreativität und ästhetische Verantwortung des Komponisten.

Als in den 1980-/90er-Jahren das Etikett „Postmoderne“ Usus wurde, setzte ihm der Musiktheoretiker und frühe Koenig-Exeget Heinz-Klaus Metzger die Vokabel „Prämoderne“ entgegen: Da die Moderne sich noch lange nicht erfüllt habe, könne von einem „nach“ schließlich keine Rede sein. [2] Und nach wie vor befindet und bewegt sich der Komponist und Theoretiker Gottfried Michael Koenig in der Ära der Prämoderne, übrigens gleich uns. Nur dass Koenig als ästhetischer Negativist (des Positivismus) immer noch die Ideen und Ideale des musikalischen Fortschritts verfolgt.

Anmerkungen

[1] Siehe zu Koenigs Musikdenken auch die Publikationen Gottfried Michael Koenig, hrsg. von Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, München: text + kritik 1989 (= Musik-Konzepte 66); Gottfried Michael Koenig. Parameter und Protokolle seiner Musik, hrsg. von Stefan Fricke, Saarbrücken: Pfau 2004.

[2] Heinz-Klaus Metzger, Kölner Manifest 1991, in: Blick zurück nach vorn – ein Buch zur Praemoderne, hrsg. von Ingrid Roscheck, Heribert C. Ottersbach und Manos Tsangaris, Köln: Thürmchen-Verlag 1992.


Quelle: Stefan Fricke: Kölner Außenminister und Entwicklungshelfer. Zum achtzigsten Geburtstag des Komponisten Gottfried Michael Koenig. In: NMZ, Ausgabe 10/06, 55.Jahrgang

Zwei Klavierstücke (1957): Ausschnitt aus: Klavierstück I

Disc 1, Track 4: Streichquartett, 1959


TRACKLIST

Gottfried Michael Koenig
(* 1926)

Kammermusik

CD 1

1.+2. Zwei Klavierstücke, 1957 (WDR 1995)                                14:13 
Jan Marc Reichow, Klavier 

3. Suite »Materialien zu einem Ballett«, 1961 (WDR 1961)                 20:48 
Elektronische Komposition, Gottfried Michael Koenig 

4. Streichquartett, 1959 (WDR 1961)                                      10:04 
LaSalle Quartet: Walter Levin, 1. Violine; Henry Meyer, 2. Violine; 
Peter Kamnitzer, Viola; Jack Kirstein, Violoncello 

5. Terminus X, 1967 (Institut für Sonologie in Utrecht 1967)             11:46 
Elektronische Komposition, Gottfried Michael Koenig 

6. Funktion Grün, 1967 (Institut für Sonologie in Utrecht 1967)           8:25 
Elektronische Komposition, Gottfried Michael Koenig 

7. Funktion Gelb, 1968 (Institut für Sonologie in Utrecht 1968)          12:43
Elektronische Komposition, Gottfried Michael Koenig 

                                                             Gesamtzeit: 77:59 

CD 2

1.-60.60 Blätter für Streichtrio, 1992 (WDR 1996) 
Trio Recherche: Melise Mellinger, Violine; 
Barbara Maurer, Viola; Lucas Fels, Violoncello 

Blatt 1  00:42  Blatt  2 00:41  Blatt 3  00:21  Blatt  4 00:45  Blatt  5 00:36 
Blatt 6  00:35  Blatt  7 00:37  Blatt 8  00:32  Blatt  9 00:35  Blatt 10 00:20
Blatt 11 00:38  Blatt 12 00:30  Blatt 13 00:35  Blatt 14 00:31  Blatt 15 00:43 
Blatt 16 00:34  Blatt 17 00:36  Blatt 18 00:36  Blatt 19 00:44  Blatt 20 00:46 
Blatt 21 00:35  Blatt 22 00:34  Blatt 23 00:40  Blatt 24 00:39  Blatt 25 00:29  
Blatt 26 00:38  Blatt 27 00:30  Blatt 28 00:26  Blatt 29 00:41  Blatt 30 00:46 
Blatt 31 00:26  Blatt 32 00:44  Blatt 33 00:41  Blatt 34 00:49  Blatt 35 00:43 
Blatt 36 00:36  Blatt 37 00:32  Blatt 38 01:00  Blatt 39 00:37  Blatt 40 00:55 
Blatt 41 00:45  Blatt 42 00:47  Blatt 43 00:19  Blatt 44 00:42  Blatt 45 00:45 
Blatt 46 00:39  Blatt 47 00:51  Blatt 48 00:23  Blatt 49 00:26  Blatt 50 00:37 
Blatt 51 00:33  Blatt 52 00:44  Blatt 53 00:51  Blatt 54 00:31  Blatt 55 00:27 
Blatt 56 00:49  Blatt 57 00:46  Blatt 58 00:37  Blatt 59 00:52  Blatt 60 00:51 

                                                             Gesamtzeit: 38:45 
                                                             
Initiator, Werkauswahl und CD-Mastering: Kees Tazelaar
(P) 2006

Disc 1, Track 6: Funktion Grün, 1967


Nadar: Sarah Bernhardt (um 1864)


Nadar: Sarah Bernhardt, um 1864
Mademoiselle sans Géne

Sie war so jung wie die Fotografie. Und es steht außer Frage, dass auch Sarah Bernhardt fasziniert war von dem neuen Bildmittel. Auf jeden Fall nutzte sie das Medium konsequent zur Förderung ihres aufkommenden Ruhms.

Irgendwann im Laufe des jahres 1864 lässt sich die junge Sarah Bernhardt im Pariser Atelier von Félix Tournachon, genannt Nadar, porträtieren. Tag oder Monat sind nicht überliefert. Auf 1864 immerhin hat sich die Forschung einigen können. In diesem Jahr wird die als Henriette Rosine Bernard geborene Tochter einer holländischen Jüdin 20 Jahre alt. Von ihr als einer berühmten Schauspielerin zu sprechen, wäre erheblich übertrieben. Noch nicht einmal das Wort viel versprechend wäre zu diesem Zeitpunkt angebracht. Zwar hat sie das Pariser Konservatorium mit Anstand hinter sich gebracht und die Abschlussprüfung als Zweite ihres Jahrgangs bestanden. Auch hat sie unmittelbar danach - allerdings nicht ohne Unterstützung der einflussreichen Freunde ihrer Mutter - ein Engagement an der Comédie Française erhalten, damals immer noch Frankreichs Theater Nummer eins.

Dass sie hier auf Anhieb brilliert hätte, lässt sich freilich kaum behaupten. Eher das Gegenteil ist der Fall: »Ihr Debüt«, schreibt Cornelia Otis Skinner, eine ihrer Biografinnen, »war keineswegs sensationell, es war nicht einmal gut.« Vor allem ihr Lampenfieber, das sie bis zum Ende ihrer Karriere verfolgen wird, schwächt ihr Selbstbewusstsein auf der Bühne. Entsprechend zurückhaltend reagiert die Kritik. Sie halte sich gut und spreche ausgezeichnet, schrieb etwa Francisque Sarcey im Hinblick auf ihren ersten Auftritt als Iphigenie in Racines gleichnamigem Stück, um freilich wenig später auch dieses verhaltene Lob wieder zurückzunehmen. Ihre Leistungen, so der einflussreiche Kritiker der Zeitung Le Temps, seien ungenügend. Wenn sie überhaupt Eindruck gemacht zu haben scheint, dann durch ihr Aussehen: »Mademoiselle Bernhardt … ist eine große und hübsche junge Person von schlankem Wuchs und sehr angenehmem Gesichtsausdruck. Insbesondere ihre obere Gesichtshälfte ist von bemerkenswerter Schönheit. Ihre Haltung ist gut und ihre Aussprache vollkommen klar. Mehr«, so Sarcey, »lässt sich vorläufig nicht sagen.«

1864 kann Sarah Bernhardt auf knapp zwei Jahre Bühnenpraxis zurückblicken. Sie hat in Stücken von Molière und Racine mitgewirkt und sich in Aufführungen heute vergessener Autoren wie Théodore Barrière, Jean Bayard, Léon Laya oder Alfred Delacour behauptet. Aufsehen erregt sie bis dato allenfalls durch eine gewisse Exaltiertheit in Kleidung und Auftreten sowie eine Reihe mittlerer Skandale, die ihrem Fortkommen zunächst jedoch alles andere als dienlich sind. Eine Ohrfeige auf offener Bühne führt Anfang 1863 zu ihrer Entlassung aus der Comédie Française. Seitdem gilt sie als schwierig, trotzig, hochfahrend und bleibt bis auf weiteres ohne festes Engagement. Zudem ist sie schwanger. Das Kind - ein Sohn mit Namen Maurice - wird im Dezember 1864 unehelich geboren - alles in allem eine nicht unbedingt beneidenswerte Lage. »Diese junge Person«, soll ihr Lehrer am Konservatorium einst prophezeit haben, »wird entweder genial oder grauenhaft.» Zu jenem Zeitpunkt scheint letzteres wahrscheinlicher.

In eben diesem für Sarah Bernhardt nicht gerade viel versprechenden Jahr begibt sich die junge Mimin ins Atelier Nadar. Es ist dies nicht irgendeines der mittlerweile zahlreichen Fotostudios in Paris, es ist das größte und vermutlich auch das bekannteste. 1860 am Boulevard des Capucines, Nummer 35, also in unmittelbarer Nähe der Opéra Garnier eröffnet, trifft sich hier, was Rang und Namen hat - vielleicht nicht gerade die Machtelite des Zweiten Kaiserreichs, zu dem der republikanisch gesinnte Nadar ohnehin kritische Distanz wahrt. Dafür die Mitglieder jener Künstlerboheme, der Félix Tournachon selbst entstammt, auch wenn ihn mittlerweile ein ausgeprägter Geschäftssinn von den - wie sie sich selbst bezeichnen - »Wassertrinkern« trennt.

»Sarah Bernhardt nach ihrem Abgang vom Konservatorium«,
Artikel in der französischen Illustrierten VU, 12. August 1931.
Nadars Aufnahme ist hier auf 1861 datiert.
Ein Pantheon prominenter Zeitgenossen

Begonnen hatte Gaspard-Félix Tournachon, der sich ab 1838 Nadar zu nennen pflegte, als Theaterkritiker, Schriftsteller, Herausgeber einer Literaturzeitschrift, Zeichner und Karikaturist. Für Aufsehen sorgte sein 1851 begonnenes Projekt eines (lithografierten) Pantheons berühmter Zeitgenossen, das freilich aus finanziellen Gründen über eine erste Lieferung nicht hinaus kam. Dass er sich im selben Jahr der noch jungen Fotografie zuwendet, scheint auf den ersten Blick nur folgerichtig. Das technische Bildmittel ist schneller, billiger, und auch mit seiner Hilfe lässt sich so etwas wie ein Pantheon prominenter Persönlichkeiten realisieren. Im Übrigen war soeben ein neues, nicht eben unkompliziertes, dafür in seiner Lichtempfindlichkeit um ein Vielfaches gesteigertes Verfahren bekannt geworden: das Nasskollodiumverfahren, dessen sich Félix Tournachon bereits bei seinen ersten Aufnahmen bedient. Sind es zunächst die Mitglieder der Familie, die Nadar porträtiert, so treten schon bald die Künstlerfreunde vor die Kamera: Baudelaire, Champfleuri, Doré, Delacroix, Rossini oder Berlioz, deren schlichte, gesammelte, konzentrierte Studien »bis heute nichts von ihrer Unmittelbarkeit verloren haben« (Françoise Heilbrun).

In ganz kurzer Zeit jedenfalls treibt Nadar seine Porträtkunst zu bemerkenswerter Blüte, wobei ihm natürlich das Vertrautsein mit den Dargestellten, seine langjährige Tätigkeit als Karikaturist sowie sein »allgemeines Interesse am menschlichen Wesen« (Heilbrun) geholfen haben dürften. Dass er sich seiner Kunst, seines »Genies« durchaus bewusst war, belegt ein damals Aufsehen erregender Prozess gegen den konkurrierenden Bruder Adrien, in dessen Verlauf Nadar selbstsicher erklärte, dass man in der Fotografie vieles, aber nicht alles erlernen könne. Speziell das herausragende Porträt verdanke sich im Wesentlichen dem Talent des Künstlers hinter der Kamera. Eine Einschätzung, der Philippe Burty in seiner Kritik des Photographischen Salons von 1859 durchaus folgen mochte: »Herr Nadar«, schreibt er in der Gazette des beaux-arts, »hat aus seinen Porträtaufnahmen unbestreitbar Kunstwerke im eigentlichen Sinne des Wortes gemacht, und zwar durch die Art, wie er seine Modelle ins Licht setzt, durch die Freiheit, mit der sie sich bewegen und ihre Haltungen einnehmen können, und vor allem, indem er nach ihrem jeweils typischen Gesichtsausdruck sucht. Die gesamte literarische, künstlerische, schauspielerische, politische, mit einem Wort geistige Elite unserer Zeit hat sich in seinem Atelier eingefunden. Die Sonne ist für die praktische Seite zuständig, und Herr Nadar ist der Künstler, der ihr den Entwurf vorgibt.«

Knapp ein Jahrzehnt lang scheint das Porträt Nadar künstlerisch herausgefordert zu haben. Danach, heißt es, habe ihn die Fotografie gelangweilt. Nicht, dass er nicht weiterhin fotografiert hätte. 1861 gelingen ihm bei Kunstlicht Aufsehen erregende Aufnahmen in den Pariser Katakomben. Er fotografiert aus dem Fesselballon. Und auch dem fotografischen Porträt bleibt er weiterhin verbunden, allerdings - ab 1861, der Eröffnung seines neuen, großen Ateliers - fast nur noch im Sinne jener quasi »industrialisierten« Form, wie sie seit Disdéri fast die gesamte Branche ergriffen hat. Letzterer hatte ein Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe bis zu zwölf etwa handtellergroße Porträts rasch und billig hergestellt werden konnten.

Nadars Antwort auf die kommerzielle Herausforderung war das erwähnte Atelier am Boulevard des Capucines, das ihn die damals ungeheure Summe von 230000 (geliehenen) Francs gekostet haben soll. Von 50 Mitarbeitern wird berichtet, die bis zu zehn Porträts täglich anfertigten. Drei waren es zuvor gewesen. Dass bei dieser Massenproduktion die einstmals geforderte Charakterbilanz im geforderten Intimporträt kaum noch zu erreichen war, ist leicht nachzuvollziehen. Wenn das Atelier Nadar in jenen 1860er Jahren noch von sich reden machte, dann vor allem durch seine Größe und die für die Zeit ungewöhnlichen Werbemethoden. So prangte an der Fassade zum Boulevard in nicht zu übersehenden roten Lettern und nachts zusätzlich beleuchtet Nadars Schriftzug. Zumindest das Gespür für den großen Auftritt hatten Nadar und seine junge Klientin gemein.

Nadar: Sarah Bernhardt, um 1864
Unbekanntes Futter für sein Objektiv

Bereits 1862 hatte Sarah Bernhardt nachweislich zum ersten Mal das Atelier Nadar betreten. Belegt ist eine Visitkarte (Bibliothèque Nationale), die bereits alle Zeichen der Standardisierung im Porträt aufweist. Hatte Nadar in seinen frühen Bildnissen noch auf Requisiten verzichtet, so beginnen nun auch in seinem Atelier jene Setzstücke Einzug zu halten, wie sie die Atelierfotografie der Gewerbezeit insgesamt für unvermeidlich hält. Bestes Beispiel: jener antikisierende, im Zweifel aus Pappmaché gefertigte und - um Reflexe zu vermeiden - unlackierte Säulenstumpf, wie er auf den bekannten Bildnissen von 1864, aber auch dem früheren Bernhardt-Foto von 1862 deutlich zu sehen ist.

Die Pose auf der älteren Aufnahme ist konventionell, die Lichtregie wenig überzeugend. Das Bild wirkt flach wie die Inszenierung insgesamt. Das übergeworfene helle Tuch lässt Sarahs dürre Ärmchen erkennen, ein »Makel«, der ihr auf der Bühne immer wieder Spott eingetragen hatte. Auch ihrer dichten, krausen Haare wegen war sie als Kind immer wieder gehänselt worden. Diesmal hat die »blonde Negerin« ihr dunkles Haar zurückgebürstet und in einem Zopf gebändigt. Wenn diese unscheinbare Aufnahme etwas nicht ausstrahlt, dann ist es das, was Sarah Bernhardts Wesen, jedenfalls später, charakterisiert: Selbstbewusstsein, Stolz bis hin zum Trotz. »Quand même«, trotz alledem, war nicht zufällig der Wahlspruch ihres Lebens.

Dass Nadar höchstpersönlich dieses Foto aufgenommen hat, scheint so wenig wahrscheinlich, wie wir andererseits davon ausgehen können, dass zwei Jahre später er es war, der im Rahmen einer einzigen Porträtsitzung Sarah Bernhardts viel gerühmte Schönheit überzeugend ins Bild zu setzen wusste. Kunsthistoriker rechnen die Aufnahmen der jungen, unbekannten Mimin zu »Nadars inspiriertesten Werken« (Sylvie Aubenas) und zu seinen besten Arbeiten der Zeit nach 1860 überhaupt. Der Hintergrund ist neutral. Der Säulenstumpf verschwindet hinter einer Pose, die wie hingegossen wirkt. Der verklärte Blick geht in die Ferne. Kein Schmuck, der die Schönheit betonen müsste. Zumindest ist die Kamee am linken Ohr auf unserem Bild kaum zu erkennen. Das volle, dunkle Haar trägt sie offen. Der Burnus, den sie übergeworfen hat, unterstreicht die pyramidenförmig angelegte Gesamtkomposition. Geschickt ist diesmal der magere Oberkörper verhüllt. Allein die linke Schulter zeigt sich ansatzweise und gibt dem Bild eine laszive Note. Helle und dunkle Partien sind hier deutlich gegeneinander gesetzt und steigern im Verein mit der selektiven Schärfe die plastische Bildwirkung. Nur noch selten und einzig, wenn ihn ein Sujet, besser, eine Person gefesselt habe, so Françoise Heilbrun, eine der besten Kennerinnen des Werkes von Nadar, habe der Fotograf in seinen späteren Jahren Bildnisse von dieser Qualität geschaffen.

Insgesamt drei Varianten sind überliefert, und jede Aufnahme darf als gelungen gelten im Sinne einer überzeugenden Visualisierung ihrer Persönlichkeit. Stets ist Sarah Bernhardt im Brustbild und gegen den Säulenstumpf gelehnt wiedergegeben. Das Haar trägt sie offen. Der Burnus wird einmal gegen ein schwarzes Samttuch ausgetauscht. Ob en face oder im Dreiviertelprofil: Stets vermag Nadar die auch 130 Jahre später noch anrührende Schönheit der jungen Schauspielerin herauszuarbeiten. Dass von keinem der Bilder ein zeitgenössischer Abzug (Vintage Print) erhalten ist, erklärt sich aus der - noch - fehlenden Bekanntheit der 20-jährigen. Andererseits scheint gerade dies den Fotografen in besonderer Weise herausgefordert zu haben. »Die größte Freude und einen unvorstellbaren Eifer entfaltet unser fotografischer Held dort, wo sein Objektiv ein noch unbekanntes Futter aufspürt«, schrieb etwa ein Zeitgenosse. Die wenig später zur Legende gewordene »Göttliche« Sarah Bernhardt hat ihn dann nicht mehr interessiert.

Quelle: Hans-Michael Koetzle: Photo Icons. Die Geschichte hinter den Bildern. (Band I:) 1827-1926. Taschen, Köln, (Jubiläumsausgabe) 2008, ISBN-978-3-8365-0801-8. Zitiert wurden Seite 72-79.

Nadar

Eigentlich Gaspard-Félix Tournachon.
1820 in Paris geboren. Medizinstudium, abgebrochen.
1838-48 unstetes Leben als Bohemien. Freundschaft mit Murger und Baudelaire. Erste Karikaturen.
1851 Vorarbeiten für ein Pantheon berühmter Zeitgenossen.
1854 Hinwendung zur Fotografie, Eröffnung eines Ateliers.
1858 erste Aufnahmen bei elektrischem Licht.
1860 Gründung des Atelier Nadar am Boulevard des Capucines.
1861 Bilder in den Katakomben von Paris.
1886 Foto-Interview mit dem 100-jährigen Chemiker Chevreul.
1887 Rückzug aus dem Ateliergeschäft.
1897-99 erneutes Studio in Marseille.
1910 Tod, Beisetzung auf dem Père-Lachaise

CD bestellen bei JPC.de

CD Info and Scans (Tracklist, Covers, Booklet, Music Samples, Pictures) 58 MB
embedupload ---- MEGA ---- Depositfile --- bigfile
Unpack x191.rar and read the file "Download Links.txt" for links to the Flac+Cue+Log Files 2 CDs FLAC+CUE+LOG [116:44] 6 parts 453 MB

Reposted on January 21th, 2017

23. September 2013

Pierre Boulez – Franco Evangelisti: La Nuova Musica Volume 10

»Erst aufbauen und dann demolieren«

Pierre Boulez im Gespräch (28. August 2009)

Herr Boulez, Sie sind ein Exponent des 20. Jahrhunderts, des Jahrhunderts der Moderne und Postmoderne, der Atonalität, der Zwölftonmusik, der seriellen Musik und des Brüchigwerdens von alldem. Was bedeutet für Sie heute, schon aus einigem Abstand, dieses 20. Jahrhundert?

Wenn ich über mich und meine Entwicklung spreche, dann geht es ja vor allem um die zweite Hälfte des Jahrhunderts, die Zeit nach 1945. Das war zunächst eine Zeit des Neuanfangs. Wir orientierten uns an der Schönbergschule und ihrer strengen Disziplin. Aber wir wollten mehr König sein als der König, also weiteten wir die serielle Methodik noch viel mehr aus. Das konnte nicht immer so weitergehen, und so kam es wieder zum Pendelschlag in die andere Richtung. Anscheinend war es notwendig für uns, eine Ordnung aufzubauen, um sie dann nach einiger Zeit wieder zu demolieren.

Das ist eine nachträgliche Einschätzung, kann keinesfalls von Anfang an Programm gewesen sein. Die seriellen Musiker gebärdeten sich damals doch sehr dogmatisch.

In Darmstadt - diese Stadt mit ihren Ferienkursen im Sommer wird ja immer mit der seriellen Musik identifiziert - gab es überhaupt kein einheitliches Dogma. Das wird oft behauptet, stimmt aber nicht. Darmstadt war ein Treffpunkt! Ein Treffpunkt von ganz verschiedenen Leuten aus Deutschland, Frankreich, Italien, England; allmählich kamen auch Osteuropäer dazu, aus Polen, Ungarn und so weiter. Stockhausen sagte dort etwas ganz anderes als Kagel. Und erst Luigi Nono mit seiner politischen Ästhetik!

In Darmstadt wurde viel theoretisiert, analysiert, wurden viele brandneue Partituren studiert.

Dabei spielten natürlich die Stücke von Schönberg, Berg und Webern, die im Konzertbetrieb kaum vorkamen, eine besondere Rolle. Bei Schönberg kam ich nach und nach auch auf Sachen, die mich störten, zum Beispiel Ungelenkheiten der Harmonisierung im Zusammenhang mit der Zwölftontechnik oder auch, allgemeiner gesagt, die Neigung, ein revolutionäres Vokabular, eine neue Gestik, auf herkömmliche Formtypen anzuwenden.

Schönberg war eben ein konservativer Revolutionär.

Solche Unstimmigkeiten gab es bei Anton Webern nicht, mit dem wir uns dann immer intensiver beschäftigten und der für das serielle Denken immer wichtiger wurde.

Und wie war es damals mit Alban Berg?

Berg war ein Nostalgiker. Zugleich wollte er ein ganz gehorsamer Schönbergschüler sein, doch insgeheim… (macht eine Handbewegung des Ausweichens von einer eingeschlagenen Richtung) Berg wollte alles: das große romantische Pathos und die von Schönbergs Lehrmeinung beglaubigte und vielfach abgesicherte Konstruktion.

Zurück zum Demolieren. Hat der Auflösungsprozess der streng seriellen Musik für Sie auch damit zu tun, dass Sie zu dirigieren begannen und dadurch gewissermaßen einen weiteren Blick auf das Musikrepertoire, die Musikgeschichte, bekamen?

Pierre Boulez
Ich war ein Spätentwickler, und zum Dirigieren kam ich erst Ende der fünfziger Jahre, da war ich schon fast Mitte dreißig. Damals gab es nur zwei Dirigenten, die sich um die Schönbergschule und die serielle Musik kümmerten - Hans Rosbaud und Hermann Scherchen. Ich wurde Dirigent, weil ich es für notwendig hielt, dass diese Werke aufgeführt wurden. Ich tat es als Komponist für mich und meine Kollegen. Und weil ich es konnte, wurde ich immer wieder gefragt. Nach und nach dirigierte ich auch anderes.

Sie wurden einer der berühmtesten und international gefragtesten Dirigenten unserer Zeit, zu einem Dirigenten neuen Typs, sachlich und uneitel. Sie haben damit sicherlich auch eine weitere Dirigentengeneration beeinflusst.

Wenn man ein Werk dirigiert, dann kennt man es genau. Und von daher wurden mir bald auch Schwächen und Absurditäten des seriellen Komponierens klar. Zum Beispiel ist es unsinnig, außer der Tonhöhe, Tondauer, Tonlage auch noch die Dynamik seriell organisieren zu wollen; die Stärke, in dem ein Ton erklingt, ist eine Kategorie der Wahrnehmung und lässt sich nicht in einer Reihe fixieren.

Der Dirigent als Praktiker hat dann also auch dem Komponisten neue Impulse gegeben. Als ich kürzlich Ihre "Notations" mit den Berliner Philharmonikern hörte, kam mir der Gedanke, dass Sie etwas von der Berlioz´schen Poetik revitalisiert haben: eine enorme Orchestervirtuosität, Klangbrillanz …

Klang und musikalisches Vokabular lassen sich nicht trennen, und da das Vokabular bei Berlioz doch viel begrenzter ist, berufe ich mich lieber auf Wagner. Er ist für mich ganz wichtig geworden.

Den Wagner-Fortsetzer Debussy haben Sie viel dirigiert, kaum hingegen einen anderen Komponisten "nach Wagner": Richard Strauss.

Es gab Pläne mit Wieland Wagner in den sechziger Jahren; besonders "Elektra" hätte mich interessiert. Nach dem frühen Tod Wagners ist es dazu nicht gekommen.

Der thematische Einstieg unseres Gesprächs war das 20. Jahrhundert, beenden wir es also mit dem einundzwanzigsten. Gibt es jüngere Komponisten, die Sie aufmerksamer beobachten und die vielleicht sogar für Ihr eigenes Komponieren bedeutsam sind?

Ich habe mich zu jeder Zeit gerne mit den Partituren auch jüngerer Komponisten beschäftigt. Vieles habe ich dann auch mehrfach und an verschiedenen Orten aufgeführt. Immer befasse ich mich mit einem Stück genau und analytisch und identifiziere mich in einem gewissen Maße damit, nehme also nicht bloß eine generöse Haltung "von oben herab" an. Die jungen Komponisten heute haben es leichter als wir damals, weil sie sich keiner rigiden Ordnung zu unterwerfen brauchen …

… andererseits haben sie es auch viel schwerer, weil es keinen bestimmbaren Diskurs mehr gibt, auf den man sich beziehen könnte, und weil sie mit jedem Werk wieder von vorne anfangen müssen.

Sie haben mir meinen Satz in der Mitte durchgeschnitten. Genau das wollte ich sagen.

Quelle: Hans-Klaus Jungheinrich: Erst aufbauen und dann demolieren. Interview mit Pierre Boulez, veröffentlicht in der Frankfurter Rundschau vom 28. August 2009


»Wer moderne Musik ablehnt, ist unkultiviert«
Interview mit der Zeit vom 3. April 2010


SPRENGT DIE OPERNHÄUSER IN DIE LUFT!
SPIEGEL-Gespräch mit Pierre Boulez vom 29.September 1967

Track 1: Pierre Boulez: Sonatine pour flute et piano


TRACKLIST

LA NUOVA MUSICA VOLUME 10

PIERRE BOULEZ 
(* 1925)

(1) SONATINE POUR FLUTE ET PIANO          (12.04)
Flauto: Severino Gazzelloni 
Piano: Frederick Rzewski 
Venezia: 14-4-1961 

(2) PREMIÈRE SONATE POUR PIANO             (9.17)
Piano: Frederick Rzewski 
Firenze: 22-3-1961 

(3) LIVRE POUR QUATUOR                    (24.52)
Quatuor Parrenin 
Roma: 2-10-1962 

(4) POLYPHONIE X (1a parte)               (15.39) 
Orchestra della RAI 
Direttore: Bruno Maderna 
Napoli: 11-6-1953 

FRANCO EVANGELISTI 
(1926-1980)

(5) PROPORZIONI PER FLAUTO SOLO            (3.59)
Flauto: Severino Gazzelloni 
Venezia: 14-4-1961 

(6) ALEATORIO PER QUARTETTO D'ARCHI        (4.56)
Quatuor Parrenin 
Roma: 2-10-1962 

(7) ORDINI PER 16 STRUMENTI                (4.27)
Gruppo Nuova Consonanza 
Direttore: Daniele Paris 
Venezia: 7-9-1970 

                             TEMPO TOTALE (75.39) 

Track 6: Franco Evangelisti: Aleatorio per quartetto d'archi


Franco Evangelisti
Franco Evangelisti

Komponist, Improvisationsmusiker und Musiktheoretiker

Evangelistis Werk als Komponist umfasst, wenn von den Kollektivimprovisationen abgesehen wird, nur etwas mehr als ein Dutzend Kompositionen. Obgleich seine Musik in ihrer eindringlichen, nervös und doch geheimnisvoll wirkenden Klanglichkeit, sowie in der ausgreifenden Verwendung elektronischer Einspielungen (vor allem in der »Schachtel« für Musiktheater und in den daraus stammenden »Cinque strutture«) nichts von ihrer künstlerischen Aktualität eingebüßt hat, war sie bis vor wenigen Jahren im Konzertleben kaum präsent.

Als radikaler Anhänger des Serialismus stand Evangelisti zunehmend dem von ihm als restaurativ bewerteten postseriellen Komponieren mit Skepsis gegenüber. Er entschloss sich daher 1962, die Kompositionstätigkeit zugunsten einer eher wissenschaftlichen Arbeit an einem System der »syntaktischen und klanglichen Neugestaltung« aufzugeben.

Die Konzertgesellschaft Nuova Consonanza war bereits 1961 in Rom gegründet worden, die gleichnamige Improvisationsgruppe hingegen erst 1964. Die Mitglieder dieser Gruppe waren neben Evangelisti (Piano), Mario Bertoncini (Schlagzeug und Piano), Ennio Morricone (Trompete), Walter Branchi (Kontrabass), John Heinman (Posaune, Cello), Roland Kayn (Vibraphon, Marimbaphon, Hammondorgel) und Egisto Macchi (Schlagzeug, Celesta). Die Musiker waren allesamt Komponisten, die durch ihr Zusammenspiel ihren musikalischen Horizont erweitern wollten und bewusst die Doppelfunktion als Komponist und Interpreten wahrnahmen. Die Ensemblemitglieder hingen der Utopie einer spontanen Komposition während eines experimentellen Musizierens nach. Ohne Hierarchien und formale Grenzen entstanden einige der wildesten und lyrischsten Aufnahmen der Nachkriegsavantgarde.

Erstmals in der Musikgeschichte bedeutete Aufführung nicht mehr die Interpretation einer als Notentext vorliegenden Komposition, sondern die Komponisten improvisierten nach zuvor bestimmten Regeln, wobei sie als einzige Begrenzung ihrer Freiheit das temperierte System akzeptierten, von der sie sich gerade die Erweiterung ihrer Ausdrucksmöglichkeiten versprachen. Dem diente auch die Beachtung eines Regelsystems für die Diskussion und nachfolgende Realisierung von Improvisation innerhalb der Gruppe im Interesse eines Zusammenspiels, »bei dem keiner den anderen überflügelt, so kann eine gemeinsame Sprache gefunden werden, die dann Ausdruck der Gruppe selbst ist oder wird«.

Insbesondere Franco Evangelisti hat die Grundlinien dieser Klangaktionen auch theoretisch fixiert; er sah das Ensemble als Ausweg aus dem etablierten Musikbetrieb mit Auftragswerken, abgenutzten Kommunikationsformen und Arbeitsteilungen. Zentrale Vorschrift war das Prinzip der Ökonomie der kompositorisch-improvisierenden Arbeit. Fundament ist jedoch das Zuhören und Hören-Lernen. Das Wesen der Improvisation liegt nach Evangelisti nämlich in der »Fähigkeit des Anhörens der eigenen Fehler und der Fehler der anderen und in der unmittelbaren Reaktion, sich entsprechend zu korrigieren, also in der Verteilung der individuellen Energie im Dienste der gemeinsamen Idee.«

Improvisation im Sinne Evangelistis bezog von Anfang an wie in seinen Kompositionen auch elektronische Klänge und ihre Medien mit ein, war also keineswegs nur ein anachronistisches Improvisieren mit traditionell instrumentalen oder vokalen Mitteln. Gegenüber den Werken des Autors Evangelisti, der danach fast endgültig schwieg, um an einem Buch unter dem Titel »Vom Schweigen zu einer neuen Klangwelt« zu arbeiten, ist nun ein Kollektiv, zu dem auch Evangelisti zählen kann, der Autor. Solch beredtes Schweigen war jedoch ein Kennzeichen (oder auch Makel?) der experimentellen Musik insgesamt und aktuell seit den 60er Jahren und nur um den Preis der Lüge zu eliminieren. Daher wäre Evangelisti zuzustimmen: seine »Kunst der Improvisation ist faszinierend … und führt zu einer inneren und äußeren Spannung, die … in der nicht mehr schriftlich fixierten Musik die einzige heute noch mögliche Magie ist.«

Zusammengestellt aus zwei verschiedenen Quellen (deren Wässer sich mit denen der Wikipedia vermischen)

Alois Riegl


Alois Riegl, ca. 1890
»Wir sehen in einer Zimmerecke um einen Tisch fünf Regenten als Halbfiguren sitzen; dahinter an der Wand steht ein Diener. Einer in der Mitte ist der Sprecher; es ist offenbar der Obmann, der sich die übrigen subordiniert. ... Die Beisitzer haben aber sämtlich den Blick nach der Seite des Beschauers, d.h. einer Partei, gerichtet ... und beobachten dieselbe mit größter Spannung, unter leichter Beimischung von Selbstgefühl ... Diese Auffassung in Rembrandts Staalmeesters, die gewissermaßen den Endpunkt der national holländischen Entwicklung bilden, läßt nun keinen Zweifel mehr übrig, warum der Meister von Anbeginn die Subordination und die innere Einheit in sein Kunstproblem aufgenommen hatte ... indem diese Gegensätze ... derart gewählt waren, daß sie sich wechselseitig aufhoben, wurde schließlich durch das romanische Hilfsmittel der Subordination und inneren Einheit nichts anderes angestrebt als das allgemeine Ziel alles holländischen Kunstwollens: die Koordination nach innen und außen.«

Diese Bildbeschreibung und ihr monologischer Tonfall, der um Begriffe und Ausdrucksweisen ringt, die in dem einzelnen Kunstwerk zugleich einem weitergefaßten, mit ihm zusammenhängenden künstlerischen Unbewußten gerecht würden, besitzt kaum ein Gegenstück in den neueren Schriften über Kunst.

Warum? Weil der Autor sich dabei ständig selbst befragt und - die zitierte Stelle verläuft nämlich über zweieinhalb Buchseiten - das Gewonnene sofort wieder in Zweifel zieht. Es handelt sich um die vielleicht rätselhafteste Gestalt der modernen Kunstkritik und ‒wissenschaft überhaupt, die denn auch heute wieder in den romanischen und angelsächsischen Ländern als ebenso wichtig gilt wie etwa Freud für die Psychologie oder Schönberg für die Musik, um Alois Riegl also, den entscheidenden Neuerer der Kunstbetrachtung in der an sich schon reichhaltigen Szenerie der Wiener Jahrhundertwende.

Alois Riegl wurde 1858 in Linz geboren (war also um zwei Jahre jünger als Freud) und kam erst nach einer abgeschlossenen Ausbildung als Historiker zur Kunst. Dann aber leitete er, neben der Tätigkeit als Privatdozent an der Universität, von 1886 bis 1897 in Wien die Textilsammlung des Museums für Kunst und Industrie, des heutigen Museums für angewandte Kunst. Diese Verbindung von Praxis und Forschung, die auch andere Leistungen der Wiener Jahrhundertwende trug, aktivierte bei ihm in der Folge die seine Schriften auszeichnende Eigenschaft, trotz der Vergangenheitsbezogenheit seiner Studien bedeutsam gerade für das Verständnis jener Kunst gewesen zu sein, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erst entstand.

1893 veröffentlichte er sein erstes grundlegendes Werk, »Stilfragen«, Grundlagen zu einer Geschichte der Ornamentik von der Frühgeschichte bis zum Islam. Dabei führte er einen neuen Begriff ein, der in der Folge sein Markenzeichen wurde, das »Kunstwollen«, ein unabhängig von Freud gewonnenes kunsthistorisches Gegenstück zum Freudschen Begriff des »Unbewußten«, das die Einheit eines Epochenstils oder des Lebenswerks eines Künstlers aus einer unbewußten Kunstabsicht erklärt, die alle Stil- oder Werkfacetten bestimmt, und, daraus resultierend, bereits die vier Neuerungen Riegls andeutet: Erstens fallen die Grenzen und die Wertehierarchie zwischen der reinen und der angewandten Kunst, da beide nun als Äußerungen des gleichen Kunstwollens einer Epoche erscheinen; zweitens fällt die Hierarchie zwischen klassischen und nichtklassischen Kunstepochen, da sie so gesehen verschiedene, aber gleichwertige Kunstabsichten formulieren; drittens werden Kunstwerke und Kunstentwicklungen aus einer inneren Kraft erklärbar, aus dem Konflikt des künstlerischen Wunsches mit den Formproblemen; und viertens erscheint das Kunstwerk als eine Wunscherfüllung, mit der Funktion und dem Zweck als Widerständen, an denen es sich verwirklicht, wie bei Freud der Traum.

Rembrandt van Rijn: 'De Staalmeesters' (Die Vorsteher der Tuchmacherzunft),
Öl auf Leinwand, 1662, 191,5 x 279 cm, Rijksmuseum Amsterdam
Riegls Hauptwerke entstanden nach seiner Berufung an die Universität im Jahr 1897. Sein Buch über die »Spätrömische Kunstindustrie« von 1901 brachte zunächst den Zeitgenossen erstmals einen nichtklassischen Stil nahe. Darauf folgte schon 1902 »Das Holländische Gruppenporträt«, aus dem das obige Zitat stammt. Es vollzog einerseits die Aufwertung eines bis dahin als unbedeutend eingeschätzten Themas, des Gruppenporträts als der häufigsten Kunstäußerung der niederländischen Republiken des 16. und 17. Jahrhunderts. Gleichzeitig wurde das Werk grundlegend für ein Verständnis der modernen Kunst überhaupt. Denn mit der von Riegl bei den kleinen Meistern wie bei Rembrandt wahrgenommenen gemeinsamen Kunstabsicht, in den Gruppenporträts die Freiheit und Gleichheit der Individuen in den Vereinen der damaligen holländischen Republiken zu verbildlichen, fand man sich auf ein neues, in der klassischen Kunst der Renaissance noch nicht gegebenes Darstellungsmittel der Holländer hingewiesen, auf die »Beiordnung der Bildteile nach innen und außen« (ihre »Koordination« nach Riegl gegenüber der »Subordination«, der Unterordnung in der klassischen Kunst).

Dieses Darstellungsmittel kehrte zu Beginn des 20. Jahrhunderts, im Alterswerk Cézannes und Gauguins, in den Anfängen des Fauvismus und den Vorstadien des Kubismus und Futurismus, massiv wieder, bevor es als serielles und postserielles Prinzip zum bestimmenden Element aller Richtungen der Gegenwartskunst bis zur Postconceptual Art wurde. Riegl gelang das Höchste, was einem Kritiker vorschweben mag: eine Kunst zu erschließen, die erst entsteht, während sein Buch, das in dieser Hinsicht mehrere dutzend Gruppenporträts monomanisch durchforstet, für die junge Generation zudem die bildnerisch ausgeformte expressionistische Auffassung vorwegnahm.

Riegl baute sein Werk noch mit dem Buch über den »modernen Denkmalkultus« von 1903 und einer Wiederaufwertung des Barock (die 1908 erschien) aus, starb jedoch schon 1905 an Krebs. Dennoch aber setzte sich seine Wirkung zunächst ungebrochen fort. So über den Kunstkritiker Wilhelm Worringer, der in seinem Buch »Abstraktion und Einfühlung« (1908) Riegls Gedanken zur ersten Theorie der Abstraktion ausformte und sie an Kandinsky weitergab. Dann über den Schweizer Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin und über die breite Riegl-Diskussion in den zwanziger Jahren, etwa bei Walter Benjamin und Panofsky, später bei Werner Hofmann. Die »Wiener Schule der Kunstgeschichte«, die Riegl neben Franz Wickhoff und Max Dvorak begründet hatte, entwickelte sich zwar in der Folge zu einer kunsthistorischen Orthodoxie zurück, doch ist es nun seit etwa fünfzehn Jahren die Diskussion über die Postmoderne, die Riegl neuerlich zu einem Hauptstreitgegenstand macht. Darin treten die Anti-Nietzscheaner, darunter Jean Clair, als neue Riegl-Gegner auf (vor allem gegen die von Riegls »Kunstwollen« sanktionierte Wahlfreiheit des modernen Künstlers). Die Neo-Nietzscheaner dagegen sehen in Riegls kritischer Methode, in seinen von Systematisierungsansprüchen freien Begriffsfindungen und in der Verstreuung der Themen und Gegenstände ihren eigenen Denkstil vorgebildet.

So etwa ist das wohl grundlegende Buch der nachkonzeptuellen Kunstkritik, jenes des Philosophen Gilles Deleuze über Francis Bacon von 1981, auf Riegls »Historischer Grammatik der bildenden Künste« von 1897/98 aufgebaut. Und auch das bislang letzte Beispiel eines über Malerei schreibenden Philosophen, das Buch von Bernard-Henri Levy, einem der bekanntesten französischen »Neuen Philosophen« der siebziger und achtziger Jahre, über den Amerikaner Frank Stella, erhellt die Wirkung Riegls. Es zeigt indirekt, worauf Riegls damalige wie heutige Aktualität beruht, nämlich auf der Direktheit, mit der er sich einem Krisengefühl der Gegenwart stellt.

Quelle: Robert Fleck, in: Deleuze schickt mich in die Bibliothek. Über Bücher und Menschen. Seite 213-217. (Fundus-Bücher, 190). Philo Fine Arts, Hamburg, 2010. ISBN 978-3-86572-586-8.



Alois Riegl: Zur Entstehung der altchristlichen Basilika


Benigno Bossi nach Ennemond Alexandre Petitot:
Schäferin im antikischen Stil, Radierung, weiß gehöht
 aus der Folge 'Mascarade à la Grecque', 1771,
 289 x 202 mm, Herzog Anton Ulrich-Museum
 Braunschweig
[…] Daß die christliche Basilika zur Zeit ihrer Entstehung (etwa im 3. Jahrhundert n. Chr.) nicht außerhalb aller Beziehungen zu der gleichzeitigen Baukunst im römischen Reiche überhaupt - sei es der profanen, sei es der heidnisch-sakralen - gedacht werden könne, ergab sich schon aus den Säulenhallen und den halbrunden Nischen, die beiden Gebieten in so hervorragendem und charakteristischem Maße gemeinsam gewesen sind. Man schloß daraus von Anbeginn ganz richtig, daß die Christen in dem Augenblicke, da es die Schaffung eines den spezifischen Anforderungen ihres Kultus entsprechenden Gotteshauses galt, nicht auf die Erfindung neuer, bis dahin nicht dagewesener Typen ausgegangen wären, sondern sich der bereitstehenden Formen der damaligen Baukunst des römischen Weltreiches bedient hätten. […]

Vor allem haben wir uns den praktischen Zweck klarzumachen, dem die christliche Basilika zu dienen hatte; denn wenn der Zweck auch nicht, wie die Kunstmaterialisten gemeint hatten, das Schöne mechanisch hervorbringt, so liefert er doch den äußeren Anstoß, daß das Schöne ins Leben trete und bedingt dadurch wenigstens teilweise seine Erscheinung. Will man nun dasjenige rein erfassen, was am Kunstwerke auf Rechnung des Kunstwollens zu setzen ist, so muß man das durch den praktischen Zweck bedingte daran von der Gesamterscheinung abzuziehen wissen; darum muß der praktische Zweck, dem das christliche Kulthaus zu dienen hatte, noch vor Beginn der künstlerischen Untersuchung reinlich ausgemacht werden.

Dabei darf von den Verhältnissen der primitiven Zeit, die noch von eschatologischen Erwartungen erfüllt gewesen war und die man vielleicht am zutreffendsten als die kommunistische bezeichnen darf, gänzlich abgesehen werden. Die Vorbedingungen für die Ausbildung eines allgemein verbindlichen Gotteshaustypus waren bei den Christen erst von dem Augenblicke an gegeben, als sie sich auf einen dauernden Aufenthalt in dieser irdischen Welt bis zu ihrem unbekannten Ende einzurichten begannen, was aus verschiedenen Gründen kaum vor der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. anzunehmen ist. Dieser Umschwung hat zugleich auch eine innere Folge für den Kultus mit sich gebracht, die, wie sofort gezeigt werden soll, von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die allgemeine Gestaltung des Gotteshauses werden mußte.

Das christliche Kulthaus, wie es sich ungefähr seit dem Ende des 2. Jahrhunderts allmählich herausgebildet haben mochte, war gedacht als die Stätte, an welcher die Gemeinde an der erlösenden Wirkung des von den Priestern dargebrachten Meßopfers teilnahm. Und zwar sollte dieser Akt zwischen geschlossenen Wänden vor sich gehen: nicht aus Heimlichkeitstrieb, sondern sozusagen aus einem Reinlichkeitsbedürfnis, denn es sollte niemand Zeuge des Opfers sein, der nicht innerlich dazu vorbereitet war, selbst nicht der flüchtigste Zuschauer aus der Ferne. Das Opfer hatte gegenüber denjenigen der polytheistischen Kulte eine durchaus mystische Bedeutung, wie sie auch den gleichzeitigen heidnischen Mithrasopfern und anderen zukam; und es lag ganz im Sinne dieses Mysteriums, daß der einzelne Gläubige, wenngleich er von der leiblichen Beteiligung am Opfer niemals ausgeschlossen blieb, doch auch dann der erlösenden Gnaden desselben teilhaftig wurde, wenn das Opfer lediglich vom Priester als dem geistlichen Oberhaupt der Gemeinde dargebracht wurde und er - der Gläubige - bloß der Darbringung im selben, nach außen abgeschlossenen Raume mit entsprechender innerer Andacht anwohnte.

Christoph Jamnitzer: Zwerg auf einer phantastischen Kuh, Radierung,
 aus 'Neuw Groteßken Buch', Nürnberg 1610, 185 x 264 mm,
Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig
Diese Auffassung hat aber erst von der Konstituierung einer Kirche an Platz zu greifen begonnen, während in der kommunistischen Zeit die leibliche Anteilnahme am Opfer (seine Darbringung und seine Entgegennahme) für jeden Gläubigen obligatorisch gewesen war. Mit der also geänderten Auffassung mußte auch die Stellung des Priesters, dessen Funktion in der kommunistischen Zeit gewissermaßen diejenige eines - wenn das allerdings nicht ganz zureichende Wort gestattet ist - geschäftlichen Vermittlers gewesen war, gegenüber der Gemeinde eine viel ausgezeichnetere und respektheischendere werden als ehedem. Das christliche Kulthaus erforderte hiernach einen Raum, in welchem das Opfer durch die Priester dargebracht wurde und einen zweiten, mit dem ersten zusammenhängenden, aber andererseits doch respektvoll davon getrennten Raum für die Versammlung der Gemeinde, beide Räume jedoch durch geschlossene Wände geschützt vor der Zeugenschaft Unberufener, die nicht zur Gemeinde gehörten oder der Teilnahme an de Gnaden des Opfers unwürdig waren.

Den einen der beiden Räume, denjenigen, in dem sich das Mysterium vollzieht, mit Opferaltar und Priesterschaft, bildet die halbzylindrische, ursprünglich fensterlose und mit einer Halbkuppel überwölbte Apsis. Sie ist nichts anderes als die Hälfte einer Rotunde mit Rundkuppel und somit ein Erzeugnis des Zentralbaues, das für die Baukunst der römischen Kaiserzeit vielleicht das am meisten charakteristische Baumotiv geworden ist. Es scheint nun einschaltungsweise notwendig, sich Sinn und Bedeutung des römischen Zentralbaues (dessen vermutlichen hellenistischen Vorläufer wir zu wenig kennen, um darüber Bestimmteres sagen zu können) klarzumachen.

Der Zentralbau ist ein Resultat der Emanzipation der Tiefendimension in der antiken Kunst. Diese Emanzipation verrät sich nicht allein in der äußeren Form der Dinge, deren tastbare Außenflächen sich nun in auffallender, durch starke Lichter und Schatten markierter Weise gegen den Beschauer vor- oder von ihm zurückwölben dürfen, sondern auch in der Zulassung des freien Luftraums als einer ästhetischen Potenz, und darin beruht ihre eigentliche, epochemachende Bedeutung. Jetzt erst, nachdem die klassische Phase der Entwicklung überwunden war, begann man den Innenraum als ein künstlerisches Element zu betrachten; von diesem Augenblicke an kann erst von einer eigentlichen monumentalen Raumkunst die Rede sein.

Die Lösung des Problems aber, einen Ausgleich zwischen dem unfaßbaren, unendlichen, formlosen Tiefraum einerseits und der begrenzten, tastbaren, mehr oder minder symmetrisch geschlossenen Form andererseits herzustellen, lag im Zentralbau. Betritt man z. B. das Innere des römischen Pantheon, dann fühlt man sofort, daß die in der Ebene nicht zu messende und daher störende Tiefe seines Raumes ungefähr gleich ist der in der Ebene meßbaren Breite und Höhe; und die Rundkuppel, welche, dem gleichen Radius folgend, alle unbehaglichen Winkel ausgleicht, vollendet den Eindruck der Sicherheit im Beschauer. Man empfindet die äußere, tastbare, geschlossene Form auch im Innenraum und vergißt den unmeßbaren Freiraum über dem Eindruck der ihn begrenzenden festen Form. Die Grundlage des Zentralbaues bildet wie jene der klassischen Kunst die Symmetrie, aber nicht mehr die Symmetrie der Ebene, sondern jene des Raumes, die man seit Semper als Eurhythmie zu bezeichnen pflegt.


Enea Vico: Kanne mit einem Griff in Gestalt eines Hundes,
 Kupferstich, 1543, aus einer Folge von antiken Vasen,
 265 x 197 mm, Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig
Der Zentralbau ist nun der ausgesprochene Monumentalbau der Römer geworden. Das beweist schon der Umstand, daß die Monumente par excellence, die Grabmäler wenigstens der Vornehmsten, seit dem Ausgange der republikanischen Zeit als Zentralbauten aufgeführt wurden. Aber das sind Male, das heißt gewissermaßen Werke der Skulptur, die sich bloß nach außen als geschlossene, tastbare und dabei allerdings eurhythmisch gewölbte Formen darstellen sollten. Doch auch den Innenräumen, sobald sie durch gewölbte Zentralbauten hergestellt waren, wohnte eine monumentale Bedeutung inne. Eine solche kam in der antiken Welt jeder sakralen Funktion zu und solcher gab es eine Fülle, da ja das ganze antike Leben vom sakralen Wesen durchdrungen war.

Auch Räumen von nichtmonumentaler Bestimmung und daher von einfacher, nutzbaulicher Anlage wurden mit Vorliebe Teilräume angefügt, denen man irgendeine sakrale Bedeutung beilegen mochte und auf Grund dessen das beliebte Kunstmotiv des geformten Freiraumes verlieh; in vielen Fällen mag dann selbst das künstlerische Bedürfnis die eigentliche Veranlassung gegeben haben und die sakrale Bedeutung dafür nur der Vorwand gewesen sein. Solche angefügte Zentralräume erhielten nun naturgemäß nicht die vollständige, sondern bloß die halbierte Zentralform: das war die halbrunde Nische mit Halbkuppel darüber.

So versteht man, daß die Altchristen dem Innenraume, der durch das Mysterium selbst und durch die Anwesenheit der Vermittler des Mysteriums ausgezeichnet war, im Sinne der damaligen Auffassung von der Bedeutung der Architekturformen gar keine andere Gestalt geben konnten als jene eines Zentralbaues, und weil die Anfügung eines zweiten damit kommunizierenden Raumes vorausgesetzt war, diejenige eines halbierten Zentralbaues: der Apsis.

Der zweite Raum war gedacht als Versammlungsraum der Gemeinde. Die Bestimmung war jener des Mysterienraumes gegenüber entschieden eine untergeordnete. Die Gläubigen hatten ja mit dem Mysterium selbst in der Regel unmittelbar nichts mehr zu tun; hätte man den für sie bestimmten Raum ebenfalls als monumentalen ausgezeichnet, so wäre dadurch der Vorrang des Mysterienraumes verwischt worden. Der Raum für die Gläubigen sollte daher behandelt werden wie die gewöhnlichen Versammlungsräume damaliger Zeit: Räume zum Zirkulieren von Menschen, zum Kommen und Gehen, ohne alle monumentale Geschlossenheit. Solche Räume waren die Säulenhallen.

Die antike Halle (porticus) bildete einen Gang, der womöglich nach allen Seiten, mindestens aber an einer Seite, mit einer Säulenreihe durchbrochen war. Es lag ihr der Gedanke zugrunde, einen begrenzten Raum zur Versammlung und zum Zirkulieren von Menschen zu schaffen und doch nicht den Eindruck eines geschlossenen Innenraumes aufkommen zu lassen. Was das Auge sehen sollte, waren lediglich die Säulen: das ist begrenzte, tastbare, stoffliche Individuen, die im freien Raume gleich Reliefgebilden auf ebenem Grunde standen und den Freiraum in seiner Existenz ebenso zurückdrängten und künstlerisch unsichtbar machten wie das Relief den Grund, über den es sich erhebt. Daß nun diese Hallen auch in der römischen Kaiserzeit den gewissermaßen ordinären Typus für Versammlungsräume gebildet haben, lehrt am besten die Marktbasilika.

François de Cuvilliés: Blatt aus der Folge 'Livre
 Nouveau de Morceaux de fantaisie', Kupferstich,
 um 1740, Österreichisches Museum für
 angewandte Kunst Wien
Die römische Marktbasilika war in der Grundanlage nichts anderes als eine Komposition von vier Säulenhallen, die sich nach einem gemeinsamen oblongen Hofe öffneten. Das künstlerische Element der Basilika bildeten im Innern die Säulenreihen, d. h. tastbare, begrenzte und stoffliche Formen in rhythmischer Wiederholung. Aus Gründen, über die uns die Alten keine Aufklärung hinterlassen haben, wurde der dem ursprünglichen Gedanken nach offene Hof überdeckt. Die Kunstmaterialisten hätten sich für die Erklärung dieser folgenschweren Neuerung wahrscheinlich mit einem Momente praktischer Zweckmäßigkeit begnügt, das darin lag, den Versammlungsraum zu Sommers- und Winterszeit und zu jeder Witterung behaglich zu erhalten. Ein solcher äußerer Grund dürfte wohl auch mitgespielt haben; aber es lief gewiß eine künstlerische Erwägung mindestens parallel mit jener praktischen.

Es liegt nahe zu denken, daß jener zunehmende Drang nach räumlicher Abschließung, wie er sich in der Pflege des Zentralbaues ausprägt, sich auch im Nutzbau bemerkbar gemacht hat. Die Mittelmeervölker, die zur klassischen Zeit überall gleichsam den ebenen Grund des freien Raumes als notwendige Folie für die in ästhetischem Sinne allein gültigen, tastbaren Individuen gesucht hatten, begannen allmählich ein Bedürfnis der Abschließung in einem beschränkten Bezirke zu empfinden; oder ganz platt gesprochen: sie fühlten sich dadurch geniert, daß unberufene Zuschauer von alle Seiten (auch von oben) in ihren Wandel in den Markthallen hereinblicken könnten und schlossen darum nicht allein die äußeren Seiten der Halle mit gemauerten Wänden, sondern auch den Hof nach oben hin ab, was schon des erforderlichen Lichtes halber mit einer Überhöhung der Hallenmauern über den Säulen verbunden sein mußte.

Daß damit der Hof tatsächlich aufhörte, ein offener zu sein, und daß mit dieser, wenn auch zunächst bloß latenten Einführung eines geschlossenen, von Säulenhallen umgebenen Innenraumes der Ausgangspunkt für eine neue, auf wesentlich unklassischen Voraussetzungen aufgebaute Entwicklung gegeben war, wird niemand leugnen wollen. Aber diejenigen, die die Neuerung (wohl schon in hellenistische Zeit) eingeführt haben, dachten nicht an die Konsequenzen, die wir heute so deutlich zu überschauen imstande sind. Für die Römer der Kaiserzeit war die Decke des Hofes eine provisorische, denn sie ist, soviel wir wissen, nicht ein einziges Mal in der monumentalen Wölbungsform und nicht einmal in unvergänglichem Material ausgeführt worden, sondern stets als flacher, hölzerner Dachstuhl.

Jetzt werden wir auch verstehen, warum die Altchristen ihrem der Apsis vorgelegten Versammlungsraume die Form der drei-(oder mehr-)schiffigen Langhäuser gegeben haben. Der obligatorische Typus für solche Räume waren eben die Säulenhallen, und es lag für die Altchristen kein Grund vor, davon abzugehen. Daß sie den dazwischengelegenen Hof überdeckten, war ihnen geradezu zur Notwendigkeit gemacht, da ja ihr Kultus die Abschließung nach außen zwingend forderte. Der Hinwegfall der Säulenhallen an den Schmalseiten, durch welchen sich die altchristliche Basilika so auffallend von der Marktbasilika unterscheidet, ist durchaus einleuchtend. Zwischen Mysterienraum und Gemeinderaum durfte keine unmittelbare Verbindung herrschen, und der Mysterienraum mußte sich darum gewissermaßen selbständig ins Freie, d. i. nach dem (gedeckten) Hofe, öffnen. An der entgegengesetzten Schmalseite hingegen hätten die Säulen wohl stehenbleiben können, und das ist auch nachweislich da und dort geschehen; aber es ist ganz natürlich, daß jene Hallen, die zu dem Mysterium hinleiteten, nun weitaus den Vorzug gewannen und infolgedessen für eine Querhalle am Eingange kein rechter Sinn vorhanden blieb.

Frans Huys nach Cornelis Floris: Groteske Maske,
 Kupferstich, 1551, 162 x 146 mm, Herzog Anton
Ulrich-Museum Braunschweig
Damit erscheint allerdings ein Richtungsmoment zugegeben, das schon in der Marktbasilika latent vorhanden, nun in der christlichen Basilika in verstärktem Maße sich geltend gemacht hat. Aber das muß auf das Entschiedenste bestritten werden, daß dieses Richtungsmoment sich in einem mit perspektivischen Absichten komponierten Mittelschiffe ausgesprochen hätte: es gelangte künstlerisch einzig und allein in der Korridorform der Seitenschiffe und in deren überragender Länge gegenüber der Breite zum Ausdrucke. Auch hier müssen wir uns hüten, die künstlerischen Absichten, die spätere Zeiten mit der Basilika zu verwirklichen unternommen haben, schon den Altchristen zuzuschreiben.

Aus dieser Betrachtung ergibt sich, daß das konstitutive Element des Langhauses ursprünglich bloß die beiden Seitenschiffe gebildet haben. Damit soll natürlich durchaus nicht gesagt sein, daß die Gläubigen nicht auch ins Mittelschiff heraustraten, wie ja gewiß auch in den Atrien, die ganz zweifellos einen offenen Hof zwischen vier Säulenhallen besessen haben, die Gemeindemitglieder ebensogut diesen Hof wie die Hallen selbst betreten haben werden. Aber wenigstens für einen Teil des Mittelschiffes - begreiflichermaßen für jenen, der dem Altare zunächst lag (Schola cantorum) - war der Zutritt der Menge nachgewiesenermaßen ausgeschlossen. Das künstlerische Element der altchristlichen Basilika bildeten noch immer hauptsächlich die Säulen.

Nicht der perspektivische Blick vom Mittelschiffe aus gegen die Apsis, sondern der gerade Draufblick von einem Seitenschiffe aus quer über den überdeckten Hof hin nach der Front des andern Seitenschiffes mit ihren Säulenreihen und Malereien an der Wand darüber war es, der die künstlerische Wirkung des Langhauses in der altchristlichen Basilika bedingte. Nicht eine einzige unter den zahllosen altchristlichen Basiliken, die wir im Orient und Okzident überkommen oder doch in Resten erhalten haben, hat eine Wölbung oder auch nur eine Kassettendecke aus Stein aufzuweisen: ausnahmslos ist es die vom künstlerischen Standpunkt provisorische Abdeckung mit einem hölzernen Dachstuhl (mit oder ohne Vertäfelung) gewesen, die von der Halbkuppel des monumentalen Mysterienraumes so bedeutungsvoll absticht. […]

Was an der im vorstehenden entwickelten Anschauung von der Entstehung der altchristlichen Basilika und insbesondere ihres Langhauses vielen auf den ersten Blick befremdlich erscheinen dürfte, ist die Absetzung des Mittelschiffs vom Range eines Hauptschiffs. Denn das eigentlich Vorhandene sind gemäß dieser Anschauung die beiden Seitenschiffe; das Mittelschiff ist bloß gleichsam Reliefgrund, architektonisch gefaßt ein Nichts, ein formloser, leerer Raum und nur provisorisch überdeckt. Wir sind heute auf Grund unserer eigenen Kultusgewohnheiten derart gewöhnt, das Mittelschiff als den eigentlichen Kirchenraum, die Seitenschiffe hingegen bloß als Zugänge zu den Seitenkapellen zu fassen, daß uns für das umgekehrte Verhältnis zunächst alles Verständnis fehlt. Wir versammeln uns während des Meßopfers im Mittelschiff, wir wollen den Blick auf den Hauptaltar und den zelebrierenden Priester stets frei haben, und selbst während wir im Gebetbuche lesen, leben wir in dem beruhigenden Bewußtsein, in jedem Augenblicke die Phase der Opferhandlung durch einen Vorblick feststellen zu können. Und da sollten die Altchristen sich hauptsächlich in den Seitenschiffen gedrängt haben, so daß fast nur diejenigen, die unter den Arkaden standen, die Darbringung des Meßopfers mit ihren Augen zu schauen vermochten!

Albrecht Dürer nach Leonardo da Vinci:
 Knoten mit oblongem Schild (ohne Monogramm)
Was nun zunächst die den Kultus betreffende Seite dieses Einwandes betrifft, so wird durch den Umstand, daß die orientalische Christenheit bis zum heutigen Tage vom Altar und Priester durch die Ikonostasiswand getrennt ist, zur Evidenz bewiesen, daß der ungehinderte Blick auf Altar und Priester kein unbedingtes Erfordernis des christlichen Kultus gebildet hat; und dem Mysteriencharakter, der die Erlösung mehr auf die innere Andacht als auf äußere, sinnliche Wahrnehmungen basiert, scheint diese Erkenntnis sehr wohl zu entsprechen. Ferner bezeugen die Emporen, die ja auch nichts anderes sind als Seitenschiffe, daß gerade diese nach moderner Vorstellung untergeordneten Räume zum Aufenthalte der Gläubigen bestimmt gewesen sind. Daß die Emporen namentlich für Aufnahme der Angehörigen des einen Geschlechtes zu dienen hatten, macht mindestens sehr wahrscheinlich, daß auch mit den beiden Seitenhallen des Erdgeschosses ursprünglich und lange Zeit die Trennung der zwei Geschlechter verbunden gewesen ist.

Uns interessiert aber hier hauptsächlich die künstlerische Seite der Frage. Wir genießen heute bewußt oder unbewußt, aber mit vollen Zügen die Raumwirkung des Mittelschiffs als eines geschlossenen Raumganzen und seine perspektivische Wirkung, indem es unseren Blick nach dem Hauptaltar als Zielpunkt hinleitet. Es scheint uns ganz selbstverständlich, daß auch die Altchristen bereits die gleiche Wirkung gesucht und genossen hätten. Einer historischen Prüfung vermag aber diese vorgefaßte Meinung in keiner Weise standzuhalten. […]

Die Emanzipation des Mittelschiffes von der untergeordneten Funktion der Folie oder des Reliefgrundes beginnt mit dem Momente, wo die Schola cantorum in dasselbe von der Apsis her vorrückt; sie steigert sich mit jener Anfüllung durch Altäre, wie sie am Bauriß von St. Gallen begegnet und in der Doppelchörigkeit wohl ihre Höhe erreicht. Aber im vollen Sinne als geschlossener Innenraum wurde das Mittelschiff erst von dem Augenblicke an empfunden, als es überwölbt wurde: die Wölbung ist ja nichts anderes als der monumentale Ausdruck für jene Wandlung in der Auffassung des christlichen Kulthauses. Der Gemeinderaum gewinnt nun monumentale Bedeutung gleich dem von Anbeginn gewölbten Altarraum. Das Mittel ist ganz verwandt demjenigen, das die Römer zu ähnlichen Zwecken angewendet haben: die Zerlegung des Langraumes in quadratische Räume mit Kreuzgewölben, die zwischen Zentralraum und Richtungsraum die Mitte einhalten. Ausgesprochene Richtung kennt das Mittelalter bloß nach der Höhe, nicht nach der Länge. Die Gotik steigert stetig die Bedeutung des Mittelschiffes und verrät schon unverkennbar die Neigung, die Seitenschiffe zu Kapellenreihen zu degradieren. In aller Form ist dann diese Folgerung von der Barockkunst gezogen worden: die römische Barockkirche kennt nur mehr einen einzigen geschlossenen und gewölbten Saal mit Altarraum als perspektivischen Abschluß; die Seitenschiffe sind verschwunden und an ihre Stelle Kapellen getreten, ähnlich wie schon in den römischen Thermensälen. Es ist nicht zufällig, daß Michelangelo einen solchen Saal zur Kirche Sa. Maria degli Angeli eingerichtet hat; aber die Kreuzgewölbe haben seine Schüler in den von ihnen gebauten Kirchen durch das in einseitiger Richtung verlaufende Tonnengewölbe ersetzt. […]

Quelle: Alois Riegl: Zur Entstehung der altchristlichen Basilika (1903). In: Alois Riegl: Gesammelte Aufsätze. (Klassische Texte der Wiener Schule der Kunstgeschichte: Abt. 1, Bd. 5) WUV-Univ.Verl. Wien, 1996, ISBN 3-85114-261-6. Seite 89-107, gekürzt zitiert

Die Abbildungen in diesem Artikel stammen aus der Ausstellung »Ornament – Ausblick auf die Moderne. Ornamentgrafik von Dürer bis Piranesi« (02.06.2012 bis 06.01.2013, Kunstmuseum Wolfsburg)


CD Info and Scans (Tracklist, Covers, Booklet, Music Samples, Pictures) 79 MB
embedupload ---- MEGA ---- Depositfile --- bigfile
Unpack x190.rar and read the file "Download Links.txt" for links to the Flac+Cue+Log Files [75:39] 4 parts 290 MB

Reposted on January 21th, 2017

16. September 2013

Iannis Xenakis: Kammermusik für Streicher und Klavier (Arditti String Quartet)

Der Name Xenakis bedeutet auf deutsch etwa soviel wie „kleiner Fremdling“. Bemerkenswert ist, wie die persönlichen und weltpolitischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts Xenakis dazu veranlassten, seinen Platz in der Gesellschaft und der Kunst mehrfach kritisch zu betrachten und einer Revision zu unterziehen. Er gewinnt damit aus der Notwendigkeit, Altes hinter sich zu lassen und aus der Begeisterung für neue Ideen den Drang, sich dem künstlerisch Neuen zuzuwenden. Xenakis selbst sagt:

„Ich will keine Wurzeln haben. Natürlich hatte auch ich welche, auch ich war Einflüssen ausgesetzt, aber glücklicherweise gab es ihrer so viele, daß keiner sich als bestimmend erweisen konnte. […] Auf diese Weise gewann ich mir die Freiheit, ohne Wurzeln zu sein.“

Iannis Xenakis wurde im Jahr 1922 in der rumänischen Hafenstadt Braila geboren. Die Vorfahren Xenakis‘ stammten aus Kreta, er wurde als Teil der bürgerlichen Mittelschicht westlich erzogen und wurde mit zehn Jahren auf eine griechische Internatsschule in der Nähe von Athen gesandt. Als Griechenland im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt wird, führt Xenakis sein Studium am Polytechnikum, das eine Konzession an den Willen des Vaters darstellt, zunächst fort, tritt jedoch etwa im Frühjahr 1942 der Kommunistischen Partei Griechenlands und den Widerstandstruppen in Athen bei. Nachdem sich die deutschen Truppen 1944 aus Griechenland absetzten, unterstützen die nun stationierten britischen Truppen das bürgerliche Lager des inzwischen zerissenen Landes. Iannis Xenakis wurde bei heftigen Gefechten am 1. Januar 1945 von einer britischen Granate im Gesicht lebensgefährlich verletzt. Nach dem Krieg wird Xenakis selbst in die Armee eingezogen. Als seine politische Identität droht erkannt zu werden, desertiert er um einer Einweisung in ein Straflager zu entgehen – in Abwesenheit wird er zum Tode verurteilt.

Xenakis in seinem Atelier, Paris, um 1987
Nach seiner Flucht nach Paris wird Xenakis 1947 im Büro von Le Corbussier, einem der berühmtesten Architekten seiner Zeit, eingestellt, um statische Berechnungen durchzuführen – er war unter anderem am Entwurf des Philips-Pavilions der Brüsseler Weltausstellung beteiligt. Auf Anraten Le Corbussiers wurde Xenakis wiederum bei Oliver Messiaen vorstellig, der sein musikalischer Lehrmeister werden sollte. So wurde Xenakis wie mehrere bedeutende Komponisten seiner Generation (Karlheinz Stockhausen oder Pierre Boulez) Schüler Oliver Messiaens, der ihn darin bestärkte, seine sehr individuelle Auffassung von Komposition weiterzuentwickeln. Die Uraufführung von Xenakis‘ Metastaseis bei den Donaueschinger Musiktagen brachte dann 1955 den internationalen Durchbruch.

Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen bezieht Xenakis aus Naturwissenschaften und Mathematik Methoden und Inspiration für sein musikalisches Werk. So entzündet sich sein musikalischer Gestaltungsdrang etwa an Hilberts axiomatischem Denken, der Stochastik, der Gaußschen Verteilung, den Markow-Ketten, mathematischer Gruppen- Spiel- und Mengentheorie und der Booleschen Algebra. 1966 begründet er das Studio CEMAMU (Centre d‘Etudes de Mathématique et Automatique Musicales). Ab 1972 unterrichtete Xenakis an der Universität Paris. Neben zahlreichen Kompositionen verfasst Xenakis viele Essays und Analysen eigener und fremder Werke. Iannis Xenakis starb im Jahr 2001 in Paris.

Quelle: Andreas Pirchner, Signale 0101, Kunst Uni Graz

Materialien zum Architekten Iannis Xenakis

Stefan Hetzels private Seite zu Iannis Xenakis

CD 1, Track 5: Embellie, for solo viola (1981)


TRACKLIST


Iannis Xenakis 
(1922-2001)

musique de chambre [1955-1990]
pour cordes, piano, cordes et piano
chamber music for strings and piano
Kammermusik für Streicher und Klavier

Arditti String Quartet:
Irvine Arditti, violon
David Alberman, violon 
Garth Knox, alto 
Rohan de Saram, violoncelle 

Claude Helffer, piano


VOLUME 1

(01) tetras pour quatuor à cordes (1983)                       14:35
(02) mists pour piano seul (1980)                              12:26
(03) kottos pour violoncelle seul (1977)                        9:39
(04) herma pour piano seul (1960-1961)                          7:13
(05) embellie pour alto seul (1981)                             8:14
(06) à r. (Hommage à Ravel) pour piano seul (1987)              2:26
     mikka & mikka 'S,
(07) mikka pour violon seul (1971)                              3:58
(08) mikka 'S, pour violon seul (1976)                          4:10
(09) akea quintette pour cordes et piano (1986)                13:28

     durée totale                                              77:24
     
     
VOLUME 2

(01) dikhtas pour violon et piano (1979)                       12:44
(02) tetora pour quatuor à cordes (1990)                       14:43
(03) nomos alpha pour violoncelle seul (1966)                  15:22
(04) ikhoor pour trio à cordes (1978)                          10:09
(05) evryali pour piano seul (1973)                             9:58
(06) st/4-1, 080262 pour quatuor à cordes (1955-1962)          11:11

     durée totale                                              74:52
     

Recorded in Studio Stolbergerstraße, Köln (12-14, II. 1991),
Lindlar Kulturzentrum (15-16, II, & 10. VI. 1991),
Studio 104, Radio France (29. III. 1991),
Kleiner Sendesaal, WDR (9-11. XII. 1991)
Recording supervision: Francois Eckert, Stephan Hahn
Sound Engineer: Mark Hohn, Werner Sträßer, Manfred Hill, Philippe Destredecq
Executive Producer: Harry Vogt

En couverture: Iannis Xenakis, Claude Helffer et le Quatuor Arditti

arditti quartet edition 13-14
(C) 1992

CD 2, Track 6: ST-4, for string quartet (1955-62)


Malerei als Aktion


Henri Michaux, Zeichnung, 1959
Sie werden erst dann wirklich schreiben, wenn Sie schreiben, ohne an das Resultat im Sinne eines Resultats zu denken, sondern indem Sie vom Schreiben im Sinne einer Entdeckung erfüllt sind, das heißt, das Schöpferische muß sich zwischen Feder und Papier ereignen und nicht vorweg in einem Gedanken oder nachher in einer Umarbeitung. Oder doch vorweg, in einem Gedankenblitz, aber nicht in exaktem Denken. Es wird zum Vorschein kommen, wenn es vorhanden ist und wenn Sie es kommen lassen, und wenn irgend etwas in Ihnen ist, werden Sie ein schöpferisches Wiedererkennen erfahren. Sie werden nicht wissen, wie es war, noch was es ist, aber es wird das Schöpferische in Ihnen sein, wenn es aus der Feder und aus Ihnen fließt und nicht einem genauen Lageplan Ihrer momentanen Tätigkeit entspringt. Technik ist nicht so sehr eine Sache der Form oder des Stils als die Art, wie Form und Stil sich eingestellt haben und sich wieder einstellen können.

Lassen Sie Ihre Quelle gefrieren und Sie werden stets gefrorenes Wasser haben, das in die Luft schießt und fällt, und es wird dort zu sehen sein - oh, ganz gewiß - aber es wird nichts mehr zurückkommen. Ich weiß, wie wichtig es ist, dieses schöpferische Wiedererkennen zu besitzen. Sie können nicht das Kind in dem Mutterleib formen, es liegt dort und gestaltet sich selbst und kommt vollendet hervor - und dann ist es da und Sie haben es geschaffen und haben es gefühlt, aber es kam von selbst - und das ist schöpferisches Wiedererkennen. Natürlich haben Sie auf das Schreiben ein wenig mehr Einfluß als auf jenen Vorgang, Sie müssen wissen, was Sie endlich erhalten wollen, aber wenn Sie das wissen, so überlassen Sie sich ihm, und wenn es Sie aus dem Geleise zu werfen scheint, so wehren Sie sich nicht, vielleicht ist es gerade dort, wo Sie instinktiv sein wollen, und wenn Sie sich zwingen und versuchen, immer nur dort zu bleiben, wo Sie vorher waren, so werden Sie vertrocknen.

Gertrude Stein


Jean Dubuffet, Zeichnung zu 'La Métromanie ou les Dessous de la Capitale'
 von Paulhan, 1950
Das Geistige in der Kunst wird mit der Hand gemacht

Zu diesem Satz ließe sich kaum etwas hinzufügen, wenn man Malerei als Aktion darstellen will, hätte Gertrude Stein nicht so ausdrücklich vom Schreiben gesprochen.

Zwar sind Wendungen wie »Technik ist nicht so sehr eine Sache der Form oder des Stils als die Art, wie Form und Stil sich eingestellt haben und sich wieder einstellen können« durchaus für die Malerei gültig, zumal für die Malerei, von der hier die Rede ist. Aber, nochmals, Gertrude Stein spricht ausdrücklich vom Schreiben, und so treffend ihr Text auch ist, spricht man vom Malen, ergeben sich andere Voraussetzungen. Daß ich trotzdem den Text so ausführlich zitiere, hat seine Gründe. Malerei wird heute viel zu oft vom Wort her angegangen, man versucht, dichterische Parallelen für Vorgänge zu finden, die sich im Manuskript und auf der Leinwand gleichartig abzuspielen scheinen, man interpretiert schließlich Bilder wie eine Lektüre.

Gewiß, Gertrude Steins Sätze sind ambivalent, sie enthalten Formulierungen, die sowohl für die Dichtung als auch für die Malerei zutreffen könnten. Aber gerade die zweifache Gültigkeit einiger Sätze verlangt danach, daß man sich Gedanken über die Tätigkeiten des Schreibens und Malens macht und daß man auseinanderhält, was Schreiben und Malen unterscheidet. Denn Gedichte macht man mit Wörtern, und wenn auch »das Papier seine weiße Leere verteidigt« (Mallarmé), so setzt man, indem man es mit Wörtern bedeckt, umrissene, identifizierbare Gebilde aufs Blatt. Dichtung ist Fiktion und ihr Material, die Laut- und Schriftketten, ist neutral, denn das Wort ist unmittelbar mit dem verbunden, was es ausdrückt. Die Dinge existieren neben und hinter dem Wort, ob man sie nun beschreibt oder nicht. Erst aus den Verbindungen der Wörter entsteht etwas Neues, eine Chiffre für ein neues Ding, das Bild von einem Ding.

Wenn also Gertrude Stein von »schöpferischem Wiedererkennen« spricht, so meint sie, daß sich Wörter oder Bezeichnungen aus dem Unbewußten bilden, man erkennt sie erst auf dem Papier und rührt sie dort mit dem besprochenen Ding zusammen. Ähnliches, so kann man einwerfen, geschieht in der Malerei. Doch, wie wir gleich sehen werden, trifft der Einwand nicht ganz zu. Der wesentliche Satz bei Gertrude Stein heißt doch: »Sie müssen wissen, was Sie endlich erhalten wollen.« Das ist genau das Gegenteil von dem, was heute in der neuen Malerei geschieht. Man kann nochmals erwidern, Antonin Artaud sei in dieser Hinsicht radikaler gewesen - er sagte einmal lakonisch: »tout vrai langage est incompréhensible«, womit gemeint ist, daß das Wort, wenn es wirklich Wort ist, nicht mehr mit dem »besprochenen« Gegenstand übereinstimmen kann. Wohl, damit entfernt sich das Schreiben und das schöpferische Erkennen aus dem Bereich der Mitteilung.

Man schreibe rasch, ohne Thema, man vergesse Geist und Talent, auch das der anderen, und man widerstehe der Versuchung, zu überlesen, was man geschrieben hat, heißt es im Surrealistischen Manifest. Der Vorsatz »Sie müssen wissen, was Sie endlich erhalten wollen« entfällt. Aber dennoch ist auch dieser Vorgang des Schreibens ein anderer als der des Malens. Die Handlung des Schreibens ist mechanisch, ausschlaggebend wird die freie Assoziation, die Gebilde und Zeichen in ihrer Worthülle aus dem Hirn oder dem Unbewußten freiläßt. Beschreibungen also, die aus der Psyche des Schreibers auftauchen und die wiederzuerkennen sind - keinesfalls aber Dinge, Materialien im handgreiflichen Sinne, deren Wesen wie ein Stück Werkstoff neutral ist.

Georges Mathieu, Zeichnung, 1959
Denn das ist Malerei: ein Handhaben von Dingen, von Materialien. Eine Farbe ist ein Ding, eine Linie ist ein Ding - sie enthalten nichts anderes als ihre eigene Stofflichkeit, und erst viel später kann man von Wasser sprechen, wenn man blaue Farbe, oder von Holz, wenn man Van-Dyck-Braun benutzt hat. Gegenständliche Kunst, die sich darauf beschränkt, die Dinge als umrissene, identifizierbare Gebilde, als »Wörter« wiederzugeben, ist insofern unmalerisch, als sie sich ständig mit der Spaltung ihres eigenen Wesens auseinanderzusetzen hat, denn im Moment, da der Maler sein Blau dazu verwendet, einen Himmel oder Wasser darzustellen, zerstört er das Blau als Ding. Es kann sogar vorkommen, wie in einigen Bildern von Monet, daß trotz der Beschreibung der Heuschober oder der Kathedralen - von den Seerosen ganz zu schweigen - die eigentlichen Bildmaterialien, in diesem Fall die Farbe und ihre Nuancen, durch das Motiv hindurchschlagen, es gleichsam aufsaugen und auf der Leinwand selbständig existieren.

Das Aufheben des Kausalen in der Kunst, das Absicht und Resultat verbindet, ist im Grunde eine urmalerische Handlung gewesen. Das Material als Ding gerät in ein neues Licht - nicht, daß man es nun anbetet, wie es die Kubisten taten, vielmehr nimmt man es als Gegenüber, als Partner. Diese Partnerschaft gilt auch für eine Malerei, in der das fertige Bild weniger zählt als der Akt des Herstellens, in dem Bewegung, psychische Schwingungen, Handschriftliches und Zeitliches eingefangen werden. »Malen im Sinne einer Entdeckung«, um Gertrude Steins Wort zu variieren, heißt dem Ding seinen Willen lassen, und wenn man es in Bewegung setzt, diese Bewegung erst einmal physisch verstehen. Malerei wird mit der Hand gemacht. Dabei ist man übereingekommen, den psychischen Automatismus der Surrealisten vom Automatismus der neuen Malerei zu trennen, indem man ihn als »physisch« bezeichnete. Etwas unglücklich. Das Physische ist bedingt, denn der Maler ist kein Athlet. Auch aus den Verbindungen der Materialien entstehen Gebilde, was aber zerstört wird, wenn man diese Gebilde aus der Farbschwemme emporholt, ist nicht das Erzählende von Farbe, Ton und Linie, sondern, im Gegenteil, ihre quälende, haftende und handgreifliche Stofflichkeit.

Jackson Pollock, Zeichnung, Duco auf Papier, 1950
Die Zerstörung

Damit kommen wir zur ersten Handlung jeder Malerei, eine Handlung, die nicht nachdrücklich genug betont werden kann: die Zerstörung.

Am Anfang steht eine Leinwand. Damit muß man sich abfinden, und Versuche, die viereckige Fläche auszusägen oder mit springenden Reliefs zu bestücken, weichen dem Grundproblem der Malerei aus. Denn auch die Leinwand ist ein Ding, das auf recht unheimliche Weise seine handfeste, grellweiße Stofflichkeit geltend macht. Oskar Schlemmer sagte: »Die rechtwinklige weiße Leinwandfläche ist ein solch zwingendes Faktum, daß ein nicht geringer zu bewertendes Gefühl als das ehedem für das Objekt den Künstler bestlmmen konnte, sich in der Konzeption des Bildes vom Geist, von der Idee der Fläche leiten zu lassen und die im Rechteck gegebene Grundform als das Maß für alle auf sie projizierten Formen zu nehmen.« Diese Leinwand bleibt also Objekt, genauso wie für Man Ray das Bügeleisen ein Ding war, in das er eine Reihe Nägel einlötete, um ein »Geschenk« zu erfinden.

Im Grunde war Dadas Versuch, fremde Materialien in die bildende Kunst einzubeziehen, nichts anderes als eine Betonung der Dinglichkeit von Malerei und Plastik. Man machte einen kleinen Umweg, um ein und dasselbe zu betonen. Eine Sache der Auffassung, wenn der Beschauer sich damit auseinandersetzt, für den Maler jedoch dieselbe Angelegenheit. Wenn Schwitters sagt, das Wort »Merz« bedeute »die Zusammenfassung aller erdenklichen Materialien für künstlerische Zwecke und technisch die prinzipiell gleiche Wertung der einzelnen Materialien, die Merzmalerei bedient sich also nicht nur der Farbe und der Leinwand, des Pinsels und der Palette, sondern aller vom Auge wahrnehmbaren Materialien und aller erforderlichen Werkzeuge«, so verhilft er indirekt der Farbe und der Leinwand, dem Pinsel und der Palette zu ihrem Recht. Was aber in Dadas Materialmontagen miteinbezogen wurde, ganz gleich, ob es Schwitters und seine Kollegen merkten, war die Notwendigkeit, jedes Material, ob Leinwand oder Trambahnfahrschein, sofort zu zerstören, damit sowohl das eine wie das andere zum Kunstwerk wird.

Jemand trägt eine Farbe auf das weiße Viereck und hat es damit jäh zerstört. Das gilt selbst für »gebaute« Bilder - auch wenn Schlemmer etwa sorgfältig mit dem Lineal einen Strich auf die Fläche zieht, auch wenn er sich vornimmt, diese Fläche so integer wie möglich zu bewahren, zerstört er sie, indem er sie mit seiner Linie zerschneidet, ja beschmutzt. Die Konsequenzen aus dieser so einfachen Handlung sind nicht abzusehen: unversehens entsteht ein Raum oder ein rhythmisches Gefüge, das sich nur etwas zähmen läßt, indem man es der Fläche wieder angleicht, das heißt - siehe Mondrian - diese Rhythmen parallel zu den Bildgrenzen setzt, den Keilrahmen in die Fläche zieht.

Wenn aber die Destruktion am Anfang eines Bildes steht, warum dann die Fläche »gestalten«, warum nicht einfach diese Zerstörung soweit abwickeln, bis die Fläche zum Träger von etwas wird, das als malerisches Ereignis festzuhalten ist, »ohne an das Resultat im Sinne eines Resultats zu denken«? Ich bestehe zwar darauf, die Malerei als Hand-Werk zu nehmen. Aber die Hand, die mit den Dingen »werkt«, ist Instrument, das »Werken« stellt die Dinge in Frage. Jenseits jeder Utilität ergibt die ursprüngliche Zerstörung eine Situation, die sich schöpferisch ins Unbekannte hineintreiben läßt. Man braucht nur daran zu denken, daß diese oder jene Farbe, die die Grundfläche annulliert, ihrerseits annulliert werden kann. Ist man sich einmal darüber im klaren, daß eine Auseinandersetzung mit der Grundfläche, die zugleich Objekt und Hindernis ist, eine Zerstörung zur Folge hat, so wird jede plane Malerei fraglich. Andrerseits verlieren Wörter wie »Illusionismus« ihren Sinn - im Augenblick, da auf der zerstörten Fläche ein Gebilde entsteht, entsteht auch eine Illusion, eine Fiktion - ein poetisches Faktum.

Wols, Zeichnung, undatierbar
Das Stück Raum

Rekapitulieren wir den Kubismus: Malerei ist ein Raumproblem, selbst wenn sie flächig und an die Bildgrenzen gebunden bleibt. Eine Form auf der Leinwand war das Zeichen für ein Objekt im Raum. Der Grundzug des Malens war immer die Organisation zweier heterogener Elemente, Gegenstand und Grund, die gerade durch ihren Gegensatz expressiv werden und deren Angleichung, mitunter gar Zersplitterung, das Bild ergeben. Deshalb war dieser Raum stets eine physische Tatsache, so phantastisch die Objekte, die ihn bevölkerten, auch sein mögen. Man sieht, sagt der Dadaist Raoul Hausmann, daß der Kubismus noch stark im »klassischen« Bewußtsein der Körperbeziehungen in Raum, Zeit und Licht verhaftet bleibt.

Dagegen kann man sich Sphären vorstellen, die mit Werkstoffen nur mittelbar wiederzugeben sind. Dazu muß die Fläche, das Ding an sich der Malerei, in Frage gestellt werden. Man kann mithin nicht mehr einen materiellen Raum gestalten, in dem zwangsläufig ein Zeichen sitzt und von dort die Sinnes empfindungen anspricht. Die Bildgrenzen? Warum nicht von Abschnitten sprechen, die wie zufällig einen imaginären Raum teilen? Eine solche Malerei verliert ihre Planimetrie, sie ist undimensional, besser: multidimensional, sie schlägt nach allen realen und möglichen Richtungen aus.

Es scheint, als ob sowohl die Proportionen des Zeichens als auch das Stück Raum nichts anderes sind als Zufälle, die der Maler eingefangen hat. Und diesen Anschein der Zufälligkeit oder, um die Dinge beim Namen zu nennen, diese Zufälligkeiten unterstreichen auch die mikroskopisch kleinen Gebilde im kleinsten Raum, die Bewegung des Grundes von Stück zu Stück, wie wir sie schon in einigen kubistischen Bildern bemerkt haben. Die »große Form«, von der Kandinsky spricht, verliert ihre Statik. Oben und unten, links und rechts sind relative Maße. Jean Fautrier hat Bilder gemalt, die er »Tableaux à 4 faces« nennt - sie sind beliebig umzudrehen. Die »große Form« ist nunmehr nicht das, was auf dem Bild geschieht, sondern das Bild selbst, das Ding also, das in seinem Ganzen als Feld die Mannigfaltigkeit der Zerstörungen und der Tätowierungen trägt.

Antonio Saura, Kopf, Zeichnung, 1961
Bild als Kreatur

Merkwürdigerweise ist abstrakte Malerei nicht dadurch entstanden, daß ein Maler sich vorgenommen hat, abstrakt zu malen. Nicht aus dem Kalkül, aus der Reduzierung der Natur, wie sie Mondrian und Malewitsch befolgten, ist die abstrakte Malerei geschaffen worden, sondern aus einer reinen Betätigung, deren Ende nicht abzusehen war. Man kann mit Fug und Recht daran zweifeln, ob Kandinsky überhaupt Abstraktionen im Sinn hatte, als er die Murnauer Landschaft zerstückte. Das Recht, alles zu wagen, das Gauguin für sich - vergeblich - in Anspruch nahm, scheint bei Kandinsky kein Vorhaben gewesen zu sein, sondern ein überraschendes Verhalten der Bildelemente dank der impulsiven Wucht des Bildermachens. Man sieht, auch hier tritt das Dingliche der Malerei zutage. Aber gerade das frühe Werk Kandinskys zeigt, wie diese »Improvisationen« erst dann entstehen konnten, als der Maler sich dem Malen auslieferte, als der Prozeß ihn überwältigte und er von der Aktion auf dem Bild mitgerissen wurde.

Über die Murnauer Häuser und die schattenhaften Figuren - Reiter, Sonntagsspaziergänger, Wolken - hinaus gelang ihm unversehens die Registrierung des Malens. Man sollte das nicht übersehen. Am Anfang der abstrakten Malerei stand das Bild der Überbleibsel einer Tätigkeit. Kein Wunder, wenn Kandinsky zur selben Zeit behauptet, ein wirkliches Kunstwerk entstehe aus dem Künstler, es sei eine geheimnisvolle, rätselhafte, mystische Schöpfung, die sich aus dem Individuum löst und ein eigenes Leben, eine eigene Persönlichkeit annimmt, gleichsam als Wesen an sich existiert und von einem geistigen Hauch belebt wird. Dem Produkt einer trancehaften Handlung werden die Eigenschaften einer Kreatur zugesprochen, das Bild kann den Maler zu Entscheidungen und zu Tätigkeiten treiben, sich als Gegenüber legitimieren, Aktionen auslösen, auffangen und wieder einleiten. Hier, in dem Nachschmecken der Aktion, liegt die eigentliche Bedeutung Kandinskys. Gewiß, die Elemente der Malerei sind Dinge, deshalb aber braucht das Bild kein Ding zu sein.

Andererseits ist es nicht weniger einleuchtend, daß Kandinsky mit dem Bild kein Lebewesen schaffen kann, weil das Bild ja eine mit Farben bedeckte Leinwand ist. Er stellt aber radikal die alte Frage, ob sich aus der Dinglichkeit der Bildelemente nicht eine Betätigung ableiten läßt, die diesen Elementen, um den wissenschaftlichen Ausdruck anzuwenden, »biomorphischen« Charakter gibt, kurz: ob sich durch die Aktion des Malens nicht in das Bild gestes de la vie (Michaux) einschreiben lassen. »Ein Bild, das Handlung ist«, schreibt Harold Rosenberg, »ist untrennbar von der Biographie des Künstlers. Das Bild selbst ist ein 'Moment' in der merkwürdigen Mischung seines Lebens - ganz gleich, ob das Wort 'Moment' die gegenwärtigen Minuten meint, die auf die Leinwand gerichtet sind, oder die ganze Dauer eines hellsichtigen Dramas, das in Zeichensprache übersetzt wird … Die neue Malerei hat jeden Unterschied zwischen Kunst und Leben aufgehoben.«

Emil Schumacher, Zeichnung, 1961
Bewegung und Zufall

Noch einmal: Voraussetzung für solche Fragen bleibt, daß die Bildelemente zwar Dinge sind, die Kausalitäten der Bildherstellung aber »entformelt« werden, um den Ausdruck von Schwitters zu benutzen. Das Viereck der Leinwand ist nicht mehr Fläche, sondern ein Inskriptionsfeld. Damit beginnt die Periode der neuen Malerei. 1943 fängt Pollock an, in dieses Feld Zeichen hineinzukalligraphieren, anfangs mit noch recht konventionellen Mitteln, wie im Bild 'Die Wölfin', später erfindet er das »dripping«, indem er aus einer Dose Lackfarbe auf die Leinwand tröpfeln läßt. Wols beginnt zur gleichen Zeit, Klees »unfixierte, schwebende Formbasis« (C. Giedion-Welcker) zu zerstören, auslaufen und verrinnen zu lassen. Seine strähnigen Farbflüsse, die lässigen Striche und die im Terpentin aufgelösten Rinnsale und Flecken sind nicht mehr Betätigungen des Malers allein - es scheint vielmehr, als hätte das Bild sich selbst gemalt, als seien die Materialien irgendwann einmal ins Fließen gebracht worden und nach einer Weile geronnen. Fautrier läßt seine Stilleben, die er schon 1928 unter einer schweren Paste versteckte, ganz verschwinden. Die Paste wird zum eigentlichen Motiv. Hier wird kein Formkern in die Fläche gedrückt, sondern die Fläche senkt sich um den pastosen Kern. Hans Hartung hat schon früher, 1923, ein paar Tuschflecke achtlos auf die Fläche geworfen: die Fläche ist eine Leerform, die beschriftet wird.

Der Malvorgang wird damit zu einer zweifachen Bewegung: einmal die Niederschrift, die Geste des Malers, das, was Michel Tapié eine »transzendentale Kalligraphie« genannt hat. Zum anderen geraten die Materialien, die dieser Gestik ausgesetzt sind, ebenfalls in Bewegung, sei es durch chemische Reizungen, sei es durch die ständige Zerstörung umrissener Formen. Die ursprüngliche Handlung, eine weiße Leinwand zu zerstören, wird sozusagen »seriell«, denn sie bedingt ja eine Folge von Destruktionen - Farbe, Ton, Linie. Es geht im Grunde nur darum, zu verhindern, daß sich die Materialien zu etwas verfestigen, bevor der Maler den Pinsel aus der Hand legt. Picasso sagte einmal, früher war die Malerei eine Reihe von Additionen, bei ihm ist sie eine Reihe von Destruktionen - womit er ein neues Thema anschneidet, nur, daß sich seine Zerstörungen auf diese oder jene Figur beziehen, deren Gesichtszüge er massakriert, während sich in der neuen Malerei eine Zerstörung abwickelt, die bis in die Elemente des MaIens selbst greift.

Betont muß werden, daß der psychische Anlaß ebenso beiläufig ist wie das Motiv. Kandinsky sprach von »innerer Notwendigkeit«. Das Wort ist noch eine literarische Überhöhung der Anlässe des Malens. Zuweilen genügen ein paar Handbewegungen, ein paar Tropfen Lack, um sowohl die »innere Notwendigkeit« auszulösen als auch das Ereignis des Malens. Der Malvorgang ist heute eher ein medialer als ein analytischer. Das bedingt vor allem die zweite Art von Bewegung, die ich oben anführte - die Bewegung der Stoffe, mit denen Malerei veranstaltet wird und die sich heute auch tatsächlich auslösen läßt. Eine Schwemme Terpentin bringt die Farbe ins Fließen, jede Linie zieht von selbst in das Rinnsal hinein. Dadurch, daß der Maler die Leinwand zumeist vor sich hinlegt, dadurch, wie Pollock einmal sagte, daß er um sie herumgehen, alle vier Seiten gleichzeitig bearbeiten kann und gleichsam zum Zentrum des Bildes wird, entsteht eine ganz unmittelbare Verbindung zwischen dem Maler und dem, was er malt. Man könnte sogar sagen, der Maler wird ganz Linie, wenn eine solche auftaucht, ganz Farbe, wenn er eine solche einführt, und das Verschwinden der Elemente in der Schwemme gleicht dem Ausatmen. Jemand hat einmal gesagt, nicht der Maler male das Bild, sondern das Bild den Maler. Die Formulierung stimmt nicht ganz, denn sie kehrt die Hierarchien um. Richtig aber ist, daß über die Betätigung eines Individuums hinaus eine Überbedeutung in das Bild gerät.

Dada erkannte ein »Gesetz des Zufalls«. In jedem Bild entstehen Zonen, die sich während des Malens ergeben und die der Maler stehen lassen oder wieder entfernen kann. Wie oft wird eine Malerei zum Bild, weil sich plötzlich ein Stück Farbe in ein präzises, geheimnisvolles Etwas verwandelt hat. Das gilt für jede Art Malerei als Teilvorgang - in der neuen Malerei beherrscht diese Aktion der Zufälle das Bild. Sie wird zum Mittel wie ehemals die Kompositionsregeln oder Cezannes Schema von Kugel, Kegel und Zylinder. Sobald die Leinwand als Fläche zerstört ist, die Farbe als Farbe, das Lineament als Lineament, kommt eine Bewegung von Geste und fließendem Material zustande, die Bereiche, Schichten, Blickfelder und Fügungen ins Bild miteinbezieht, die bisher jenseits der Malerei lagen.

Das Informel gehört der Geschichte an

In lokalen Ausstellungen hängen derzeit Bilder, auf denen die Farbe einherrieselt oder die Formen zersplittern. Wenn es augenfällige Beispiele gibt, daß eine Kunstform der Vergangenheit angehört, so diese: die quantitative Ausbreitung des Informel beweist weniger seine Aktualität und ganz gewiß nicht seine unmittelbare Verwendungsmöglichkeit, sondern, im Gegenteil, seine Entstellung, die als späte Manufaktur zu einem ziemlich einfachen Geschäft geworden ist. Eine Kunst wird konsumiert und ihre Wirkung von den ursprünglichen - wenn man will, zeitlichen oder individuellen - Anlässen entbunden. Die Zeit einer Malerei als Aktion reichte von 1943 bis 1955. Der Text, der vorangeht, müßte eigentlich in der Vergangenheitsform geschrieben sein.

Quelle: Hans Platschek: Malerei als Aktion. In: Bilder als Fragezeichen. Versuche zur modernen Malerei. [piper paperback], Piper, München, 1962. Zitiert wurden Seite 49 - 62

Mehr zu Hans Platschek: „Figur gemacht in Wort und Bild“ (Art – Das Kunstmagazin)


Review der CD bei Classical Net

CD Info and Scans (Tracklist, Covers, Booklet, Music Samples, Pictures) 84 MB
embedupload ---- MEGA ---- Depositfile --- bigfile
Unpack x189.rar and read the file "Download Links.txt" for links to the Flac+Cue+Log Files 2 CDs FLAC+CUE+LOG [152:16] 8 parts 655 MB

Reposted on April 7th, 2016


Top 20 blogs of Classical Music News

50 Other Classical Music News

Klassische Musik - Nachrichten

Noticias de música clásica

Musique classique nouvelles

Notizie di musica classica

Blog-Labels

13ettina (1) A New York City Freelance Orchestra (1) A New York City Freelance Quartet (1) Abbado Claudio (2) Abel Carl Friedrich (1) Academy of St Martin in the Fields (1) Academy of St Martin in the Fields' Chamber Ensemble (1) Achron Isidor (2) Adkins Darret (1) Admonter Riesenbibel (1) Adorno Theodor W (3) Afrikanische Kunst (1) Ägyptische Kunst (1) Akkordeon (1) Alberni Quartet (1) Albert Schweitzer Quintett (1) Albus Anita (2) Alessandrini Rinaldo (1) Alewyn Richard (1) Alma Mahler Sinfonietta (1) Alt Jakob (2) Alt Rudolf von (1) Altdorfer Albrecht (2) Alte Musik (77) Altenberg Trio Wien (1) Altmeyer Theo (1) Aly Götz (1) Amadeus Quartet (3) Amati String Trio (1) Ambrosian Chorus (1) Ameling Elly (2) Amps Kym (2) Anagrammatik (1) Anders Hendrik (1) Andersen Stig (1) Angeles Victoria de las (1) Ank Matthias (1) Anthem (1) Antiphon (1) Antoni Carmen-Maja (1) Antunes Jorge (1) Aperto Piano Quartet (1) Aradia Ensemble (1) ARC Ensemble (Artists of The Royal Conservatory) (1) Archäologie (2) Arditti String Quartet (6) Arenski Anton Stepanowitsch (1) Argerich Martha (1) Arie (1) Ariès Philippe (2) Ariosto Ludovico (1) Arnold Schoenberg Chor (1) Aron Raymond (1) Aronowitz Cecil (1) Arrau Claudio (2) Ars Antiqua Austria (2) Asch David van (2) Ashkenazy Vladimir (3) Ashkenazy Vovka (1) Assenbaum Aloysia (1) Ast Balthasar van der (1) Aubert François (1) Aubigné Agrippa d' (1) Auer Quartet (1) Auerbach Erich (3) Aurora String Quartet (1) Auryn Quartett (2) Austbø Håkon (1) Austen Jane (1) Avery James (1) Babbage Charles (1) Bach C.P.E. (2) Bach J.S. (25) Bachmann Ingeborg (1) Bagatelle (2) Bailly David (1) Baldassari Maria Luisa (1) Baldwin Dalton (1) Ball Andrew (1) Ballade (1) Ballet de cour (1) Balthus (1) Bamberger Streichquartett (1) Banchini Chiara (4) Barca Calderón de la (1) Barenboim Daniel (5) Barnes Julian (1) Barolsky Paul (1) Baroncini Simone (1) Bartholomée Pierre (1) Bartok Bela (3) Bartoli Pietro Sante (1) Batoni Pompeo (1) Batz Eugen (1) Baudelaire Charles (3) Baumann Eric (1) Bauni Axel (1) Bay Emanuel (1) Bayeux Teppich von (1) Beauséjour Luc (1) Beaux Arts Trio (3) Beda Venerabilis (1) Beer Johannes (1) Beethoven Academie (1) Beethoven Ludwig van (20) Beethoven Trio Ravensburg (2) Beglau Bibiana (1) Belli Massimo (1) Bellini Giovanni (2) Bellman Carl Michael (1) Bellotto Bernardo (2) Ben Omar Maurizio (1) Benda Franz (1) Benjamin Walter (2) Bennett Charles (1) Bennett William (1) Berberian Cathy (1) Berg Alban (3) Berganza Teresa (1) Berger John (1) Bergeron Sylvain (1) Berio Luciano (2) Berkeley Lennox (1) Berkeley Michael (1) Berkes Kálmán (1) Berliner Oktett (1) Berliner Philharmoniker (2) Berliner Philharmonisches Oktett (1) Berliner Symphoniker (1) Berner Streichquartett (2) Bernhardt Sarah (1) Bernstein Walter Heinz (1) Bertali Antonio (2) Berwald Franz (3) Best Martin (1) Besucherflagge (1) Bethge Hans (1) Bettelheim Dolf (1) Beyer Achim (1) Biber Heinrich Ignaz Franz (4) BibliOdyssey (5) Bibliophilie (5) Bierce Ambrose (1) Binkley Thomas (1) Biografie (1) Bioy-Casares Adolfo (1) Blacher Boris (3) Blacher Kolja (2) Blair String Quartet (1) Blake William (2) Bläser (3) Bläserquintett (7) Blasmusik (1) Blau Christopher (1) Bleckmann Theo (1) Bloch Ernst (1) Blochwitz Hans Peter (1) Blom Philipp (1) Blumenberg Hans (1) Blumenthal Daniel (1) Blutmond (1) Boccherini Luigi (4) Boccioni Umberto (1) Böcklin Arnold (3) Bode Wilhelm von (1) Boeckl Herbert (1) Boehlich Walter (1) Böhm Karl (1) Böll Heinrich (1) Bonifaz VIII (1) Bonnard Pierre (1) Bonnet Jacques (1) Bonucci Rodolfo (1) Borchert Wilhelm (1) Bordoni Paolo (1) Borg Kim (1) Borges Jorge Luis (1) Borodin Alexander (1) Borodin Quartet (2) Borst Arno (2) Bortolotti Werner Amadeus (1) Bosch Hieronymus (1) Boskovsky Willi (1) Boston Symphony Orchestra (1) Bottesini Giovanni (1) Botticelli Sandro (1) Bouguereau William (1) Boulanger Lili (1) Boulez Pierre (3) Bouscarrut Katia (1) Bouts Dieric the Elder (2) Bovary Emma (1) Brahms Johannes (15) Brain Dennis (1) Brandis-Quartett (1) Brant Sebastian (1) Brassai (1) Braunfels Walter (2) Brecht Bertolt (4) Breitwieser Wolfgang (1) Brendel Alfred (1) Breton André (1) Britten Benjamin (3) Brizzi Aldo (1) Brown Donna (1) Brown Ford Madox (1) Brown Stephanie (1) Bruch Max (2) Bruckner Anton (1) Bruckner Pascal (1) Bruegel Pieter (der Ältere) (3) Brunel Isambard Kingdom (1) Brunelleschi Filippo (1) Brunnert Christian (1) Bruno Giordano (1) Bruns Martin (1) Bruns Peter (2) Brusatin Manlio (2) Bücherwurm (1) Buchmalerei (3) Budapester Streichquartett (1) Bunia Remigius (1) Bunuel Luis (1) Burashko Andrew (1) Burger Rudolf (1) Burgos Rafael Frühbeck de (1) Burkhardt Jacob (1) Burne-Jones Edward (2) Burns Thomas (1) Burnside Iain (1) Busch Adolf (2) Busch Wilhelm (2) Busch-Quartett (2) Busoni Ferruccio (3) Bussotti Sylvano (1) Byrd William (1) Byron George Gordon (1) Caccini Francesca (1) Caccini Giulio (1) Cage John (4) Calame Alexandre (1) Campagnola Giulio (1) Campin Robert (3) Campra André (2) Camus Albert (1) Canzone (1) Canzonetta (1) Capa Robert (1) Capella Fidicinia (1) Capella Lipsiensis (3) Capella Sansevero (1) Capriccio (2) Cara Marchetto (1) Caravaggio (4) Carmina Burana (2) Caron Firminus (1) Carroll Thomas (1) Cartari Vincenzo (1) Carter Elliott (1) Cartier-Bresson Henri (1) Casals Pablo (2) Casarramona Michel (1) Castaldi Bellerofonte (1) Caussé Gérard (1) Cavalcanti Guido (2) Cavallini Pietro (1) Cavina Claudio (2) Celan Paul (2) Cellokonzert (2) Cellosonate (22) Cembalo (3) Cervantes Miguel de (1) Cézanne Paul (1) Chagall Marc (1) Chamber Orchestra of Europe (1) Chanson (7) Charpentier Marc-Antoine (2) Chausson Ernest (1) Chavannes Puvis de (1) Cherubini Luigi (2) Chilingirian Quartet (1) Chirico Giorgio de (1) Choi Jennifer (1) Choir of Winchester Cathedral (1) Chopin Frédéric (6) Chor St.Hedwigs-Kathedrale Berlin (1) Choralvorspiel (1) Chormusik (2) Christ Wolfram (1) Christie William (1) Christophers Harry (1) Ciconia Johannes (2) Cimabue (1) Cittadini Pierfrancesco (1) City of London Sinfonia (1) Clancy Robert (1) Claudius Matthias (3) Clemencic Consort (1) Clemencic René (1) Cluytens André (1) Coburg Hermann (1) Cölestin V (1) Collard Jean-Philippe (1) Collegium Aureum (1) Collegium Vocale Köln (1) Concentus musicus Wien (1) Concerto (2) Concerto grosso (2) Concerto Italiano (1) Concerto Vocale (1) Concilium musicum (1) Consortium Classicum (3) Constable John (2) Continuum (3) Cornelius Peter von (1) Corot Jean-Baptiste Camille (1) Correggio (1) Cortot Alfred (2) Courbet Gustave (2) Couture Thomas (1) Cowell Henry (1) Cozzolino Luigi (1) Crawford Seeger Ruth (1) Creed Marcus (1) Crees Eric (1) Cruz Juan de la (1) Curtius Ernst Robert (2) Cusack Cyril (1) Cusanus Nicolaus (1) Cziffra Georges (1) Cziffra György Jr (1) d'India Sigismondo (1) Dalberto Michel (1) Dalí Salvador (1) Damore Robin (1) Dante Alighieri (1) Danzi-Bläserquintett Berlin (1) Dart Thurston (1) Daumier Honoré (1) David Jacques-Louis (4) Debussy Claude (4) Degas Edgar (1) Dehmel Richard (2) Delacroix Eugène (1) Demus Jörg (3) Der Spiegel (1) Derrida Jacques (1) Desmarest Henry (1) Desprez Josquin (2) Detmolder Bläser (1) Diabolus in Musica (1) Diana und Aktäon (1) Dickinson Emily (1) Die 12 Cellisten (1) Die Kunst der Fuge (5) Diem Peter (2) Dietrich Albert (1) Dietrich Marlene (1) Diophant (1) Dixit Dominus (1) Dobrowen Issay (1) Dohnányi Christoph von (1) Domus (1) Donizetti Gaetano (1) Donne John (1) Doppelquartett (1) Doré Gustave (1) Dossi Dosso (1) Double Edge (1) Doufexis Stella (2) Dráfi Kálmán (1) Dramatik (3) Drobinsky Mark (1) Duchable François-René (1) Duchamp Marcel (1) Dufay Guillaume (1) Duis Thomas (1) Duo (19) Duparc Henri (1) Durand Auguste (1) Dürer Albrecht (8) Dussek Jan Ladislav (1) Dvorak Antonin (5) Dyck Anthony van (2) Eberl Anton (1) Eberle-Wesser Rita (1) Eco Umberto (3) Edouard Odile (1) Eichelberger Freddy (1) Eichendorff Joseph von (1) Eickhorst Konstanze (1) Eisenlohr Ulrich (2) Eisler Hanns (3) Elektronische Musik (2) Elias Norbert (1) Eliot T. S. (3) Elsner Christian (1) Elson Steve (1) Emerson String Quartett (2) Endymion (1) Enescu George (2) Engel Karl (1) English Chamber Orchestra (1) Ensemble 415 (4) Ensemble Aurora (1) Ensemble Claude Goudimel (1) Ensemble Clematis (1) Ensemble Clément Janequin (3) Ensemble Concercant Frankfurt (1) Ensemble Dulce Melos (2) Ensemble Hypothesis (1) ensemble KONTRASTE (1) Ensemble Les Eléments (1) Ensemble Les Nations (1) Ensemble Musique Oblique (1) Ensemble Organum (1) Ensemble Unicorn (1) Ensemble Villa Musica (1) Ensemble Wien-Berlin (1) Enso Quartet (1) Enzensberger Hans Magnus (2) Epoca Barocca (1) Erben Frank-Michael (1) Erben Friedrich-Carl (1) Erhardt Heinz (1) Erler David (1) Ernst Max (2) Eschenbach Christoph (2) Evangelisti Franco (2) Exaudi (1) Eyck Jacob van (1) Eyck Jan van (3) Fantasie (4) Fantin-Latour Henri (2) Farina Carlo (1) Fauré Gabriel (5) Faust (1) Febvre Lucien (2) Fedele David (1) Fedotov Maxim (1) Feldman Morton (2) Fermat Pierre de (1) Ferneley John E + John jun. + Claude Lorraine + Sarah (1) Ferrabosco Alfonso I (1) Ferrabosco Alfonso II (1) Fessard Jean-Marc (1) Février Jacques (1) Figueras Montserrat (2) Firkusny Rudolf (1) Firtl Mátyás (1) Fischer Edwin (1) Fischer-Dieskau Dietrich (15) Fischer-Dieskau Manuel (1) Flasch Kurt (1) Flaubert Gustave (2) Flémalle Meister von (1) Flohwalzer (1) Flora Paul (1) Florenzia Ghirardellus de (1) Flötensonate (4) Flötentrio (1) Flury Dieter (1) Foley Timothy W (1) Fontana Gabriele (1) Fontana Giovanni Battista (1) Fontane Theodor (2) Forqueray Jean-Baptiste-Antoine (1) Forster Karl (1) Fortner Wolfgang (1) Foster Jenkins Florence (1) Fouquet Jean (1) Fournier Carmen (1) Fournier Pierre (2) Fournier Suzanne (1) Fragonard Jean Honore (1) Françaix Jean (2) Francesco d'Assisi (1) Franck César (2) Frankfurter Schule (3) Frantz Justus (1) Französische Kantate (1) Frescobaldi Girolamo (2) Freud Sigmund (2) Friedrich Caspar David (4) Friedrich Hugo (1) Frisch Céline (1) Froissart Jean (1) Frottola (2) Fuchs Robert (2) Fuge (3) Fuhrmann Horst (2) Funck David (1) Fux Johann Joseph (3) Gabrieli Consort (1) Gabrieli Giovanni (1) Gaede Daniel (1) Gaede David (1) Gaertner Eduard (2) Gainsborough Thomas (2) Galgenberg (1) Gallo Domenico (1) Gambensonate (1) Gambensuite (3) Ganger Theodore (1) Garben Cord (1) Garbo Greta (1) García Lorca Federico (1) Gärten (1) Gatti Enrico (3) Gazzeloni Severino (1) Geistliches Konzert (1) Gendron Maurice (1) George Stefan (1) Gérard François (1) Gernhardt Robert (1) Gershwin George (1) Gerstl Richard (1) Geschichte (21) Gesualdo Don Carlo (1) Gewandhaus-Quartett (1) Ghiberti Lorenzo (1) Ghirlandaio Domenico (1) Giacometti Alberto (2) Gibbons Orlando (1) Gide André (1) Gigliotti Anthony (1) Ginastera Alberto (1) Ginzburg Carlo (1) Giorgione (2) Giottino (1) Giotto di Bondone (3) Gitarrenquintett (1) Glaetzner Burkhard (1) Glasharmonika (2) Glikman Gabriel (1) Glinka Michail (1) Göbel Horst (2) Goebel Reinhard (2) Goethe Johann Wolfgang (3) Goldammer Karl (1) Goldbergvariationen (3) Goloubitskaja Alexandra (1) Gombrich Sir Ernst H (1) Gondko Michal (1) Góngora Luis (1) Goodman Benny (1) Goodman Roy (1) Goosens Leon (1) Gordon Judith (1) Goritzki Ingo (1) Gotik (3) Goudimel Claude (1) Gould Glenn (5) Goya Francisco de (5) Gracián Baltasar (2) Graduale (1) Grainger Percy (1) Gramatica Antiveduto (1) Grand Motet (2) Grandville J. J. (1) Grebanier Michael (1) Greco El (3) Gregg Smith Singers (1) Griechische Kunst (4) Grieg Edvard (2) Grimm Jacob und Wilhelm (1) Grimmer Walter (1) Groethuysen Andreas (1) Grosz George (1) Groves Paul (1) Grumiaux Arthur (1) Grumiaux Trio (1) Grünbein Durs (1) Gründgens Gustaf (1) Grüß Hans (1) Gryphius Andreas (1) Guardi Francesco (1) Guarini Battista (4) Guerber Antoine (1) Guggenheim Janet (1) Guibert Maurice (1) Guinizelli Guido (1) Gulda Friedrich (1) Gumbrecht Hans Ulrich (1) Gurker Dom (1) Haarkötter Hektor (1) Haas Ernst (1) Haas Werner (1) Hadzigeorgieva Ljupka (1) Haebler Ingrid (1) Haeflinger Ernst (1) Haefs Gisbert (1) Hakhnazaryan Mikayel (1) Halvorsen Johan (1) Händel Georg Friedrich (2) Harfe (1) Harmonium (1) Harnett William Michael (1) Harnoncourt Alice (1) Harnoncourt Nikolaus (5) Harrell Lynn (3) Hartmann Karl Amadeus (2) Hašek Jaroslav (1) Haskil Clara (1) Hasse Johann Adolph (1) Haßler Hans Leo (1) Hausmusik London (1) Haydn Joseph (8) Haydn Philharmonia Soloists (1) Haydn Quartet Budapest (1) Hayman Richard (1) Heemskerk Marten van (1) Heide Daniel (1) Heidegger Martin (2) Heidenreich Gert (1) Heifetz Jascha (4) Heine Heinrich (2) Heinichen Johann David (2) Heinrich IV. (1) Helffer Claude (1) Hell Josef (1) Henkis Jonathan (1) Heraldik (1) Herreweghe Philippe (2) Herzmanovsky-Orlando Fritz von (1) Herzog Samuel (1) Hespèrion XX (1) Heym Georg (1) Hill David (1) Hill Martyn (1) Hillier Paul (1) Hilz Christian (1) Hindemith Paul (5) Hinterleithner Ferdinand Ignaz (1) Hirayama Michiko (2) Hiroshige Utagawa (1) Historische Aufnahme (62) Hoddis Jakob van (1) Hodler Ferdinand (2) Hoelscher Ludwig (1) Hoffmann Bruno (1) Hoffmann E T A (1) Hoffmann Hubert (1) Hoffnung Gerard (1) Hofmann Josef (2) Hofmann Werner (1) Hofmannsthal Hugo von (3) Hogarth William (2) Hokanson Leonard (1) Holbein Hans der Jüngere (3) Hölderlin Friedrich (2) Holliger Heinz (2) Holloway John (4) Holm Richard (1) Holman Peter (1) Holmes Sherlock (1) Hölzel Adolf (1) Honegger Arthur (1) Hood Robin (1) Hoogstraten Samuel van (1) Hörbuch (17) Hornkonzert (1) Hornsonate (1) Horsley Colin (1) Howlett Robert (1) Hubeau Jean (1) Hugo Victor (1) Huizinga Johan (1) Hummel Johann Nepomuk (1) Hummel Martin (2) Humor (1) Humphreys John (1) Hunstein Stefan (1) Hünten Franz (1) Huttenbacher Philippe (1) Huvé Cyril (1) Hyla Lee (1) Ibarra Susie (1) Iberer Gerhard (1) Icarus Ensemble (1) Ideengeschichte (1) Ikonografie (4) Il Furioso (1) Il Viaggio Musicale (1) Improvisation (2) In Nomine (3) Informel (1) Ingres Jean-Auguste-Dominique (1) Insterburg Ingo (1) Interpretatio Christiana (1) Inui Madoka (3) Isaac Heinrich (1) Israel Piano Trio (1) Ives Charles (6) Jaccottet Christiane (1) Jackson Christine (1) Jacobs René (1) Jacques Emmanuel (1) Jakulow Georges (1) Jandó Jenö (3) Janequin Clément (2) Jánoska Aládár (1) Janowitz Gundula (1) Javier López Armando (1) Jazz (2) Jess Trio Wien (1) Joachim Joseph (1) Jochum Eugen (1) Johnson Graham (1) Jolles André (1) Jones Mason (1) Jordan Armin (1) Juilliard Ensemble (1) Juilliard String Quartet (3) Jünger Ernst (1) Juon Paul (2) Kaddish (1) Kaléko Mascha (1) Kammerkonzert (1) Kammermusik (207) Kanka Michal (1) Kanon (1) Kantate (1) Kantorowicz Ernst H (1) Kanzone (1) Kapell William (1) Karajan Herbert von (1) Katchen Julius (1) Katzenmalerei (1) Kavina Lydia (1) Kayaleh Laurence (1) Keesmat Amanda (1) Kemp Wolfgang (1) Kempff Wilhelm (3) Kempis Nicolaus à (1) Kermani Navid (3) Kersting Georg Friedrich (3) Kertész György (1) Kessel Jan van (1) Keuschnig Rainer (1) Keynesianismus (1) Khnopff Fernand (1) Kiebler Sven Thomas (1) Kinski Klaus (1) Kirchschlager Angelika (1) Kiss András (1) Klarinettenkonzert (2) Klarinettenquartett (1) Klarinettenquintett (7) Klarinettentrio (6) Klassik (65) Klaußner Burghart (1) Klavier (53) Klavierduo (6) Klavierkonzert (10) Klavierlied (35) Klavierquartett (14) Klavierquintett (14) Klaviersextett (1) Klaviersonate (19) Klavierstück (24) Klaviersuite (3) Klaviertranskription (1) Klaviertrio (32) Klee Paul (2) Klein Yves (2) Klemperer Otto (1) Klemperer Victor (1) Klengel Julius (1) Klepac Jaromir (1) Kliegel Maria (2) Klimt Gustav (5) Klinger Max (1) Klöcker Dieter (2) Klodt Nikolaj (1) Kloeber August von (1) Klosterneuburger Altar (2) Klucevsek Guy (1) Klust Hertha (1) Kniep Johann (1) Knothe Dietrich (3) Koch Ulrich (1) Koch Wolfgang (1) Koch Wolfram (1) Kocian Quartet (2) Kodály Quartet (2) Kodály Zoltán (2) Koehlen Benedikt (1) Koenig Gottfried Michael (1) Köhler Markus (1) Köhler Matthias (1) Kohnen Robert (1) Kokoschka Oskar (2) Kolisch Rudolf (1) Koll Heinrich (1) Komarov Vladimir (1) Komputistik (2) Koninck Servaes de (1) Konsistorum Natascha (1) Kontarsky Alfons (1) Kontrabass (1) Kontrapunkt (6) Konzertstück (2) Kooning Willem de (1) Koriolov Evgeni (1) Korowin Konstantin Alexejewitsch (1) Köster Roman (1) Kovacic Tomaz (1) Kozeluch Leopold Anton (1) Kracke Helmut (1) Krajný Boris (1) Kraus Karl (1) Krauss Werner (1) Kreisler Fritz (1) Kreisler Fritz (K) (1) Kremer Gidon (1) Krenek Ernst (4) Kreutzer Conradin (1) Krosnick Joel (1) Kühmeier Genia (1) Kuijken Wieland (1) Kulturgeschichte (1) Kulturkritik (1) Kunstgewerbe (2) Kunstszene (2) Kupka Frantiček (1) Kvapil Radoslav (1) L'Aura Soave (1) L'Ecole d'Orphée (1) La Bruyère Jean de (1) La Capella Ducale (1) La Chapelle Royale (1) La Morra (1) La Rochefoucauld Antoine de (1) La Rue Pierre de (1) La Stagione (1) La Venexiana (4) Lachner Franz (1) Laci Albana (1) Lada Josef (1) Lai (1) Lakatos Alexander (1) Lallinger Dieter (1) Lalo Edouard (1) Lamartine Alphonse de (1) Lamentation (2) Lampedusa Giuseppe Tomasi di (1) Lancie John de (1) Landauer Bernhard (1) Landini Francesco (1) Landowska Wanda (1) Laokoon (2) Laredo Jaime (1) Larkin Philip (1) Lartigue Jacques-Henri (1) LaSalle Quartet (2) Laske Oskar (1) Lassus Orlandus (1) Laute (1) Lautner Karl Heinz (1) Le Concert Spirituel (1) Le Sidaner Henri (1) Leclair Jean-Marie (1) Ledoux Claude-Nicolas (1) Legrand Michel (1) Legrenzi Giovanni (1) Lehrer Tom (1) Leibl Wilhelm (1) Leibniz Gottfried Wilhelm (1) Lelkes Anna (1) Lem Stanisław (2) Lempicka Tamara (1) Leonardo (1) Leonhardt Gustav (1) Leopardi Giacomo (1) Les Amis de Philippe (1) Les Arts Florissants (1) Les Menestrels (1) Leslie George Dunlop (1) Lessing Gotthold Ephraim (1) Lethiec Michel (1) Letzbor Gunar (2) Levine James (1) Levitan Isaac (1) Lewon Marc (2) Leyden Aertgen Claesz. van (1) Lichtenberg Georg Christoph (3) Liebermann Max (3) Lied (8) Liederhandschrift (4) Ligeti György (1) Limburg Brüder von (1) Lincoln Christopher (1) Linden Jaap ter (1) Linos-Ensemble (2) Lipatti Dinu (1) Lippi Filippo (1) Lippold Richard (1) Liszt Franz (5) Literaturgeschichte (11) Literaturnobelpreis (2) Literaturwissenschaft (8) Litwin Stefan (1) Liu Xiao Ming (1) Lloyd Frank (1) Loewenguth Quartet (1) Logau Friedrich von (1) Loh Ferdinand (1) London Baroque (4) London Sinfonietta (1) London Symphony Orchestra Brass (1) Longhi Pietro (1) Loreggian Roberto (1) Lorenzetti Ambrogio (1) Loriod Yvonne (3) Lotto Lorenzo (1) Lucier Alvin (1) Lukas Ralf (1) Lukian (1) Lundin Bengt-Åke (1) Lutyens Elisabeth (1) Lutzenberger Sabine (1) Luzzaschi Luzzasco (1) Lydian String Quartet (1) Lyon Opera Orchestra (1) Lyrik (55) Maar Dora (1) Maar Michael (1) Mach Ernst (1) Machaut Guillaume de (2) MacLiammoir Micheál (1) Madrigal (11) Magnificat (3) Magritte Rene (1) Mahler Gustav (3) Mahler-Werfel Alma (1) Maillol Aristide (1) Malewitsch Kasimir (1) Mallarmé Stéphane (2) Mallon Kevin (1) Mamlok Ursula (1) Manet Edouard (4) Manfredini Francesco (1) Mannheimer Streichquartett (1) Mantovano Rossino (1) Marais Marin (2) Marc Aurel (1) Märchen (1) Marder Marc (1) Marenzio Luca (1) Margarete von Österreich (1) Marian Vasile (1) Marini Biagio (2) Marquard Odo (1) Marriner Neville (2) Marsden Stewart (1) Marti Corina (1) Martin Elias (1) Martin Peter (1) Martin Thomas (1) Martinon Jean (1) Martinu Bohuslav (2) Marx Joseph (2) Marx Wolfgang (1) Masaccio (2) Massys Quentin (1) Masters Robert (1) Mathematik (3) Matisse Henri (3) Mayer Steven (1) McCreesh Paul (1) McKenna Siobhan (1) McSweeney Mark (1) Medlam Charles (1) Mehta Zubin (1) Meister der Notnamen (1) Meister der weiblichen Halbfiguren (1) Mellon Agnès (1) Melos Quartett (3) Mendelssohn Bartholdy Felix (9) Mendelssohn Fanny (1) Menuhin Hephzibah (1) Menuhin Yehudi (4) Menzel Adolph (4) Mercer Shannon (1) Mermoud Philippe (1) Merula Tarquinio (1) Messe (16) Messerschmidt Franz Xaver (1) Messiaen Olivier (3) Metz Volker (1) Mey Guy de (1) Meyer Paul (1) Meyer Wolfgang (2) Meyrink Gustav (1) Michelangelo (3) Milhaud Darius (1) Millais John Everett (2) Minimax (1) Minnesang (1) Miró Joan (2) Modigliani Amedeo (1) Modrian Joszef (1) Moiseiwitsch Benno (1) Molenaer Jan Miense (1) Molique Bernhard (1) Monnier-Koenig Marianne (1) Monodie (1) Monroe Marilyn (1) Monteverdi Claudio (1) Moore Gerald (7) Moras Walter (1) Morel Christine (1) Morelli Giovanni (1) Mori Ikue (1) Mörike Eduard (1) Moroney Davitt (1) Morricone Ennio (1) Mortensen Lars Ulrik (2) Motette (6) Mozart W.A. (17) Mucha Stanislav (1) Muffat Georg (1) Mühe Ulrich (1) Müller Wilhelm (1) Musica Antiqua Köln (2) Musica Fiata (1) Musica Secreta (1) Muti Riccardo (1) Nadar (1) Nagano Kent (1) Nakamura Isao (1) Nancarrow Conlon (2) Napoleon (1) Nash Ensemble (1) Nattier Jean-Marc (1) Naturgeschichte (1) Nehring Karl-Heinz (1) Nerval Gerard de (1) Nestroy Johann (1) Neue Musik (106) New Haydn Quartet Budapest (2) New London Chamber Choir (1) New Philharmonia Orchestra (1) New York 1940s (1) Newman Barnett (1) Newman Marion (1) Nicolosi Francesco (1) Nielsen Quintet (1) Nikolaus von Verdun (2) Ninfa Fiorentina (1) Niquet Hervé (1) Nocturno (1) Noferini Andrea (1) Nofretete (1) Noras Arto (1) Norman Jessye (1) Nuova Consonanza (1) O'Connell Charles (1) O'Keeffe Georgia (1) Ochs Siegfried (1) Ockeghem Johannes (2) Ode (1) Odinius Lothar (1) Ohrenstein Dora (1) Oja Iris (1) Ökologie (1) Oktett (8) Olivier Johann Heinrich Ferdinand (1) Onczay Csaba (1) Onslow Georges (3) Oper (2) Oppenheimer Max (3) Oratorium (2) Orchesterlied (3) Orchestermusik (29) Orchesterstück (5) Orchestre de Paris (1) Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo (1) Orff Carl (1) Organosova Luba (1) Orgel (1) Orgelmesse (1) Ortega y Gasset José (1) Os Jan van (1) Osias Bert der Ältere (1) Ottensamer Ernst (1) Ouvertüre (1) Overbeck Friedrich (1) Ovid (1) Oxford Camerata (2) Pachelbel Johann (1) Pacher Michael (1) Pächt Otto (4) Pädagogik (1) Palmer Todd (1) Pank Siegfried (1) Pannonisches Blasorchester (1) Panofsky Erwin (1) Pape René (1) Parmigianino (1) Parnassi musici (2) Partita (4) Pasquier Bruno (1) Pasquier Régis (1) Patinir Joachim (2) Patzak Julius (1) Paul Jean (1) Paz Octavio (1) Pecha Peter (1) Pélassy Frédéric (1) Pellegrini-Quartett (1) Penderecki Krzysztof (1) Pennac Daniel (1) Pérès Marcel (1) Perlman Itzhak (3) Perugino Pietro (1) Peter Richard sen. (1) Petersen Quartett (1) Petrarca Francesco (4) Petronius Titus (1) Petrova Galina (1) Peyer Gervase de (1) Philharmonia Orchestra (3) Philharmonisches Oktett Berlin (1) Phillipps Thomas (1) Phillips Peter (1) Philosophie (21) Picasso Pablo (3) Pierce Joshua (1) Piero della Francesca (2) Pillney Karl Hermann (1) Pinterest (1) Piranesi (2) Pisano Andrea (1) Pitzinger Gertrude (1) Platen August von (1) Platschek Hans (1) Pleyel Ignaz (1) Pollack Jackson (1) Pollini Maurizio (1) Polyphonie (11) Pomian Krzysztof (1) Pöntinen Roland (1) Poppen Christoph (1) Posch Michael (1) Poulenc Francis (1) Pousseur Henri (1) Poussin Nicolas (1) Prague Piano Duo (1) Präludium (4) Prazak Quartet (1) Pré Jacqueline du (1) Prechtl Michael Mathias (1) Prendergast Maurice (1) Preucil William (1) Prey Hermann (1) Price Margaret (2) Pro Cantione Antiqua (1) Prokofjew Sergei (4) Prosa (30) Proust Marcel (1) Prunyi Ilona (1) Psalm (2) Psychologie (1) Purcell Henry (4) Quarrington Joel (1) Quartett (2) Quartetto Stauffer (1) Quator Calvet (2) Quator Pro Arte (3) Quevedo Francisco de (1) Quintana Juan Manuel (1) Quintett (1) Quintetto Arnold (1) Quintetto Fauré di Roma (1) Rachmaninow Sergei (2) Radio Baiern (1) Radio Beromünster (1) Raff Joachim (1) Raffael (1) Rameau Jean-Philippe (1) Ramm Andrea von (1) Rannou Blandine (1) Ravel Maurice (1) Ray Man (2) Recital (1) Reclams Universal-Bibliothek (1) Reger Max (5) Reicha Anton (1) Reichholf Josef Helmut (1) Reichow Jan Marc (1) Reimann Aribert (5) Reinecke Carl (2) Reiner Fritz (1) Reinhardt Ad (1) Reiser Hans (1) Reizenstein Franz (1) Reklame (2) Rembrandt (4) Remmert Birgit (2) Rémy Ludger (1) Renaissance (1) Repin Ilja Jefimowitsch (2) Requiem (5) Reyes Eliane (1) Rhodes Samuel (1) RIAS-Kammerchor (1) Ricardo David (1) Ricercar (1) Richter Karl (1) Richter Ludwig (1) Richter Swjatoslaw (2) Rider Rhonda (1) Rieger Christian (1) Riegl Alois (1) Riehn Rainer (1) Ries Ferdinand (2) Rihm Wolfgang (1) Rilke R M (2) Rimbaud Arthur (1) Ring Around Quartet & Consort (1) Rinuccini Ottavio (1) Rizzoli Achilles (1) Robert Hubert (1) Rodin Auguste (2) Rohbock Ludwig (1) Roloff Helmut (1) Romantik (148) Romanze (2) Romero Pepe (1) Rondeau (1) Rondo (2) Ronsard Pierre de (1) Rops Felicien (1) Rorty Richard (1) Rosbaud Hans (1) Rose Consort of Viols (1) Rösel Peter (1) Rossetti Dante Gabriel (1) Rossi Salomone (1) Rossini Gioachino (1) Rostropowitsch Mstislaw (3) Rothko Mark (2) Rousseau Henri (1) Rousseau Jean-Jacques (2) Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam (1) Rubens Peter Paul (1) Rubenstein Matthew (1) Rubinstein Anton (2) Rubinstein Artur (2) Rubio Quartet (1) Rudolf von Rheinfelden (1) Rundfunkchor Leipzig (1) Russ Leander (1) Russian Philharmonic Orchestra (1) Rychner Max (2) Rzewski Frederick (3) Sachs Joel (3) Saint-Exupéry Antoine de (1) Saint-Saëns Camille (1) Sainte-Beuve (1) Salve Regina (1) Sandburg Carl (1) Sander August (1) Sanderling Kurt (1) Santiago Enrique (1) Saraceni Carlo (2) Saranceva Ekaterina (1) Sarasate Pablo de (2) Sartre Jean-Paul (1) Satie Erik (1) Savall Jordi (2) Savery Roelant (1) Sawallisch Wolfgang (1) Scarlatti Domenico (2) Scelsi Giacinto (3) Sceve Maurice (1) Schadow Friedrich Wilhelm (1) Schadow Johann Gottfried (1) Schalansky Judith (1) Schall Johanna (1) Scharinger Anton (1) Schedel'sche Weltchronik (1) Scheidt Samuel (1) Scherbakow Konstantin (1) Scherchen Hermann (1) Schiff András (1) Schiller Alan (1) Schiller Friedrich (3) Schillinger Joseph (1) Schindler Xenia (1) Schlichtig Hariolf (2) Schlüter Wolfgang (3) Schmelzer Johann Heinrich (1) Schmidt Franz (3) Schmidt Heinrich (1) Schmitt-Leonardy Wolfram (1) Schmitz Rainer (1) Schnabel Artur (6) Schnabel Artur (K) (3) Schnädelbach Herbert (1) Schneider Alexander (1) Schneider Gottfried (1) Schneider Manfred (1) Schnurre Wolfdietrich (1) Schobert Johann (1) Schoenbach Sol (1) Schola Cantorum Stuttgart (1) Schola Hungarica (1) Schönberg Arnold (9) Schop Johann (1) Schopenhauer Arthur (2) Schostakowitsch Dmitri (4) Schreckenbach Gabriele (1) Schröder Felix (1) Schröder Wolfgang (1) Schubert Franz (22) Schubert Peter (1) Schulkowsky Robyn (1) Schulz Robert (1) Schumann Clara (3) Schumann Robert (15) Schütz Heinrich (2) Schwannberger Sven (1) Schwartz Felix (1) Schwarzkopf Elisabeth (4) Schweitzer Albert (1) Seefried Irmgard (1) Segantini Giovanni (2) Seltzer Cheryl (3) Semiotik (1) Semperconsort (1) Senallié le Fils Jean-Baptiste (1) Septett (7) Serkin Rudolf (2) Sermisy Claudin de (1) Serow Valentin Alexandrowitsch (1) Seurat Georges (1) Seuse Heinrich (1) Sextett (4) Sgrizzi Luciano (1) Shakespeare William (3) Shelton Lucy (1) Sherman Cindy (1) Shulman Nora (1) Sibelius Jean (1) Sicinski Adam (1) Silvestri Constantin (1) Simpson David (1) Simpson Derek (1) Sinopoli Giuseppe (1) Sitkovetsky Dmitri (1) Sitwell Dame Edith (1) Skordatur (1) Skrjabin Alexander (2) Skrowaczewski Stanislaw (1) Slávik Ján (1) Smith Fenwick (1) Smith Hopkinson (2) Smith Logan Pearsall (1) Smith Tim (1) Smullyan Raymond (1) Sobeck Johann (1) Soentgen Jens (1) Solo (4) Solomon (1) Sommer Andreas Urs (2) Sonar String Quartet (1) Sonare-Quartett (1) Sonate (9) Song (5) Sönstevold Knut (1) Souzay Gérard (1) Soziologie (2) Spengler Oswald (1) Spiri Anthony (1) Spitzer Leo (1) Spitzweg Carl (1) Spohr Louis (5) Staatskapelle Dresden (3) Stabat Mater (1) Stallmeister Britta (1) Stamitz Quartet (2) Stampa Gaspara (1) Stamper Richard (1) Starke Gerhard (1) Starker Janos (1) Stasny Leopold (1) Steck Anton (1) Stein Leonard (1) Stern Bert (1) Sternberg Josef von (1) Stewart Paul (1) Still Clyfford (1) Stöhr Adolf (1) Stosskopff Sébastien (1) Strauss Johann jr (1) Strauss Richard (2) Strawinsky Igor (1) Streichquartett (50) Streichquintett (11) Streichsextett (8) Streichtrio (12) Stuck Franz von (1) Studio der Frühen Musik (1) Suite (4) Suitner Otmar (1) Suk Josef (1) Sullivan Arthur (1) Summerly Jeremy (2) Sunkist (1) Suske Conrad (1) Sweelinck Jan Pieterszoon (1) SWF Symphony Orchestra (1) Swift Jonathan (1) Symphonie (2) Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (1) Szedlak Bela (1) Szell George (1) Szeryng Henryk (2) Szigeti Joseph (1) Szymanowski Karol (1) Taborn Craig (1) Tacchino Gabriel (1) Tachezi Herbert (1) Takahashi Yuji (1) Tal Yaara (1) Tallis Thomas (1) Tanguy Yves (1) Tanz (1) Tapisserie (1) Tarrete Virginie (1) Tasso Torquato (1) Taverner John (1) Te Deum (1) Technikgeschichte (3) Telemann G P (1) Teniers David d.J. (2) Terekiev Victoria (1) The Academy of St Martin-in-the-Fields Chamber Ensemble (1) The Ames Piano Quartet (2) The Danish Quartet (1) The Dartington Piano Trio (1) The Hilliard Ensemble (1) The Parley of Instruments (1) The President's Own United States Marine Band (1) The Scholars Baroque Ensemble (2) The Sixteen (1) The Solomon Trio (1) The Sound and the Fury (1) The Tallis Scholars (1) The William Byrd Choir (1) Theaterwissenschaft (1) Theodizee (1) Theologie (2) Theremin (1) Thibaud Jacques (1) Thoma Hans (1) Thomas Dylan (1) Thomas von Aquin (1) Thompson Curt (1) Tieck Ludwig (1) Tiedemann Rolf (1) Tietze Heinrich (1) Timm Jürnjakob (1) Tinguely Jean (1) Tintoretto (1) Tizian (3) Tobey Mark (1) Toccata (2) Tölzer Knabenchor (1) Tomböck Johannes (1) Tomböck Wolfgang (1) Torberg Friedrich (1) Toulouse-Lautrec Henri de (2) Tour George de la (3) Tragicomedia (1) Trakl Georg (1) Triendl Oliver (2) Trio (6) Trio 1790 (2) Trio Bell'Arte (1) Trio Cascades (1) Trio Opus 8 (1) Trio Recherche (1) Triosonate (14) Triple Helix (1) Tromboncino Bartolomeo (2) Tschaikowski Pjotr Iljitsch (6) Tudor David (1) Turina Joaquín (1) Turina-Trio (1) Turing Alan (1) Turner Bruno (1) Turner Gavin (1) Turner William (3) Uccello Paolo (1) Uemura Kaori (1) Uhde Fritz von (1) Uhland Ludwig (1) Ullmann Viktor (1) Umweltpolitik (1) Uppsala Chamber Soloists (1) Ut Musica Poesis (1) Valadon Suzanne (1) Valéry Paul (2) Van Swieten Trio (1) Variation (11) Vasari Giorgio (1) Vega Lope de (1) Veit Philipp (1) Velázquez Diego (3) Verdi Giuseppe (2) Vergilius Vaticanus (1) Vermeer Jan (3) Vermillion Iris (1) Verse Anthem (1) Vico Giambattista (1) Victor Symphony Orchestra (1) Video (1) Vignoles Roger (2) Villancico (1) Violakonzert (1) Violasonate (2) Violenconsort (1) Violinkonzert (3) Violinsonate (32) Visse Dominique (3) Vitali Giovanni Battista (1) VivaVoce (1) Vokal (109) Volkmann Robert (1) Volkswirtschaft (2) Voltaire (1) Voorhees Donald (1) Vossler Karl (2) Vouet Simon (1) Vuataz Roger (1) Wabo Keisuke (1) Wächter Peter (1) Wagner Jan (1) Wagner Otto (1) Waldmüller Ferdinand Georg (1) Wallenstein Alfred (1) Wallfisch Ernst (1) Wallin Ulf (1) Wallisch Leonhard (1) Walter Bruno (Komponist) (1) Walzer (3) Warburg Aby (1) Waters Rodney (1) Weber Andreas Paul (1) Weber Carl Maria von (1) Webern Anton (9) Weeks James (1) Weibel Peter (1) Weigle Sebastian (1) Weill Kurt (3) Weissenberg Alexis (1) Weißenborn Günther (1) Welser-Möst Franz (1) Wengoborski-Sohni Eva (1) Werner Oskar (1) Wert Giaches de (1) Westphal Gert (2) Westphal-Quartett (1) Weyden Goswin van der (1) Weyden Rogier van der (3) Whicher Monica (1) Whistler James McNeill (1) Whitman Quartet (1) Widmung: Anchusa (1) Widmung: Dmitry (1) Widmung: Edmond (1) Widmung: Horacio (1) Widmung: Mastranto (1) Widmung: Sankanab (1) Wieman Mathias (1) Wiener Horn (1) Wiener Oktett (1) Wiener Philharmoniker (1) Wiener Streichtrio (1) Wilckens Friedrich (1) Wilhelm Gerhard (1) Wilhelm von Ockham (1) Wille Friedrich (1) Wille Oliver (1) Williams Jenny (1) Williams Roderick (1) Wilson Edmund (1) Wilson Roland (1) Winckelmann Johann Joachim (1) Winter Susanne (1) Winterhalter Franz Xaver (1) Wittgenstein Ludwig (2) Witz Konrad (1) Wohltemperiertes Klavier (2) Wolf Hugo (3) Wölfel Martin (1) Wolff Christian (1) Wolkenstein Oswald von (1) Wood James (1) Wood Jasper (1) Wordsworth William (1) Worringer Wilhelm (1) Wrubel Michail (1) Wuorinen Charles (1) Xenakis Iannis (1) Yablonsky Dmitry (1) Yeats William Butler (2) Yim Jay Alan (1) Young La Monte (1) Zelenka Jan Dismas (1) Zemlinsky Alexander (1) Zemlinsky Quintett Wien (1) Zender Hans (1) Ziesak Ruth (2) Zilcher Hermann (1) Zimansky Robert (1) Zimmermann Tabea (1) Zischler Hanns (2) Zlotnikov Kyril (1) Znaider Nikolaj (1) Zoologie (1) Zukerman Pinchas (1) Zukofsky Paul (2) Zutphen Wim van (1)