14. September 2018

Chausson: Poème de l’amour et de la mer – Chanson perpétuelle - Mélodies

Der brutale Tod Ernest Chaussons an einem Fahrradunfall am 10. Juni 1899 war eine schlimme Erschüttterung für die Musikwelt. Er war nur vierundvierzig Jahre alt geworden, und nach langem Tasten und schmerzlichem Suchen hatte er sich seit einigen Jahren erst richtig gefunden. Denn die Musik kam ihm nicht leicht und er lebte im ewigen Zweifeln an sich selber und an seinem Talent. Kein Frühbegabter, hatte er nur knappe zwanzig Jahre, um der Nachwelt sein Vermächtnis zu hinterlassen. Trotzdem brachte er es auf 30 Opusnummern, darunter eine grosse Oper, Le Roi Arthus, trotz unvermeidlicher Treffpunkte mit Wagners Tristan (schon wegen des Stoffes) ein Zentralwerk in seinem Schaffen und eine der schönsten französichen Opern überhaupt. An Orchesterwerken hinterliess er die meisterhafte Symphonie in B-dur, zwei sinfonische Dichtungen und das berühmte Poème für Violine und Orchester.

Das bevorzugte Gebiet dieses Dichters des innerlichen Lebens war jedoch — ähnlich wie für Fauré oder Brahms — die instrumentale Kammermusik (ein Trio, zwei Quartette, ein Sextet) und das Klavierlied. In letztgenannter Gattung hinterliess er an die vierzig Stücke. Zweimal hat er aber die Singstimme durch das Orchester begleiten lassen, und diese beiden Werke — Meisterwerke — sind auf unserer Platte vereinigt.

Chronologisch, menschlich und künstlerisch erscheint uns Ernest Chausson als das ideale Bindeglied zwischen seinem Meister Cesar Franck (vor allem in den grossen Instrumentalformen und in der Tristannahen Chromatik) und seinem Freund und Schützling Debussy, der nur sieben Jahre jünger war als er selbst. Vieles aus seiner Feder — vor allem im Vokalschaffen — klingt nahezu impressionistisch, sein Orchestersatz, viel farbiger und lockerer als bei César Franck, zeugt schon von nahezu Debussyartiger Feinheit und Durchsichtigkeit, und seine Harmonik ist ein seltsames Zusammenschmelzen von postromantischer Chromatik und impressionnistischer Modalität, während seine Melodik pentaphone Gebilde miteinbezieht, die bei Franck niemals zu finden sind.

Ernest Chausson
Obwohl sich die Oper und die Symphonie gelegentlich zu hehrer, heldenhafter Grösse erheben, bevorzugt Chausson vor allem Ausdrucksbereiche von stiller, verträumter Schwermut. Die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren, die Trauer über die gestorbene Liebe, alles Spiegelbild des allgemeinen Weltschmerzes des späten 19.Jahrhunderts, kehren in seiner Musik stets wieder, und vielleicht nirgends eindrucksvoller als in seinem anspruchsvollsten Vokalwerk, das in langer, mühsamer Arbeit zwischen 1882 und 1890 entstandene Poème de l’amour et de la mer opus 19. Das halbstündige Werk, dessen zwei Teile durch ein ergreifendes Orchesterzwischenspiel getrennt sind, ist weit mehr als ein Orchesterlied, aber auch keine Kantate, und lässt sich mit keinem anderen Werk vergleichen — am ehesten noch mit Schrekers Vom Ewigen Leben. Man kann es aber auch als ein französisches Gegenstück zu Mahlers Vokalwerken ansehen. Die Gedichte Bouchors (ein Freund des Komponisten) sind ausgesprochen schwach, aber die herrliche Musik lässt das rasch vergessen. Vieles in der Vokallinie und in der prächtigen Seelandschaftsmalerei des Orchesters deutet schon unverkennbar auf Debussys Pelléas hinaus!

Chanson perpétuelle, am 17. Dezember 1898 abgeschlossen, ist Chaussons letztes vollständiges Werk: in den nächsten Monaten schrieb er noch drei Sätze seines unvollendet gebliebenen Streichquartettes. Wieder handelt es sich in Charles Cros wunderschönem Gedicht um die Trauer einer gestorbenen Liebe, nur ist hier die Frau die Verlassene. Das bezaubernde Stück existiert in voller Orchesterfassung, jedoch klingt es noch ergreifender in der Fassung mit Streichquartett und Klavier.

Chausson hat nie etwas vollendeteres geschrieben als dieses Vermächtnis, jedoch hatte er schon sehr früh seine eigene Stimme gefunden, wie es das Heft seiner ersten veröffentlichten Kavierlieder, Sept Mélodies opus 2 bezeugt. Das früheste (Le Charme) entstand schon 1879, Les Papillons und La dernière Feuille folgten 1880, Sérénade italienne und Le Colibri endlich 1882. Les Papillons, ein lebhaftes vokales Scherzo, entgeht ganz der Chausson üblichen Schwermut, und auch Le Colibri, mit seinem seltsamen Fünfvierteltakt, zeigt die Vielfalt seiner Erfindungskraft. Neben Fauré und Debussy verdient der Liederkomponist Chausson gewiss einen Ehrenplatz in der französischen Musik.

Quelle: Namenloser Autor im Booklet


Track 5: Le Colibri, Op.2 no.7 (Leconte de Lisle)


TRACKLIST


Ernest Chausson
1855-1899

Poème de l'amour et de la mer
Chanson perpétuelle 
Mélodies

Poème de l'amour et de la mer p. voix et orch. op. 19 
(Maurice Bouchor) 
Poem of Love and the Sea 
Das Lied von der Liebe und dem Meer

01 I. La Fleur des eaux                                    [11:52]
   The Flower of the waters / Die Blume der Gewässer
02 Interlude                                               [02:21]
   Interlude / Orchesterzwischenspiel
03 II. La Mort de l'Amour                                  [13:33]
   The Death of Love / Der Tod der Liebe

04 Chanson perpétuelle op. 37                              [07:22]
(Charles Cros)             
Perpetual Song / Das ewig währende Lied
Pour soprano, piano et quatuor à cordes 
for soprano, piano and string quartett
für Sopran, Klavier und Streichquartett

Mélodies
Melodies / Melodien
05. Le Colibri, Op. 2 no. 7 (Charles Leconte de Lisle)     [02:29]
    The Humming-bird / Der Kolibri
06. Sérénade italienne, Op. 2 no. 5 (Paul Bourget)         [02:30]
    Italian Serenade / Italienische Serenade
07. La dernière feuille, Op. 2 no. 4 (Théophile Gautier)   [01:48]
    The last leaf / Das letzte Blatt
08. Les Papillons, Op. 2 no. 3 (Théophile Gautier)         [01:11]
    Butterflies / Die Schmetterlinge
09. Le Charme, Op. 2 no. 2 (Armand Silvestre)              [01:36]
    Charm / Der Zauber

                                              Total Timing [44:46]

Jessye Norman, soprano
Michel Dalberto, piano
Lane Anderson, solo cello (1-3)
Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo - Armin Jordan, conductor (1-3)
Ronald Patterson, violin 1 (4)
Salvatore Sansalone, violîn 2 (4)
Jean-Pierre Pigerre, viola (4)
Lane Anderson, cello (4)

Recording supervision: Michel Garcin - Sound engineer: Pierre Lavoix
Editing: Francoise Garcin
(P) 1983 (C) 2002 


Ambrose Bierce


Aus dem Wörterbuch des Teufels


BACCHUS, Subst.: Eine nützliche Gottheit, von den Alten erfunden als Vorwand dafür, sich zu besaufen.

Ist’s Sünde denn, dem Gott zu dienen?
Wie dürfen, wenn wir Bacchus ehren,
Frech die Liktoren sich erkühnen,
Uns zu verbleun und einzusperren?
Jorace

BANDIT, Subst.: Eine Person, die A mit Gewalt abnimmt was A mittels Arglist dem B abgenommen hat.

BANKKONTO, Subst.: Wohltätige Spende zur Unterstützung einer Bank.

BARDE, Subst.: Eine Person, die Verse schmiedet. Das Wort ist eines der zahlreichen aliases, hinter denen der Dichter seine ldentität zu verschleiern und der Schmach zu entrinnen sucht.

BARMHERZIGKEIT, Subst.: Eine liebenswerte Eigenschaft des Herzens, die uns veranlaßt, anderen die Laster und Sünden nachzusehen, denen wir selbst frönen.

BAROMETER, Subst.: Ein sinnreiches Instrument, das anzeigt, was für Wetter wir haben.

BAUCH, Subst.: Schrein für den Gegenstand aufrichtigster Ergebenheit des Menschen.

BAUFÄLLIG, Adj.: Einem bestimmten architektonischen Stil zugehörig, der anderenorts als der Normal-amerikanische bekannt ist. Die meisten öffentlichen Gebäude der Vereinigten Staaten gehören in die Stilrichtung ›Baufällig‹, obwohl einige unserer früheren Architekten die Ironische bevorzugten. Kürzliche Anbauten ans Weiße Haus in Washington sind Theo-Dorisch nach dem kirchlichen Orden der Dorianer. Sie sind ausnehmend elegant und kosten einhundert Dollar der Ziegel.

BEDAUERN, Subst.: Der Satz in der Tasse des Lebens.

BEGABUNG, Subst.: Das natürliche Rüstzeug, um einen kleinen Teil der niedrigeren Ambitionen zu befriedigen, die begabte Menschen von toten unterscheiden. In letztendlicher Analyse wird man feststellen, daß Begabung für gewöhnlich in einem hohen Grad aus feierlichem Ernst besteht. Gleichwohl wird diese beeindruckende Eigenschaft vielleicht zu Recht geschätzt; es ist kein leichtes Unterfangen, feierlich-ernst zu sein.

BEGÜNSTIGEN, Verb: Sich jemanden verpflichten; die Basis für eine künftige Erpressung schaffen.

BEICHTE, Subst.: Ein Platz, wo der Priester sitzt, um die großen Sünden zu vergeben und mit Vergnügen von den kleinen zu hören.

BEIFALLKLATSCHEN, Subst.: Währungseinheit, mit der das gemeine Volk denjenigen bezahlt, der es kitzelt und verschlingt.

BEKANNTSCHAFT, Subst.: Jemand, den wir gut genug kennen, um von ihm zu borgen, aber nicht gut genug, um ihm zu leihen. Ein als flüchtig zu bezeichnender Grad von Freundschaft, wenn die Zielperson arm oder unbedeutend ist, und als eng, wenn sie reich oder berühmt ist.

BELLADONNA, Subst.: Im Italienischen eine schöne Dame; im Englischen ein tödliches Gift. Trelfendes Beispiel für die wesentliche Identität der zwei Sprachen.

BEMERKENSWERT, Adj .: Die Art und Weise, mit der dieser dumme Jones da vorankommt, während wir, die wir so viel begabter sind, kaltgestellt werden.

BENEHMEN, Subst.: Eine Erfindung des Teufels, um seinen Anhängern Zugang zur guten Gesellschaft zu verschaffen.

BENENNEN, Verb: Für den gewichtigsten politischen Posten ausersehen. Eine geeignete Person vorschlagen, die sich den Schlammwürfen und beleidigenden Ausfällen der Opposition aussetzt.

BEREDTSAMKEIT (I), Subst.: Eine Methode, Narren zu überzeugen. Diese Kunst wird für gewöhnlich in Gestalt eines kleinen, glatzköpfigen Mannes dargestellt, der über einem Wasserglas gestikuliert.

BEREDTSAMKEIT II), Subst.: Die Kunst, Narren vermittels des gesprochenen Wortes davon zu überzeugen, daß Weiß die Farbe ist, die es zu sein scheint. Sie schließt auch die Gabe ein, jegliche Farbe weiß erscheinen zu lassen.

BESCHULDIGEN, Verb: Einem anderen boshafterweise die verderbten Handlungen zuschreiben, die selbst zu begehen man keine Versuchung oder keine Gelegenheit hatte.

BESITZ, Subst.: Ein Vorteil, der A erwächst, indem er B das Recht verweigert, das Eigentum von C zu nehmen.

BESTECHUNG, Subst.: Das, was ein Mitglied der kalifornischen Legislative befähigt, ohne jegliches unehrliche Wirtschaften von seinem Gehalt zu leben.

BETEN, Verb: Darum bitten, daß die Gesetze des Universums zugunsten eines einzelnen Bittstellers für nichtig erklärt werden, der dessen offenbar unwürdig ist.

BETRUG, Subst.: Lebensinhalt des Handels, Seele der Religion, Lockmittel beim Liebeswerben und Grundlage politischer Macht.

BETRÜGER Subst.: Ein konkurrierender Bewerber um öffentliche Ehrungen.

BETRUNKEN, Adj.: blau, besoffen, zu, beschwipst, angesäuselt, stinkbesoffen, voll, bezecht, beduselt, schiefgeladen, berauscht, trunken, stockbesoffen, gehoben, duhn, grau, halb drüben, sternhagelvoll, angeheitert, benebelt, blerselig, angetüdelt, weggetreten, ausgerastet, angegast usw.

BETTLER, Subst.: Eine Pest, die den leidenden Reichen auf unangenehme Weise befällt.

BEVORSTEHEND, Adj.: Das Chaos.

BEVORZUGUNG Subst.: Ein Empfinden oder Geisteszustand, der auf der irrigen Annahme fußt, daß ein Ding besser sei als ein anderes.
Ein alter Philosoph, der die Überzeugung vertrat, das Leben
sei nicht besser als der Tod, wurde von einem Schüler gefragt,
warum er dann nicht stürbe. »Weil der Tod nicht besser als das
Leben ist«, erwiderte er. »Dieses ist länger.«

BEWEGUNG, Subst.: Eine Eigenschaft, Bedingung oder ein Zustand der Materie. Die Existenz und Moglichkeit der Bewegung wird von vielen Philosophen bestritten. Sie weisen darauf hin, daß ein Ding sich nicht dort bewegen kann, wo es ist, und auch nicht da, wo es nicht ist. Andere sagen mit Galileo. ›Und sie bewegt sich doch.‹ Es ist nicht Sache des Lexikographen, hier zu entscheiden.
›Wie bezaubernd ist göttliche Philosohie!.‹ Milton

BEWEIS, Subst.: Ein Tatumstand, der eine Spur plausibler ist als der der Unwahrscheinlichkeit. Die Aussage zweier glaubwürdiger Zeugen im Gegensatz zu der nur eines einzelnen.

BEWUNDERUNG, Subst.: Unser höfliches Eingeständnis der Übereinstimmung eines anderen mit uns selbst.

BIBEL, Subst.: Die heilige Schrift unserer heiligen Religion im Unterschied zu den unwahren und gottlosen Werken, auf die sich alle anderen Glaubenslehren gründen.

BIBELZITAT, Subst.: Auf der Kanzel veraltet, jetzt von der Politik verdrängt.

BIGAMIE, Subst.: Eine Geschmacksverirrung, für welche die Weisheit der Zukunft eine Strafe namens Trigamie zumessen wird.

BILDUNG, Subst.: Das, was dem Weisen seinen Mangel an Erkenntnis offenbart und dem Törichten verbirgt.

BIOGRAPHIE, Subst.: Der literarische Tribut, den ein kleiner Mann einem großen zollt.

BOTSCHAFTER, Subst.: Ein hochrangiger Gesandter, von einer Regierun in die Hauptstadt einer anderen geschickt, um den Willen seiner Gattin auszuführen.

BRANNTWEIN, Subst.: Ein Stärkungsmlttel fürs Herz, bestehend aus einem Teil Blitz und Donner, einem Teil Reue, zwei Teilen blutigen Mordes, einem Teil Tod-Hölle-und-Grab, zwei Teilen gereinigten Satans und vier Teilen heiligen Moses! Dosierung: standig einen Kopfvoll. Branntwein soll, nach Emerson, wie ich glaube, das Getränk der Helden sein. Ich würde anderen gewiß nicht raten ihn anzutasten. Nebenbei bemerkt schmeckt er recht gut.

BRECHMITTEL, Subst.: Eine Substanz, die den Magen veranlaßt ein jähes und enthusiastisches Interesse an äußeren Angelegenheiten zu bekunden.

BUDDHISMUS, Subst.: Eine widerliche Form religiösen Irrtums, die boshafterweise von etwa drel Vierteln der menschlichen Rasse bevorzugt wird. Nach Rev. Dr. Stebbins ist sie der Religion, welche auszulegen er die Ehre hat, unendlich überlegen. Deshalb gibt es sie.

BUSSFERTIG, Adj.: Bestrafung erleidend oder erwartend.



CHOR, Subst.: In der Oper eine Bande heulender Derwische, die den Zuhörern Angst einjagen, während die Sanger Luft holen.


DADO, Subst.: Etwas Dekoratives, für das die Ästheten keine bessere Bezeichnung wissen.

DAME, Subst.: So bezeichnen Menschen von niedriger Gesinnung eine Frauensperson. Ein Vizegouverneur von Kalifornien und Direktor des Staatsgefangnisses meldete einst die Zahl der in seiner Obhut befindlichen Gefangenen: ›931 Männer und 27 Damen.‹

DANKBARKEIT, Subst.: Ein Gefühl, das zwischen empfangener und erwarteter Wohltat liegt.

DEGRADIERUNG, Subst.: Eine der Stufen moralischen und sozialen Fortschritts von privater Stellung zu politischer Beförderung.

DEJEUNER, Subst.: Das Frühstück eines Amerikaners, der in Paris gewesen ist. Aussprache unterschiedlich.

DEMAGOGE, Subst.: Ein politischer Gegner.

DEMUT, Subst.: Schickliche und allgemein übliche Geisteshaltung angesichts von Reichtum oder Macht. Besonders einem Angestellten zu empfehlen, wenn er sich an seinen Dienstherrn wendet.

DEUTSCHER, Subst.: Ein Kerl, der mächtig stolz war (und mächtig fade dazu), von Deutschland ›rüberzukomm‹. Is’s nich so?

DIAGNOSE, Subst.: Die Vorhersage eines Arztes über den Verlauf einer Krankheit anhand des Pulsschlags und der Geldbörse des Patienten.

DIPLOMATIE, Subst.: Die patriotische Kunst, fürs Heimatland zu lügen.

DISKUSSION, Subst.: Eine Methode, andere in ihren Irrtümern zu bestärken.

DOKTOR, Subst: Ein Herr, der durch Krankheit gedeiht und an Gesundheit stirbt.

DOLMETSCHER, Subst.: Jemand, der zwei verschiedene Sprachen sprechende Personen in die Lage versetzt, einander zu verstehen, indem er ihre Worte jeweils so wiedergibt, daß sie ihm zum Vorteil gereichen.

DRUCKTYPE, Subst.: Lästige Metallstücke, von denen man annimmt, daß sie Zivilisation und Aufklärung zerstören, ungeachtet ihres offensichtlichen Mitwirkens an diesem unvergleichlichen Wörterbuch.

DUMMKOPF, Subst.: Ein Mitglied der herrschenden Dynastie, in der Literatur und im Leben. Die Dummköpfe kamen mit Adam auf die Welt, und da sie sowohl zahlreich als auch robust waren, haben sie den bewohnbaren Teil der Erde überflutet. Das Geheimnis ihrer Macht liegt in ihrer Unempfindlichkeit für Schläge; man kitzelt sie mit einem Knüttel, und sie lachen mit einer nichtssagenden Bemerkung. Die Dummköpfe stammen ursprünglich aus Böotien, von wo die Gefahr sie vertrieb, Hungers zu sterben, da ihre Stumpfsinnigkeit die Ernten im Keime erstickte. Einige Jahrhunderte lang suchten sie Philistia heim, und viele von ihnen werden noch heute als Philister bezeichnet. In den stürmischen Zeiten der Kreuzzüge zogen sie sich von dort zurück und breiteten sich allmählich über ganz Europa aus, wobei sie bald die meisten hohen Posten in der Politik, Kunst, Literatur, Wissenschaft und Theologie innehatten. Da ein Kommando Dummköpfe mit den Pilgern auf der ›Mayflower‹ herüberkam und einen vorteilhaften Bericht über das Land lieferte, gestaltete sich ihr Zuwachs durch Geburt, Einwanderung und Bekehrung schnell und stetig. Den zuverlässigsten Statistiken nach beträgt die Zahl erwachsener Dummköpfe in den Vereinigten Staaten nur wenig unter dreißig Millionen, die Statistiker eingeschlossen. Das intellektuelle Zentrum dieser Rasse liegt etwa in der Gegend von Peoria, Illinois, aber der Neuengland-Dummkopf ist das haarsträubendste Gegenstück.

EGAL, Adj; Ebenso schlecht wie etwas anderes.

EHELICH, Adj.: (lat. con gegenseitig, und jugum das Joch). Bezieht sich auf eine volkstümliche Art von Zuchthausstrafe — das Zusammenkoppeln von zwei Narren durch einen Pfaffen.

EHRENRÜHRIG, Adj.: Etwas in der Art einer Exkommunizierung ohne jede Privilegien.

EHRGEIZ, Subst.: Ein überwältigendes Verlangen, zu Lebzeiten von den Feinden geschmäht und nach dem Tod von den Freunden lächerlich gemacht zu werden.

EHRLICH‚ Adj; In seinem Handeln durch eine Hemmschwelle behindert.

EID, Subst.: Im Gerichtswesen die feierliche Berufung auf eine Gottheit, für das Gewissen verbindlich durch eine Strafe für Meineid.

EIGENDÜNKEL, Subst.: Selbstachtung bei jemandem, der uns nicht gewogen ist.

EINDRINGLING‚ Subst.: Eine Person, die man nicht allzu überstürzt rausschmeißen sollte — es könnte ein Reporter sein.

EINMAL, Adv.: Genug.

EINWANDERER, Subst.: Eine unaufgeklärte Person, die glaubt, ein Land sei besser als ein anderes.

ELFENBEIN, Subst.: Ein von der Natur freundlicherweise zur Verfügung gestelltes Material zur Herstellung von Billardkugeln; es wird zumeist den Mäulern von Elefanten entnommen.

ELSTER, Subst.: Ein Vogel, dessen Neigung zu stehlen gewisse Leute auf den Gedanken brachte, man könne ihn das Sprechen lehren.

ELYSIUM, Subst.: Der Himmel der Alten. Nichts kann mehr belustigen als diese primitive Vorstellung: anstatt goldener Wolken, Harfen, Kronen und eines großen weißen Thrones gab es Felder, Haine, Flüsse, Blumen und Tempel. Im alten Elysium haben wir ein einzigartiges Beispiel für die Minderwertigkeit heidnischer Vorstellungen gegenüber christlichem Wissen.

EMOTION‚ Subst.: Eine kräftezehrende Krankheit, hervorgerufen durch die Anweisung des Herzens an den Kopf. Sie wird zuweilen von einem reichlichen Ausfluß Chlornatriumhydrats aus den Augen begleitet.

EMPFEHLUNG, Subst.: Der Tribut, den wir Leistungen zollen die den unseren ähneln, ihnen indes nicht gleichkommen.

ENTSCHLOSSEN, Adj; Beharrlich auf eine Art und Weise, die wir billigen.

(SICH) ENTSCHULDIGEN, Verb: Die Grundlage für eine künftige Kränkung legen.

EPIDEMIE, Subst.: Eine Krankheit von geselligem Wesen und mit wenig Vorurteilen.

EPIDERMIS, Subst.: Jene dünne Hülle, die unmittelbar außerhalb der Haut und unmittelbar innerhalb des Schmutzes liegt.

ERBÄRMLICH, Adj; Der Zustand eines Feindes oder Gegners nach einer imaginären Auseinandersetzung mit unsereinem.

EREMIT, Subst.: Eine Person, deren Laster und Torheiten von ungeselliger Natur sind.

ERFINDER, Subst.: Eine Person, die Räder, Hebel und Federn in sinnreicher Weise anordnet und glaubt, das sei Zivilisation.

ERFOLG, Subst.: Die einzige unverzeihliche Sünde wider seinen Nächsten. In der Literatur, insbesondere in der Dichtkunst, sind die Elemente des Erfolgs höchst einfach und werden in den folgenden Zeilen des ehrwürdigen Pater GassalascabJape, die aus rätselhaftem Grund ›John A. Joyce‹ betitelt sind, auf bewundernswerte Weise dargelegt.
Was macht einen Dichter und führt ihn zum Glück?
Prosaischen Geist er bewahre,
Ein Buch, rotes Halstuch, entrückten Blick
Und hexameterlange Haare.
Dein mageres Denken bekommt dem Leib gut;
Trägst lang du die Haare, dann sparst du den Hut.

ERFRISCHEND, Adj.: Einem Menschen zu begegnen, der alles glaubt, was er in der Zeitung liest.

(SICH) ERKENNTLICH ZEIGEN, Verb: Von der ›begabten Feder‹ eines Menschen zu schreiben, wenn dieser deine ›kühne Vorstellungskraft‹ erwähnt hat.

ERMÜDUNG, Subst.: Zustand eines Philosophen, nachdem er über menschliche Weisheit und Tugend nachgedacht hat.

ERMUTIGEN, Verb: Einen Toren in einer Torheit bestärken, die ihm allmählich Schmerz bereitet.

ERNST, Adj; Die kritischen Bemerkungen eines neiderüllten Greises über die Torheiten der Jugend.

ERREGUNG, Subst.: In der Moral ein Gefühl, in der Medizin eine Krankheit. Für eine junge Frau bedeutet eine Erregung des Herzens Liebe, für einen Arzt kann sie ein Anzeichen von Herzverfettung sein. Der Unterschied liegt lediglich in der Terminologie.

ERRÖTEN, Subst.: Ein früher besonders bei Frauen äußerst beliebtes Verfahren. In jüngerer Zeit jedoch als verlorene Kunst außer Gebrauch gekommen, wiewohl das moderne Fräulein durch fleißiges Üben noch immer irnstande sein wird, es zuwege zu bringen, auf die Gefahr hin, in Gewahrsam genommen und wegen Schlagfluß behandelt zu werden.

ERRUNGENSCHAFT, Subst.: Ende einer Bemühung und Geburt des Abscheus.

ERSTAUNLICH, Adj.: Nicht verstanden.

ERWARTUNG, Subst.; Jene Haltung oder Verfassung des Geistes, welcher in der Kette menschlicher Emotionen die Hoffnung vorausgeht und die Verzweiflung folgt.

ESSBAR, Adj.: Angenehm zu verspeisen und gut zu verdauen, wie ein Wurm fur die Kröte, die Kröte für eine Schlange, die Schlange für ein Schwein, das Schwein für einen Menschen und der Mensch für einen Wurm.

EVOLUTION, Subst.: Der Prozeß‚ nach dem die höheren Organismen sich allmählich aus den niederen entwickelt haben, wie der Mensch aus dem hilfebedürftigen Einwanderer, der Staatsbeamte aus dem Gefängnisaufseher, der Dieb aus dem Staatsbeamten usw.

EVANGELIST, Subst.: Überbringer guter Nachricht, besonders (im religiösen Sinne) solcher, die uns des eigenen Heils und der Verdammnis unserer Nachbarn versichern.

EXZENTRIZITÄT, Subst.: Ein so billiges Verfahren, sich hervorzuheben, daß Narren es anwenden, um ihre Unfähigkeit zu betonen.

Quelle: »Aus dem ›Wörterbuch des Teufels‹«, (Übersetzt von Ruprecht Willnow), in: Ambrose Bierce: Ausgewählte Werke. (Hrg. Utz Riese). Sammlung Dieterich, Band 409 (Großformat), 1993. ISBN 3 7350 0159 9. Zitiert wurden die Seiten 414 bis 423

Die verwendeten Initialen stammen aus der englischen Online-Ausgabe, präsentiert von Authorama.


Wem dieser Post gefallen hat, dem mute ich auch folgende Beiträge zu:

Orlando di Lasso: Hieremiae prophetae lamentationes (1585). | Die bösen Mütter. Was dachten sich die Brüder Grimm?

Orlando Gibbons: Anthems und Verse Anthems. | Zum Bedeutungswandel von Motivzitaten im Werk Pieter Brueghels des Älteren.

Giovanni Battista Fontana: Sonate a uno, due, e tre (Venedig, 1641). | Ernst Robert Curtius: »T. S. Eliot«.

Bellerofonte Castaldi: Battaglia d’amore. | Georg Friedrich Kersting: Lesender bei Lampenlicht.


CD bestellen bei JPC

CD Info and Scans (Tracklist, Covers, Sample, Pictures) 11 MB
embedupload --- MEGA --- Depositfile

Unpack x342.rar and read the file "Download Links.txt" for links to the FLAC+CUE+LOG files [44:46] 2 parts 182 MB

3. September 2018

Henri Duparc (1848-1933): Lieder

Henri Duparc, als Schulknabe Klavierschüler von César Franck, ergriff ein Jurastudium, während er gleichzeitig seine musikalische Ausbildung bei Franck fortsetzte, der ihn auch zu seinen ersten Arbeiten ermutigte. Die meisten der zu dieser Zeit entstandenen Kompositionen vernichtete Duparc jedoch; erst 1868 ließ er eine Sammlung von Klavierstücken, Feuilles volantes, veröffentlichen und komponierte fünf Lieder, von denen er aber nur zwei, Saupir und Chanson triste, in Druck gab. Die anderen drei vernichtete er gleichwohl nicht; sie wurden einige Jahre nach seinem Tod wiederentdeckt.

Duparcs kompositorische Karriere war kurz. In Paris gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Sociétéé Nationale de Musique, die 1871 ihr erstes Konzert veranstaltete und zu dessen Komitee Camille Saint-Saëns, Alexis de Castillon, Romaine Bussine, der Violinist und Komponist Jules Auguste Garcin und der Komponist und Musikpädagoge Charles Lenepveu gehörten. Als Sekretär der Gesellschaft genoss Duparc einen ausgezeichneten Ruf, vor allem dank seiner administrativen Fähigkeiten, die er auch in seiner späteren Karriere als Regierungsbeamter unter Beweis stellen sollte. Bereits früh machten sich jedoch erste Anzeichen einer Hypästhesie bemerkbar, aufgrund derer er seine schöpferische Karriere als Komponist im frühen Alter von 36 Jahren beenden musste.

Wie viele seiner französischen Zeitgenossen war Duparc ein begeisterter Wagner-Anhänger. Bei einem Besuch in München mit Vincent d‘Indy hatte er 1869 Aufführungen von Das Rheingold und Tristan und Isolde beigewohnt, und in den Jahren darauf folgten weitere Reisen nach Deutschland, u.a. 1883 und 1886 nach Bayreuth. Neben seiner musikalischen Beschäftigung unterstützte er kulturelle Modeströmungen der Zeit und begeisterte sich für die Literatur, das Theater und die Malerei der Zeit.

In den Jahrzehnten nach dem Ende seiner kompositorischen Karriere beschäftigte sich Duparc mit Malerei und Zeichnungen, bis er — erblindet und in den letzten Jahren vollständig gelähmt — 1933 im Alter von 85 Jahren starb.

Duparcs schöpferische Karriere dauerte ganze sechzehn Jahre. Sein bedeutsamster Beitrag zur Musikgeschichte sind die sechzehn Sololieder. Das letzte dieser Lieder, vollendet 1884, sollte auch seine letzte Komposition sein. Danach arbeitete er lediglich an Orchesterfassungen von einigen dieser Lieder und an der Herausgabe von früheren Kompositionen. Die Texte, die er für seine Lieder wählte, verraten eine Stimmung von Melancholie und Traurigkeit, die schließlich in vollständigem Schweigen enden sollte.

Die 1868 entstandenen Lieder beginnen mit, Chanson triste (revidiert 1902; Orchesterfassung 1912). Der Text stammt von Henri Cazalis, der unter dem Pseudonym Lahor publizierte. Von ihm, der zum Dichterkreis der sog. Parnassiens gehörte, stammte auch der von Saint-Saëns vertonte Danse macabre. Der Umfang des Vokalparts dieses Liedes ist relativ groß; die Begleitung besteht aus gebrochenen Akkorden und bedient sich gewagter Harmonien.

Henri Duparc
Gemäß der vermutlichen Reihenfolge der Entstehung folgt als nächstes Soupir, ebenfalls 1902 revidiert. Der Text stammt von Sully-Prudhomme, einem der führenden Parnassiens. Duparc widmete die Vertonung seiner Mutter. Die Gruppe der frühen Lieder enthält auch eine Vertonung von Victor Wilders Fassung von Goethes Kennst du das Land (aus Wilhelm Meisters Wanderjahre), der Romance de Mignon, ein Gedicht, das von vielen Komponisten vertont wurde, u.a. von Beethoven und Schubert. Sérénade, nach Worten von Gabriel Marc, besitzt eine arpeggierte Begleitung, die an den frühen Fauré erinnert. Die Gruppe von fünf Liedern, von denen nur die ersten beiden Duparcs eigenem Urteil standhielten, schließt mit der Vertonung von Sully-Prudhommes Le galop. Widmungsträger ist der Bruder des Komponisten. Die Musik folgt dem vom Text vorgegebenen Impetus.

1870 entstand die Vertonung von Baudelaires L'invitation au voyage. Duparc widmete dieses Lied, das als eines seiner schönsten gilt, seiner späteren Ehefrau Ellen Mac Swiney. Von diesem Lied existiert auch eine Fassung mit Orchesterbegleitung. Aus dem Jahr 187l stammt das dramatische La vague et la cloche. Das zunächst mit Orchesterbegleitung entstandene Lied erhielt seine erste Klavierfassung vom Widmungsträger Vincent d'Indy. Später bearbeitete es auch Duparc für Klavierbegleitung. Den Text schrieb Francois Coppé, bekannt als poète des humbles‘ nach dem Titel eines seiner Gedichte und seiner Thematisierung des Lebens einfacher Pariser Bürger. Ebenfalls 1871 entstand das Henri Regnault gewidmete Duett für Sopran und Tenor La Fuite nach Worten von Theophile Gautier. Das Mädchen Kadidja überredet ihren unentschlossenen Liebhaber Ahmed, mit ihr zu entlaufen — trotz der Gefahren, die ihr von den Brüdern drohen, und der Sorgen, die sie ihrem Vater bereitet.

Élégie von 1874, zum Gedenken an Henri Lassus, ist die tief empfundene Vertonung einer Prosaübersetzung von Thomas Moores Gedicht auf den Tod des irischen Patrioten Robert Emmet. Aus dem gleichen Jahr stammt Duparcs Vertonung von Lahores Extase, die er dem Komponisten und Schriftsteller Camille Benoit widmete. Das Lied lebt von einer sich steigemden emotionalen Intensität.

Erst 1879 kehrte Duparc mit der Vertonung von Le manoir de Rosemunde zur Liedkomposition zurück. Widmungsträger ist Robert de Bonnieres, der Verfasser des Texts. 1880 oder 1881 folgte die an Fauré gemahnende Vertonung eines weiteren Gedichts von Jean Lahor, Sérénade Florentine. 1882 entstand Phidyle nach einem Gedicht des Parnassien Leconte de Lisle. Duparc widmete das Lied Ernest Chausson.

Aus dem Jahr 1883 datiert die Vertonung von Theophile Gautiers Lamento; Widmungsträger ist Fauré. Testament, ungefähr zur gleichen Zeit entstanden, ist die eindrucksvolle Vertonung eines Gedichts von Armand Silvestre. Seine Texte dienten vielen Komponisten als Vorlage; heute gelten sie eher als mittelmäßig. Das letzte vollendete Lied ist La vie antérieure, die Vertonung eines Gedichts von Baudelaire. Duparc widmete dieses 1884 entstandene Lied dem Komponisten Joseph Guy Ropartz. Danach schwieg der Komponist Duparc.

Quelle: Keith Anderson [Deutsche Fassung: Bernd Delfs], im Booklet.


Track 4: L'invitation au voyage


L’INVITATION AU VOYAGE

Mon enfant, ma sœur
Songe à la douceur
D’aller là-bas vivre ensemble!
Aimer à loisir,
Aimer et mourir
Au pays qui te ressemble!

Les soleils mouillés
De ces ciels brouillés
Pour mon esprit ont les charmes
Si mystérieux
De tes traîtres yeux,
Brillant à travers leurs larmes.

Là, tout n’est qu’ordre et beauté,
Luxe, calme et volupté.

Vois sur ces canaux
Dormir ces vaisseaux
Dont l’humeur est vagabonde;
C’est pour assouvir
Ton moindre désir
Qu’ils viennent du bout du monde.

Les soleils couchants
Revêtent les champs,
Les canaux, la ville entière,
D’hyacinthe et d’or;
Le monde s’endort
Dans une chaude lumière.

Là, tout n'est qu’ordre et beauté,
Luxe, calme et volupté.

Henri Matisse: Luxe, Calme et Volupté, 1904.
Öl auf Leinwand, 98,5 x 118,5 cm, Musée d'Orsay, Paris


EINLADUNG ZUR REISE

Mein Kind, meine Schwester, denk doch, wie köstlich es wäre, aufzubrechen in die Ferne und dort gemeinsam zu leben! Ungestört uns zu lieben, zu lieben und zu sterben in einem Lande, das dir gleicht!

An jenen Nebelhimmeln die feuchten Sonnen bezaubern meinen Geist mit so geheimnisvollen Reizen wie deine verräterischen Augen, wenn sie durch Tränen blitzen.

Dort herrschen Ordnung nur und Schönheit, Luxus, Stille und Wollust.

Sieh auf den Kanälen jene Schiffe schlafen, die so gern ins Weite schweifen; deine geringste Lust zu stillen, kommen sie vom Ende der Welt.

Die sinkenden Sonnen überkleiden die Felder, die Kanäle, die ganze Stadt mit hyazinthenem und goldenem Dufte; die Welt entschlummert in einem warmen Licht.

Dort herrschen Ordnung nur und Schönheit, Luxus, Stille und Wollust.


TRACKLIST

Henri DUPARC
(1848-1933)

01 Sérénade                   2:11
02 Chanson triste             3:26
03 Le manoir de Rosemonde     2:38
04 L‘invitation au voyage     4:37
05 Phidylé                    5:09
06 Testament                  3:41
07 Sérénade florentine        2:26
08 Soupir                     3:17
09 La vague et la cloche      5:17
10 Extase                     3:16
11 La vie antérieure          4:24
12 Le galop                   3:09
13 Lamento                    3:28
14 Elégie                     3:10
15 La fuite (*)               3:47

                Playing Time 53:56

Paul Groves. Tenor 
Roger Vignoles. Piano
(*) Emily Pully, Soprano

Recorded at the Toronto Centre for the Arts, Toronto, Canada,
10th - 12th November 2003
Producers: Norbert Kraft & Bonnie Silver
Engineer: Norbert Kraft - Editing: Bonnie Silver

Cover Image: Young girl in a garden, by Eugené Grasset (1841-1917),
Musée des arts décoratifs, Paris

(P) & (C) 2004 


Eine Winterreise


Gedichte von Heinrich Heine

"A cold coming we had of it,
Just the worst time of the year
For a journey, and such a long journey:
The ways deep and the weather sharp,
The very dead of winter."


Thomas Sterns Eliot (trotzdem!)

I

Sie saßen und tranken am Teetisch,
Und sprachen von Liebe viel.
Die Herren, die waren ästhetisch,
Die Damen von zartem Gefühl.

„Die Liebe muß sein platonisch“,
Der dürre Hofrat sprach.
Die Hofrätin lächelt ironisch,
Und dennoch seufzet sie: „Ach!“

Der Domherr öffnet den Mund weit:
„Die Liebe sei nicht zu roh,
Sie schadet sonst der Gesundheit.“
Das Fräulein lispelt: „Wieso?“

Die Gräfin spricht wehmütig:
„Die Liebe ist eine Passion!“
Und präsentieret gütig
Die Tasse dem Herren Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen,
Mein Liebchen, da hast du gefehlt.
Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,
Von deiner Liebe erzählt.

II

Aus der Harzreise: Prolog

Schwarze Röcke, seidne Strümpfe,
Weiße, höfliche Manschetten,
Sanfte Reden, Embrassieren —
Ach, wenn sie nur Herzen hätten!

Herzen in der Brust, und Liebe,
Warme Liebe in dem Herzen —
Ach, mich tötet ihr Gesinge
Von erlognen Liebesschmerzen.

Auf die Berge will ich steigen,
Wo die frommen Hütten stehen,
Wo die Brust sich frei erschließet,
Und die freien Lüfte wehen.

Auf die Berge will ich steigen,
Wo die dunkeln Tannen ragen,
Bäche rauschen, Vögel singen,
Und die stolzen Wolken jagen.

Lebet wohl, ihr glatten Säle!
Glatte Herren, glatte Frauen!
Auf die Berge will ich steigen,
Lachend auf euch niederschauen.

III

Doktrin

Schlage die Trommel und fürchte dich nicht,
Und küsse die Marketenderin!
Das ist die ganze Wissenschaft,
Das ist der Bücher tiefster Sinn.

Trommle die Leute aus dem Schlaf,
Trommle Reveille mit Jugendkraft,
Marschiere trommelnd immer voran,
Das ist die ganze Wissenschaft.

Das ist die Hegelsche Philosophie,
Das ist der Bücher tiefster Sinn!
Ich hab sie begriffen, weil ich gescheit,
Und weil ich ein guter Tambour bin.

IV

Adam der Erste

Du schicktest mit dem Flammenschwert
Den himmlischen Gendarmen,
Und jagtest mich aus dem Paradies,
Ganz ohne Recht und Erbarmen!

Ich ziehe fort mit meiner Frau
Nach andren Erdenländern;
Doch daß ich genossen des Wissens Frucht,
Das kannst du nicht mehr ändern.

Du kannst nicht ändern, daß ich weiß,
Wie sehr du klein und nichtig,
Und machst du dich auch noch so sehr
Durch Tod und Donnern wichtig.

O Gott! wie erbärmlich ist doch dies
Consilium abeundi!
Das nenne ich einen Magnifikus
Der Welt, ein lumen mundi!

Vermissen werde ich nimmermehr
Die paradiesischen Räume;
Das war kein wahres Paradies —
Es gab dort verbotene Bäume.

Ich will mein volles Freiheitsrecht!
Find ich die g’ringste Beschränknis,
Verwandelt sich mir das Paradies
In Hölle und Gefängnis.

Heinrich Heine, 1829
V

Entartung

Hat die Natur sich auch verschlechtert,
Und nimmt sie Menschenfehler an?
Mich dünkt‚ die Pflanzen und die Tiere,
Sie lügen jetzt wie jedermann.

Ich glaub nicht an der Lilie Keuschheit.
Es buhlt mit ihr der bunte Geck,
Der Schmetterling; er küßt und flattert
Am End’ mit ihrer Unschuld weg.

Von der Bescheidenheit der Veilchen
Halt ich nicht viel. Die kleine Blum’,
Mit den koketten Düften lockt sie,
Und heimlich dürstet sie nach Ruhm.

Ich zweifle auch, ob sie empfindet,
Die Nachtigall, das, was sie singt;
Sie übertreibt und schluchzt und trillert
Nur aus Routine, wie mich dünkt.

Die Wahrheit schwindet von der Erde,
Auch mit der Treu’ ist es vorbei.
Die Hunde wedeln noch und stinken
Wie sonst, doch sind sie nicht mehr treu.

VI

Zur Beruhigung

Wir schlafen ganz, wie Brutus schlief —
Doch jener erwachte und bohrte tief
In Cäsars Brust das kalte Messer!
Die Römer waren Tyrannenfresser.

Wir sind keine Römer, wir rauchen Tabak.
Ein jedes Volk hat seinen Geschmack,
Ein jedes Volk hat seine Größe;
In Schwaben kocht man die besten Klöße.

Wir sind Germanen, gemütlich und brav,
Wir schlafen gesunden Pflanzenschlaf‚
Und wenn wir erwachen, pflegt uns zu dürsten,
Doch nicht nach dem Blute unserer Fürsten.

Wir sind so treu wie Eichenholz,
Auch Lindenholz, drauf sind wir stolz;
Im Land der Eichen und der Linden
Wird niemals sich ein Brutus finden.

Und wenn auch ein Brutus unter uns wär,
Den Cäsar fänd er nimmermehr,
Vergeblich würd er den Cäsar suchen;
Wir haben gute Pfefferkuchen.

Wir haben sechsunddreißig Herrn
(Ist nicht zuviel!), und einen Stern
Trägt jeder schützend auf seinem Herzen,
Und er braucht nicht zu fürchten die Iden des Märzen.

Wir nennen sie Väter, und Vaterland
Benennen wir dasjenige Land,
Das erbeigentümlich gehört den Fürsten;
Wir lieben auch Sauerkraut mit Würsten.

Wenn unser Vater spazierengeht,
Ziehn wir den Hut mit Pietät;
Deutschland, die fromme Kinderstube,
Ist keine römische Mördergrube.

VII

Verheißung

Nicht mehr barfuß sollst du traben,
Deutsche Freiheit, durch die Sümpfe,
Endlich kommst du auf die Strümpfe,
Und auch Stiefeln sollst du haben!

Auf dem Haupte sollst du tragen
Eine warme Pudelmütze,
Daß sie dir die Ohren schütze
In den kalten Wintertagen.

Du bekommst sogar zu essen —
Eine große Zukunft naht dir! —
Laß dich nur vom welschen Satyr
Nicht verlocken zu Exzessen!

Werde nur nicht dreist und dreisterl
Setz nicht den Respekt beiseiten
Vor den hohen Obrigkeiten
Und dem Herren Bürgermeister!

Heinrich Heine in seiner "Matratzengruft".
Zeichnung von Marc-Charles-Gabriel Gleyre
VIII

Nachtgedanken

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.

Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Mutter nicht gesehn,
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

Mein Sehnen und Verlangen wächst.
Die alte Frau hat mich behext,
Ich denke immer an die alte,
Die alte Frau, die Gott erhalte!

Die alte Frau hat mich so lieb,
Und in den Briefen, die sie schrieb,
Seh ich, wie ihre Hand gezittert,
Wie tief das Mutterherz erschüttert.

Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
Zwölf lange Jahre flossen hin,
Zwölf lange Jahre sind verflossen,
Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.

Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land;
Mit seinen Eichen, seinen Linden,
Werd ich es immer wiederfinden.

Nach Deutschland lechzt’ ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Mutter dorten wär;
Das Vaterland wird nie verderben,
Jedoch die alte Frau kann sterben.

Seit ich das Land verlassen hab,
So viele sanken dort ins Grab,
Die ich geliebt — wenn ich sie zähle,
So will verbluten meine Seele.

Und zählen muß ich — Mit der Zahl
Schwillt immer höher meine Qual,
Mir ist, als wälzten sich die Leichen
Auf meiner Brust — Gottlob! sie weichen!

Gottlob! durch meine Fenster bricht
Französisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,
Und lächelt fort die deutschen Sorgen.

IX

Jetzt wohin?

Jetzt wohin? Der dumme Fuß
Will mich gern nach Deutschland tragen;
Doch es schüttelt klug das Haupt
Mein Verstand und scheint zu sagen:

‚Zwar beendigt ist der Krieg,
Doch die Kriegsgerichte blieben,
Und es heißt, du habest einst
Viel Erschießliches geschrieben.‘

Das ist wahr, unangenehm
Wär mir das Erschossenwerden;
Bin kein Held, es fehlen mir
Die pathetischen Gebärden.

Gern würd ich nach England gehn,
Wären dort nicht Kohlendämpfe
Und Engländer — schon ihr Duft
Gibt Erbrechen mir und Krämpfe.

Manchmal kommt mir in den Sinn,
Nach Amerika zu segeln,
Nach dem großen Freiheitstall,
Der bewohnt von Gleichheitsflegeln —

Doch es ängstet mich ein Land,
Wo die Menschen Tabak käuen,
Wo sie ohne König kegeln,
Wo sie ohne Spucknapf speien.

Rußland, dieses schöne Reich,
Würde mir vielleicht behagen‚
Doch im Winter könnte ich
Dort die Knute nicht ertragen.

Traurig schau ich in die Höh’,
Wo viel tausend Sterne nicken —
Aber meinen eignen Stern
Kann ich nirgends dort erblicken.

Hat im güldnen Labyrinth
Sich vielleicht verirrt am Himmel,
Wie ich selber mich verirrt
In dem irdischen Getümmel. —

Heinrich Heine
Aquarell von Michael Mathias Prechtl (1984)
Quellen: (I) Lyrisches Intermezzo, 1822/23, veröffentlicht in: Buch der Lieder, 1827. (II) Aus der Harzreise, 1824, veröffentlicht in: Buch der Lieder, 1827. (III)-(VIII) Zeitgedichte, veröffentlicht in: Neue Gedichte, 1844. (IX) Lamentationen, veröffentlicht in: Romanzero, 1851. Alle Texte wurden folgender umfangreicher, aber doch unvollständiger, Sammlung entnommen: Heinrich Heine: Gedichte. Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 1978. (Reihe Bibliothek der Weltliteratur). Die Auswahl und Reihenfolge der Gedichte, und die Idee, sie auf den Spuren der »Magi« reisen zu lassen: © WMS.Nemo

Künstler nach der Flucht: Heinrich Heine - geflüchtet, um in Freiheit zu schreiben.

Mehr von Michael Mathias Prechtl in der Kammermusikkammer und bei Pinterest.


Wem dieser Post gefallen hat, dem gefielen auch folgende Beiträge:

Gabriel Fauré: Intégrale des Mélodies. | Lehrjahre eines Philosophen. Des Kaisers Marcus Aurelius Antoninus Selbstbetrachtungen.

Clara Schumann: Sämtliche Lieder.| Albrecht Altdorfer: Laubwald mit dem Heiligen Georg. München, Alte Pinakothek.

Mendelssohn: Auf Flügeln des Gesanges (Klavierlieder). | Charles Baudelaire: Spleen et idéal.


CD bestellen bei JPC


CD Info and Scans (Tracklist, Covers, Pictures) 13 MB
embedupload --- MEGA --- Depositfile

Unpack x341.rar and read the file "Download Links.txt" for links to the FLAC+CUE+LOG files [53:56] 3 parts 199 MB

20. August 2018

Susie Ibarra Trio: Songbird Suite (2002)

Susie Ibarra (* 15. November 1970 in Anaheim/Kalifornien) ist eine US-amerikanische Perkussionistin, Jazzschlagzeugerin und Komponistin.

Ibarra wuchs in einer von den Philippinen stammenden Arztfamilie in Seabrook (Texas) in der Nähe von Houston auf. Als Kind lernte sie Piano; später spielte sie in einer Punkband Schlagzeug. Während ihres Aufenthalts auf dem Sarah Lawrence College veranlasste sie ein Sun Ra-Konzert, sich intensiver mit Jazz zu beschäftigen. Sie beendete ihre formalen Studien auf dem Mannes College of Music und dem Goddard College, wo sie mit einem B.A. abschloss. Seit 1989 lebt Ibarra in New York, wo sie zunächst bei Milford Graves Schlagzeugunterricht nahm. Kulintang lernte sie bei Danongan Kalanduyan.

Ibarra arbeitete zunächst als Perkussionistin und interpretierte südostasiatische Gongmusik. Zunehmend arbeitete sie auch im Bereich der Neuen Improvisationsmusik und des Jazz. Sie spielte unter anderem mit dem David S. Ware Quartet, dem Matthew Shipp Trio, sowie mit John Zorn, William Parker, Assif Tsahar (mit dem sie verheiratet war), Pauline Oliveros, Joëlle Léandre, Derek Bailey, Wadada Leo Smith, Yo La Tengo und Thurston Moore. Daneben tritt sie aber auch solistisch auf. Seit 1999 nimmt sie Tonträger unter ihrem Namen auf; daneben spielt sie weiterhin mit Musikern unterschiedlichster Gattungen zusammen. Im Susie Ibarra Trio spielt sie mit Jennifer Choi und Craig Taborn, in der Gruppe Mephista mit Sylvie Courvoisier und Ikue Mori; weiterhin arbeitet sie im Duo mit Mark Dresser und im Quartett von John Lindberg. In der Gruppe Electric Kulintang mit Roberto Rodriguez trägt sie zum Asian American Jazz bei. 2011 wirkte sie bei Wadada Leo Smith’ Ten Freedom Summers mit. Auch arbeitet sie mit der Pianistin Yuko Fujiyama.

Sie komponiert neben Jazzstücken auch Opernmusik und Avantgardemusik. Derzeit ist sie vermutlich als Jazzmusikerin am bekanntesten. Ihre expressive Technik und der Einbezug unterschiedlicher Stile und Genres wie Blues, Gamelan und Kulintang sind besonders hervorstechend.


Track 4: Illumination


TRACKLIST

Susie Ibarra Trio.

Songbird Suite

01. Azul                   [04:15]
02. Songbird Suite         [08:40]
03. Trance No. 1           [05:31]
04. Illumination           [04:03]
05. Trance No. 2           [02:28]
06. Flower After Flower    [05:43]
    dedicated to John Zorn
07. Nocturne               [04:42]
08. Trance No. 3           [05:14]
09. Passing Clouds         [05:12]

Time Total                 [45:51]


Susie Ibarra Trio:
Jennifer Choi, violin
Craig Taborn, piano, samples, electronics
Susie Ibarra, drums

Special guest: 
Ikue Mori, laptop computer (tracks 5,6, 8)

All compositions by Susie Ibarra
except Track 5 by Ikue Mori and Susie Ibarra

Produced by Susie Ibarra
Executive producer: John Zorn
Associate producer: Kazunori Sugiyama
Recorded by Jim Anderson at Avatar, NYC
Mastered by Allan Tucker at Foothill Digital, NYC
(P)+(C) 2002  

"Only birds sing the music of heaven in this world"
                         Kobayashi Issa


Bild und Ähnlichkeit


Achat mit Phantasielandschaft.
Einst so schreibt Plinius (Naturalis Historia, XXV, 103-4) gelang dem Maler Protogenes durch den Wurf mit einem Schwamm die ungeahnt wirklichkeitsgetreue Abbildung eines Hundes: wo die Kunstfertigkeit selbst künstlich und gesucht zu wirken droht, kann der Zufall ein Gemälde natürlich erscheinen lassen. Ein gegen eine Wand geschleuderter farbtriefender Schwamm ließ Leonardo sagen, er sähe dort »bunte Erfindungen«: menschliche Figuren, Tiere, Schlachten, Felscn, Meere, Wolken und Wälder. Es ist das Universum der Malerei und der Repräsentation, dessen der Maler ansichtig wird, wo andere nichts sehen. In rascher Abfolge erscheinen Figuren und Formen, um sich chaotisch zusammenzusetzen und in einem kleinen Kosmos neu zu präsentieren, der ebenso geordnet wie nachgemacht ist.

Die »kuriose Perspektive«, wie man die Anamorphose auch nannte, deformierte absichtlich ihre Bildgegenstände, die nur von einem genau festgelegten und ausgerichteten Standpunkt aus gesehen sich zu erkennbaren Bilder zusammensetzten. Sie schuf etwa den falschen Eindruck einer belebten Landschaft mit Menschen, Tieren und Wolken, die mit perspektivischer Verkürzung von einem bestimmten Punkt aus gesehen (wie etwa im Convento dei Minimi in Trinità dei Monti in Rom) und nach einer besonderen, vom Erfinder der Anamorphose, François Niceron, vorgegebenen Bildarchitektur sich zum Gewand, zum Antlitz‚ zum im Gebet versunkenen Leib des Francesco da Paola zusammenfügten.

Die graugelben Steine von Bologna und Ferrara, die man paesine nannte, konnten fantastische und geisterhafte Städte, ja ganze Länder enthalten. Halbedelsteine und Achate, in denen sich Wolken türmten und Gewitter drohten, ließen sich in Paradiese verwandeln, indem man sie mit Engeln und Heiligen bemalte: in quer aufgeschnittenen Steinen lagen Figuren jeder Art offen, Heilige und Profane, Dämonen und Kruzifixe. Die Bilder, die Natura pictrix in sich birgt und zu entdecken gibt, gelten noch um die Mitte des 17. Jahrhunderts als »Scherze der Natur« (doch sind sie einfache Fossilien), die aufgrund ihrer Mißgestalt nicht zu den Wesen gezählt werden können, die jemals gelebt haben. Allenfalls mögen sie unvollkommene und mißlungene Wesen sein. Modelle und Vorformen von Wesen, die von Gott nie die Erlaubnis zur Vervollkommnung und zum Eingang in die Welt erhielten. Die Kultur der reinen Kuriosität und des Wunderbaren führt mögliche Erklärungen ein, gemäß derer sich das Bild des lebenden Körpers allmählich hatte wandeln und anpassen müssen, bevor es im »großen Welttheater« auftreten konnte. Die in den Sammlungen der Wunderkammern und der Kabinette der Raritäten und Kuriositäten enthaltenen Bilder oszillieren zwischen Natürlichem und Künstlichem, sind »Fälle« zwischen dem Okkasionellen und dem Seltenen, ob es sich um ein Lebewesen handelt oder um eine mechanische Konstruktion.

Das Zeichnen einer Landkarte.
Aus: Paul Pfintzing: Methodus geometrica ...
 Nürnberg 1598.
Unter den Objekten des Wunderbaren, welche die Sammlungen der Gelehrten, Sonderlinge und Mächtigen bevölkern, stehen Bezoare (Verkalkungen aus den Eingeweiden von Pottwalen) in einer Reihe mit Hirschtränen (gekrümmter Bernstein), die gegen Vergiftung schützen sollten: andere Raritäten sind Einhörner (die Schnäbel von Narwalen) und Basilisken (vertrocknete und verformte Rochen), winzige Menschlein (Alraunenwurzeln) und die Skelette von Riesen (Saurieroder Walknochen): Erweiterungen des phantastischen und wissenschaftlichen Imaginären der Kultur, welche sie beherbergt. Gerade weil es noch keine Erklärung dafür gibt, sieht man in all dem lieber das Wunderbare, auch und gerade seitens einer gelehrten, an Büchern geschulten Einbildungskraft, die zum eigenen Ergötzen die Zeichen einer Wissenschaft vom Möglichen anstatt des in natura sichtbaren deutet. Die Wissensanbeter interessieren sich für Raritäten und Kuriositäten und »arbeiten für Bilder«: Philosophie und Mathematik, nicht weniger als Malerei und Poesie bedürfen der Gestalt und der Wiedererkennung.

Beispielsweise sind die Hieroglyphen Bilder, die das übernatürliche wiederspiegeln, die Symbole sind an die Naturdinge gebunden, die Embleme und Motti geben Wege vor, die in den imprese zusammenlaufen, Erkennungszeichen und Herausforderung zugleich. Allegorien sind Bilder, die zwischen Realem und Imaginärem schweifen und repräsentieren als Kehrseite der Medaille des menschlichen Tuns einen Katalog aller möglichen Empfindungen. Die Ikonologie, eine wahrhaft enzyklopädische Synthese des im Bild darstellbaren, versammelt die Dicerie sacre (Giambattista Marino) und die »Philosophie der Bilder«, auf der Suche nach einem Ehrenzeichen, nach Brief und Siegel, nach einem Motto (S. Ammirato, Il Rota ovvero delle imprese, 1598, C.-F. Ménestrier, Les recherches du blason, 1683 und W. Tylkowski, Philosophia curiosa, 1680).

Die Klassifikationen einer Enzyklopädie der Bilder samt ihrem Gelehrtendiskurs überwölben das diffuse Gewimmel eines Alphabets aus Figuren und Repräsentationen, die, man ahnt es einen Einsatz oder einen Gewinn in sich bergen.

Im Einzelnen findet sich eine solche Kartographie, die ein Ziel entwirft, das zu erreichen wäre, im Holz und Stuck der Wappen und auf dem Pergament notarieller Karten, die mehr noch als der Vorabentwurf oder die Übersichtsdarstellung in der Kunst (wie Architekturzeichnung oder malerische Skizze) zum Zeugnis der physischen Konstruktion eines materiellen Guts werden, gefertigt nach der Vorstellung und dem Bilde einer »Menschengestalt«, als Formung seines Begehrens nach einem Palast, eines Stücks Land, eines Waldes oder Hügels. Jenseits von wissenschaftlicher Kartographie und Zeichnung, die den Regeln vor. Proportion und Perspektive gehorchen, bestehen diese Darstellungen als die notwendige anschauliche Ergänzung eines »Faktums« fort, als die Abbilder eines realen Raumes, in denen das Individuum seinen Besitzdrang wiedererkennt. Dabei muß man jedoch ausreichend der eigenen Seele versichert sein, um daran zu glauben, etwas vom eigenen Vermögen übermitteln zu können, wenn es nur auf einem Blatt Papier Gestalt annimmt.

Illustrationen aus Giuseppe Antonio Castelli:
Questioni sulle servitú prediali. Mailand 1840.

Zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert werden Ländereien und Besitzungen ebenso wie die Nationalstaaten zu fest umschriebenen und definierten Bildern, und Flurkarten tragen in der Tat dazu bei, die Geltung von Rechten zu behaupten gegenüber denen, die nichts dergleichen geltend machen können. Jedenfalls bestimmen diese Karten ein genau umrissenes Gebiet, ziehen Grenzen und setzen Signale über Straßen, Flüsse, Hügel, nennen deren Namen und weisen auf sie mit jenen Händchen mit spitz ausgestrecktem Zeigefinger, Zeichen, die eine Botschaft, eine exemplarische Information unter vielen möglichen tragen und die Absicht verkörpern, einen Gegenstand haarklein zu präzisieren, eine Bestimmung zu erklären und sich »zueigen« zu machen: mit einem deutlichen, ikonisch freilich naiven Bild. Über die unmittelbar typographischen Angaben der allgemeinen Orientierung hinaus verdichten sich diejenigen Angaben, die hinsichtlich Zeit und Ort genauer sind, gemäß des malerischen Geschicks, das der Landvermesser beim Zeichnen der ihm unterstehenden Territorien walten ließ, und ergaben eine Art Vergleichstabelle: das Zeichen der Grenzen eines Besitzes gegenüber seiner Umgebung und die Umrisse, nach denen das Gut zu bestimmen und seine möglichen Erträge zu quantifizieren waren. In bunt kolorierten Flurbüchern sind die kleinen Heimaten von Familien und Individuen detailliert verzeichnet, was sie wiedererkennbar, quantifizierbar und somit übertragbar macht, wenn es auch Zeit braucht, bis eine solche »Partikular«—Karte in einen Universalatlas übertragen wird und damit endgültig gesichert ist.

Nach den Feldkarten zum militärischen Gebrauch sind die unter Maria Theresia und Napoleon erstellten Kataster detaillierte Rekompositionen des jeweiligen Territoriums, durch die die Staaten zu Nationen werden, indem sie über die Lebensund Sterbeakten der Bürger, über Arm und Reich walten und Profile, Grenzen, Teilansichten und Gesamtbilder entwerfen. Landkarten, Flurbücher und Kataster repräsentieren den Einzelnen nicht, wie es die impresa tat, sondern höchstens im Sinne eines Epitaphs, sie schließen ihn derart selbstverständlich ein, daß er selbst zur Nebensache wird. Das Territorium von seinen Gnaden führen sie als politische Karte vor Augen, mit allen hingenommenen Gewaltakten und täglichen Verteilungskämpfen. Obschon dieses dichte Geflecht einzelner Machtbereiche eine unendlich verzweigte historische Topographie bildet, läßt sich jede Masche dieses Netzes wissenschaftlich benennen und besetzen. Figuren mit vollkommen zufälligen Konturen registrieren und illustrieren die wildesten privaten Zwistigkeiten um Erbschaften, Mitgiften, Zuwendungen, Eingaben, Dienstverhältnisse, endgültige Brüche, Gunsterschleichungen.

Jede Landkarte repräsentiert präzise geographische Physiognomien, indem sie ein Territorium in eine Landschaft mit vorgefertigten und überlieferten Zügen verwandelt, auf die man sich beruft, um die Tradition der Hinterbliebenen und das verlorene Heil wiederzufinden. Der Parcours über eine Landkarte ist nichts anderes als eine Linie, die man mit dem Finger entlangzieht, die Straße eines möglichen Wiederfindens, die Rekonstruktion einer Geschichte. Ihre Einmaligkeit ist nicht selten die Ursache für ihr Verlorengehen, der unwiederbringliche Verlust eines Dokuments, das Identität bezeugen könnte.

Hans Mayer: Mi formò in monte e mi ritrasse in Carte
/ Natura a caso l'Arcimboldo ad arte.
Holzschnitt. Oxford, Ashmoleian Museum.
Dies steht am Ursprung und führt zur Erfindung eines kleinen mechanischen Winkelzugs zur Duplizierung und medizinischen Vergrößerung eines gezeichneten Objekts: des »Storchschnabels« bzw. Pantographen. Die Pantographice seu ars delineandi (1631) von Christoph Scheiner präsentiert das bekannte Instrument nicht als Kinderspielzeug, sondern als ein Instrument, das es auch einem Herrscher gestattet, mit geringem Aufwand Zeichnen und Malen zu lernen, da er doch neben seinen Regierungsaktivitäten nicht viel Zeit hat, sich jener vornehmen Kunst zu widmen, die er liebend gerne praktizieren würde. Mit dem Pantographen gelingen perfekte Reproduktionen nach der Natur oder nach »Prototypen« und Originalen, die je nach Bedarf kopiert, vergrößert oder verkleinert werden können.

Der Pantogaph war dabei weniger ein Instrument für Künstler, die seit jeher Vergrößerungen anfertigten, indem sie das Zeichenblatt oder jeden anderen Bildträger in Quadrate einteilten, sondern er fand vor allem zu Verkleinerungszwecken in der Goldschmiedekunst und anderen Manufakturen Anwendung, in die er eine Präzision einführte, zu der bislang nur die fähigstem Miniaturisten in der Lage gewesen waren. Die Anwendung des Pantographen im industriellen Gebrauch durch Charles Langlois (1740) macht die Operationen von Reproduktion und Kopie zu einem Kinderspiel. Die nach Belieben vorzunehmende Verkleinerung eines Details oder eines »disegno« nimmt wiederum der Miniatur einiges von ihrer Anziehungskraft (beispielsweise für die flämische Malerei) und rückt sie in die Nähe jener Genreporträts und tragbaren Medaillons, die man um der Versprechen, Wünsche, Abschiede und Erinnerungen willen als kostbar schätzte.

Noch segensreicher ist der Pantograph für Reproduktionen »in groß« und für die schwierige Kunst, ein in kleineren Dimensionen angelegtes und vorgeformtes Gipsmodell »in« einen Marmorblock zu versetzen. Damit wird das Bild in Einzelteile zerlegbar und steht den verschiedensten Arbeitsschritten offen, wie der Herstellung eines Statuenmodells, deren Realisierung in Marmor oder Bronze, der Möglichkeit, Kopien, Detailansichten, Fragmente anzufertigen, das Ganze zu vergrößern oder zu vervielfältigen. Während die Zurechtmachung eines Modells, eines Umrisses und Profils in Ton oder Gips bzw. als Durchstäubung mittels Schablone auf den »Karton« die unabdingbaren Vorarbeiten darstellen, sind für die Ausarbeitung zu einer stabilen Form in der gewünschten Größe die Techniken der Vergrößerung und »Zentrierung« des Gegenstands eine absolute Notwendigkeit. Modellieren und plastisches Herausbilden sind nicht länger die furiose Kunst »mittels Abhebung« wie bei Michelangelo, sondern eine wahrhaft plastische Technik des Hinzufügens, Formens und Deformierens.

Giovanni Battista Piranesi:
Il Campo Marzio dell 'Antica Roma, 1762.
(Zweites Frontispiz).
Die von der Zeit verstreuten und verwüsteten archäologischen Materialien und Überreste werden zu einem Gestell, über dem sich nicht nur eine neue Geschichte, sondern auch eine Erinnerung rekonstruieren läßt. Sammelwut und Antikenleidenschaft werden zu einer Schwäche sowohl des Künstlers, der auszieht, um die abbildenden Künste zu betreiben, als auch des Conaisseurs, der mit den Augen verschlingen und mit Händen greifen will, was die Zeit an Bruchstücken übriggelassen und in Urbilder verwandelt hat. Entlang der archäologischen Pilgerwege, die Künstler gemeinsam mit Kunstreisenden beschreiten, sind die Zeichnungen, Skizzen und Drucke, welche die antike Schönheit und Pracht erinnern und vor Augen halten, die wahren Erinnerungsbilder. Von da an wird jedes ästhetische Abenteuer dazu aufgefordert sein, ein durch die Zeit entrücktes und gedemütigtes Bild wiederzufinden, um es als wahre Imitation und als alleinige Rettung zu etwas Eigenem werden zu lassen.

Die Botschaft der Suche und der Rettung des historischen Bildes, die bis auf uns gekommen ist in der modernen Sorge um das Zerfallende und die Entfremdung der Monumente, Städte, Landschaften und Bewohner nimmt mit einer Genremalerei des ausgehenden 17. Jahrhunderts und beginnenden 18. Jahrhunderts ihren Anfang, als die großen Atlanten und Kalender der akademischen Malerei in Scherben gehen, und ihre ideologisch-religiöse Bildsprache mit ihnen. Die Fragmentierung der Themen der neuen »kleinen« Bildgenres (Landschaften, Veduten‚ Ruinen, Capriccios) markiert die schlußendliche Befreiung aus dem geordneten Kosmos der »Ikonologie«‚ die keine produktiven Bilder und Modelle mehr hervorbringen, sondern allenfalls die Flüsse der Empfindsamkeiten, des Geschmacks, der Mode, der Launen verzeichnen. Das disziplinierte und von Bildern gesteuerte »stumme Buch« wird zu einem ABC von Figuren und Genres für jeden Geschmack.

Das Universum der kleinformatigen Genrebilder fragmentiert die große Komposition und reduziert das riesenhafte Prachtgemälde neuerdings auf Stilleben oder belebte Szenerien, die als kleines und leichtes Tafelbild gestaltet sind. Das Fernrohr gleicht einem Balkon des Subjekts, das sich im Angesicht einer stets unterschiedlichen und an sich nicht immer ergötzenden und arkadischen Szene befindet: der Schiffbruch beispielsweise oder der Zweikampf in der Schlacht sind beliebte Motive, um ausgesprochen moralische Botschaften wie das Unerwartete und den unglücklichen Zufall zu illustrieren, die als arbiträre Tatsachen das Betrachtersubjekt zur Entscheidung drängen, anstatt in Wartehaltung zu verharren. In diesem Sinne komponieren und zerlegen die verschiedenen »Akteure« wie der Landschafts-, der Figuren- und der Quadraturmaler die unterschiedlichen Arten von Gemälden, die im Geflecht der Tätigkeiten des Künstlerberufs und seiner Inspirationen vereint sind.

Es hat keinen Sinn, vor dem 17. Jahrhundert von einem Genre zu sprechen, das wir »Ruine« nennen und das die Szenerie einer Geschichte repräsentiert, die niemandem gehört und wo als die wahren Seelen der Welt nur noch »Tiere und Bettler« hausen. Erst im 18. Jahrhundert nistet sich das Ruinengenre als gleichsam spektakuläre Kategorie in Stadtansichten und Landschaften der Vedutenmalerei ein. Mit zunehmender modischer Verbreitung des Genres und einem Hang zum »Ruinismus«, der Landschaften und Architekturen in totaler Verwahrlosung schätzt, werden archäologische Überreste mehr oder weniger sprechender Natur gleichsam vom Podest geholt und in Alltagsszenen eingeführt: kombiniert mit einem Karren voll Heu oder einer Gruppe Wäscherinnen, wenn nicht gar »Touristen« oder aufmerksamer Besucher auf Geistesreise.

Antonio Joli zugeschrieben: Das Kolosseum mit Ruinen
 im 18. Jahrhundert. Brescia, Privatbesitz.
So gelangt ein spezielles Genre der Malerei, genannt »Capriccio«‚ zu den phantastischsten archäologischen Montagen, mit riesenhaften Säulen und zerborstenen Pyramiden im Hintergrund, es nähert sich aber auch einer Dimension des Theatralischen, des Satirischen an, wo das Unglück als Zustand bestmöglichen und abenteuerlichen Überlebens erscheint. Ein quecksilbriges Bild, das mit den »Unglücksfällen, Schrecken und Verhängnissen« zu tun hat, wie sie Jacques Callot und später Goya darstellten, in einer Welt, wo Possenreißer und Narren (sind es Zwerge oder Kinder?) in plumper Nachahmung eines tragischen oder ruhmvolles Ereignisses zu sehen sind, wo Notzeit, Pest und Schwelgerei unterschiedslos gefeiert werden. Gian Paolo Lomazzo empfahl noch, in Bildern erotischen oder fröhlichen Genres oder auch solchen, welche die Gefühle erregen sollten, keine »animali aggressivi o filosofi« zu zeigen, aber bereits ein Jahrhundert später erfordert das Genre des »Capriccio« bestimmte Figuren, welche dem Betrachter einen Wiedererkenntingseffekt vermitteln und ihn sich mit dem Gegenstand und der Stimmung identifizieren lassen.

Die ersten Ruinen auf den Gemälden von Poussin sind noch ein streng in der Landschaft eines mythischen Arkadiens angeordnetes Material, während auf dem eigentlichen Ruinengemälde weit verstreutes und chaotisches Material zu sehen ist, das »übriggelassen« zu sein scheint, sich aber auch nicht zu einer Gestalt zusammenfügen will (wie beim »ritratto ad arte« nach Arcimboldo), sondern ein kleines, magmaartiges Universum ergibt, wo der neue Betrachter tausenderlei verstreute Dinge nach seinem Geschmack aufsammeln kann.

Den entscheidenden Punkt, an dem die Ruine in einen neuen Darstellungsmodus eintritt, markiert zwischen 1740 und 1770 Giovanni Battista Piranesi. Mit den Ruinen, die aus einem neuen, bis ins letzte erfundenen und gefälschten Campo Marzio emporwachsen, entwerfen als glanzvolle Epopöe den virtuellen Plan einer Stadt, die in diesem Rahmen nirgendwo existiert, und lassen bereits die neue Dimension der Städte der Moderne erahnen, deren Fundamente sich über hinfälligen und besiegten Schicksalen erheben, mit zu Staub zerfallenem Gewissen.

Piranesis Produktion von schwarzweißen Stichen beschließt und besiegelt die Ruinenleidenschaft und das Capriccio emblematisch in der Chiffre eines totalen Werks, das dennoch architektonisch ist: mit einem ganz eigenen ethos versehen, das fast immer fortstrebt von jener Art von Bildern, die gehorchen und ergötzen wollen wozu der nützliche Moralismus des Discorso intorno alle immagini von Kardinal Paleotti aufgerufen hatte.

Bernardo Bellini: Die Ruinen der Kreuzkirche, 1765.
Dresden, Gemäldegalerie.

Eine der historischen Episoden, die einen zum Nachdenken bringt, ob nicht die Ruine von einem bestimmten historischer, Gedächtnis »provoziert« worden sei, ist die Bombardierung der Akropolis von Athen durch die Venezianer im Jahr 1697 auf Befehl des bayerischen Söldnerhauptmanns Königsmark. Zum ersten Mal wurde am entscheidenden Punkt einer militärischen Operation eine Diskussion politischer Ethik über die äußerliche Unversehrtheit von Monumenten vom Zaun gebrochen, zur Schmach einer Republik, die Notwehr vorschützte (ein türksches Pulverfaß‚ das sich angeblich im Parthenon befand), um ein Monument in Trümmer zu schießen, das über den Ursprung einer ethisch-ästhetischen Abstammungsreihe waltete, auf die sich die Souveränität des Angreifers berief. Und die Sieger, darunter Francesco Morosini, hatten nach dem Beschuß des Parthenon gut reden, wenn sie meinten, daß diese Aktion als Heiliger Krieg verstanden werden müsse, als ein Kreuzzug zur Verteidigung der Werte der Zivilisation und Architektur, deren Sachwater im mediterranen Raum Venedig zu sein meinte.

Die Gründe für eine Zerstörung um einer Rettung willen sind reichlich verworren, aber es handelt sich um den ersten Fall, daß sich die Ordnung des Diskurses eines abendländischen Bewußtseins um die Rettung von Bildern und historischen Monumenten dem verantwortungsvollen Schutz zuwendet, unter Berufung auf das Ritual, mit dem man seine Toten und seine Erinnerungen ehrt. Übrigens traf es sich, daß gerade zu jener Zeit (zwischen 1676 und 1682) zu Füßen des Parnaß das Orakel von Delphi wiedergefunden wurde, von dem man jede Spur verloren hatte, nachdem eine gegnerische Zivilisation unter »ikonoklastischem Regime« es geschleift und begraben, ja nachgerade ausradiert hatte, selbst in seiner Ortsbezeichnung. Diese Gleichsetzung von Orten mit den Kapiteln einer Geschichte der Zivilisation, nach deren Bild das Abendland sich schuf, bemächtigt aber noch nicht zur archäologischen Deportation historischer Hüllen, die man nach ihrer Entdeckung nur mitzunehmen brauchte, wie es im 18. und 19. Jahrhundert geschah, von den Marmorplastiken, die Lord Elgin ins British Museum brachte, bis hin zum »Wagenlenker von Delphi«, der sich heute im Louvre befindet.

Die schwarz-weißen, im scharfen Licht der letzten Sonnenstrahlen liegenden Ruinen der Totenstädte bahnten sich ihren Weg ins 17. Jahrhundert, im Schlepptau »Lumpengesindel und Vagabunden«, verkleidet als Zwerge, Kinder oder Banditen. In jener Gesellschaft repräsentierte das innere Nomadentum eine Form der »Kunst des Übrigbleibens«, vor dem Hintergrund gewaltiger Bevölkerungsdezimierungen durch Seuchen und der ohnehin hohen Sterblichkeit, bevor in den Städten nach und nach ein Gesundheitssystem eingerichtet wurde und die katastrophischen Pestepidemien in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts ausgerottet waren, das ein Jahrhundert der Revolutionen, doch vor allem anderen ein Jahrhundert der Befreiung von der Gottesgeißel der Seuchen war.

Die menschlichen »Ruinen«, jener Zeit bestehen in Wirklichkeit aus einem Volk vom Schicksal »Gezeichneter«, die der Katastrophe entronnen sind, und die wenigen Figuren, welche die Ruinenlandschaften beleben sollen, sind nichts als wenngleich fröhliche Lichtblicke des Überlebens. Dafür erscheinen die Bauern, die eigentlichen Bewohner jener Landschaften, nicht länger nur als die friedlichen Wesen, die die Felder bestellen, um davon zu leben und die Stadt, die sie von sich fernhält, mit Gütern zu beliefern, sondern man sieht sie immer längere Pausen machen, »zwischen einem Tänzchen und einem guten Glas Wein«: bei des Tages Mühen, vor allem aber davon ausruhend, im Hintergrund ein klassisches Landhaus, das ein wenig verwahrlost ist, hat die Herrschaft in der Stadt doch Einträglicheres zu tun. Dies ist die Landschaft eines »ländlichen Philosophen«, der nach Ansicht physiokratischer Denkströmungen der Weisheit der eigenen Erde nähersteht als einer, der den Verlockungen städtischer Arbeit erliegt.

Meister aus Genua: Titanensturz, dargestellt als
 Erdbeben, 18. Jhdt. Mailand, Privatsammlung.
Fern vom glücklichen Ideal des Bauern und seiner Arbeit auf dem Lande wimmelte es in den alten Hauptstädten von Bettlern, die müde geworden waren vom ewigen Umherziehen und denen Gerümpel als Dach und Bettstatt diente. Diese Übriggebliebenen sind die Repräsentanten einer tiefen Krise des Bildes in einer sich ändernden Welt. Sie ziehen nicht mehr von einer Stadt zur anderen, sondern leben in der Stadt und zwingen zu einem neuen Verständnis von der Masse und vom »gemeinen Volk«: eine fluktuierende Bevölkerung, deren Ansichten kaum zu lenken waren, da man nie wußte, was sie wollte, mal verlassen und einzelgängerisch, mal aufgewühlt und unzufrieden. Eine Art menschliches Magma, das noch keine Gestalt anzunehmen weiß und im Schatten der leblosen Ruinengestalten nächtigt, im Angesicht tragischen Überlebens. Diese Halbfiguren, welche eine Trümmerlandschaft zum Leben erwecken können, doch gerade erst beginnen, wie ein Volk auszusehen, setzen ihre Menschlichkeit der Ruine entgegen: sie sind fast nichts, aber etwas sind sie doch, weil sie zum ersten Mal Päpste, Regenten, Minister haben, die sie brauchen; als Gott endlich beschließt, die Könige dieser Erde zu verlassen, die nicht an seiner Statt, sondern »über« ihre Untertanen herrschen wollen.

Die Radierung Piranesis legt sich mit der Endgültigkeit eines Epitaphs über diese Landschaft niedergerissener Herrlichkeiten und illustrer Überreste, und nicht Rekonstruktion klingt daraus an, sondern ein Horizont scheint auf. Als deren wahrhaftiger Untergrund wachsen die Ruinen selbst empor, bühnenhafte Elemente, die eine ungeordnete Ordnung in Bewegung setzen, eine aufgehäufte und durcheinandergebrachte Wirklichkeit. Darin zeigt sich ein zerstörerisches Prinzip gegenüber den Bildem‚ die die Ruine hat entstehen lassen, eine Laune der Vollendung, wo eine neue Art von Ordnung aus einer objektiven Unordnung erwächst, altes Gerümpel, das zusammengesucht und aus seinen eigenen Scherben neu zusammengelegt wird wie ein kostbarer Körper.

Der Eindruck von Zerquetschtem und Begrabenem, von Abriß und Zertrümmerung entsteht aus der dichten Atmosphäre eines Erdbebens, das alle Formen erfaßt zu haben scheint, amalgamiert, miteinander verschmilzt, wieder in seine ursprünglichen Bahnen zwingt, während man selbst abseits steht. Hier aber erhebt die Archäologie des Subjekts sich auf ihr Piedestal und rekonstruiert Säulenstümpfe und Fragmente, alles, was an geschändeten Teilstücken gefallen und verstreut liegt. Sich über Ruinen zu beugen ist wie der Akt der Veronika: im Geist entsteht der Abdruck eines anderen Bildes, der so verschieden ist von dem Bild, das zurückgelassen wurde.

Quelle: Manlio Brusatin: Geschichte der Bilder. Diaphanes, Berlin 2003. ISBN 3-935300-19-0. Zitiert wurden die Seiten 125 bis 144.


Wem dieser Post gefallen hat, dem gefielen auch folgende Beiträge:

Lee Hyla (* 1952): Wilson's Ivory-Bill (2006) | Jonathan Swift: Menschen ohne Rückgrat. Oskar Laske: Das Narrenschiff.

Charles Wuorinen (* 1938): Lepton (2002) | François Aubert: Das Hemd Kaiser Maximilians (1867).

Anton Rubinstein (1829-1894): Cellosonaten. | Auftauchen und Verschwinden der Bilder (Brusatins erster Essay zur Ikonografie).


CD bestellen bei JPC

CD Info and Scans (Tracklist, Covers, Pictures) 15 MB
embedupload --- MEGA --- Depositfile

Unpack x340.rar and read the file "Download Links.txt" for links to the FLAC+CUE+LOG files [45:51] 3 parts 238 MB

Top 20 blogs of Classical Music News

50 Other Classical Music News

Klassische Musik - Nachrichten

Noticias de música clásica

Musique classique nouvelles

Notizie di musica classica

Blog-Labels

13ettina (1) A New York City Freelance Orchestra (1) A New York City Freelance Quartet (1) Abbado Claudio (2) Abel Carl Friedrich (1) Academy of St Martin in the Fields (1) Academy of St Martin in the Fields' Chamber Ensemble (1) Achron Isidor (2) Adkins Darret (1) Adorno Theodor W (2) Afrikanische Kunst (1) Alberni Quartet (1) Albert Schweitzer Quintett (1) Albus Anita (2) Alessandrini Rinaldo (1) Alewyn Richard (1) Alma Mahler Sinfonietta (1) Alt Jakob (2) Alt Rudolf von (1) Altdorfer Albrecht (1) Alte Musik (69) Altmeyer Theo (1) Amadeus Quartet (3) Amati String Trio (1) Ambrosian Chorus (1) Ameling Elly (2) Amps Kym (2) Anagrammatik (1) Anders Hendrik (1) Angeles Victoria de las (1) Anthem (1) Antiphon (1) Antoni Carmen-Maja (1) Antunes Jorge (1) Aradia Ensemble (1) ARC Ensemble (Artists of The Royal Conservatory) (1) Arditti String Quartet (6) Arenski Anton Stepanowitsch (1) Argerich Martha (1) Arie (1) Ariès Philippe (2) Arnold Schoenberg Chor (1) Aronowitz Cecil (1) Arrau Claudio (2) Ars Antiqua Austria (2) Asch David van (2) Ashkenazy Vladimir (3) Ashkenazy Vovka (1) Assenbaum Aloysia (1) Ast Balthasar van der (1) Aubert François (1) Aubigné Agrippa d' (1) Auer Quartet (1) Auerbach Erich (2) Aurora String Quartet (1) Auryn Quartett (1) Austbø Håkon (1) Austen Jane (1) Avery James (1) Babbage Charles (1) Bach C.P.E. (2) Bach J.S. (25) Bachmann Ingeborg (1) Bagatelle (1) Bailly David (1) Baldassari Maria Luisa (1) Baldwin Dalton (1) Ballade (1) Balthus (1) Bamberger Streichquartett (1) Banchini Chiara (4) Barca Calderón de la (1) Barenboim Daniel (5) Barnes Julian (1) Barolsky Paul (1) Baroncini Simone (1) Bartok Bela (2) Bartoli Pietro Sante (1) Batoni Pompeo (1) Batz Eugen (1) Baudelaire Charles (3) Baumann Eric (1) Bay Emanuel (1) Bayeux Teppich von (1) Beauséjour Luc (1) Beaux Arts Trio (3) Beda Venerabilis (1) Beethoven Ludwig van (19) Beethoven Trio Ravensburg (2) Belli Massimo (1) Bellini Giovanni (2) Bellman Carl Michael (1) Bellotto Bernardo (2) Ben Omar Maurizio (1) Benda Franz (1) Benjamin Walter (1) Bennett Charles (1) Bennett William (1) Berberian Cathy (1) Berg Alban (3) Berganza Teresa (1) Berger John (1) Bergeron Sylvain (1) Berio Luciano (2) Berkes Kálmán (1) Berliner Oktett (1) Berliner Philharmoniker (2) Berliner Philharmonisches Oktett (1) Berliner Symphoniker (1) Berner Streichquartett (2) Bernhardt Sarah (1) Bernstein Walter Heinz (1) Bertali Antonio (2) Berwald Franz (3) Best Martin (1) Besucherflagge (1) Bethge Hans (1) Bettelheim Dolf (1) Beyer Achim (1) Biber Heinrich Ignaz Franz (4) BibliOdyssey (4) Bibliophilie (2) Bierce Ambrose (1) Binkley Thomas (1) Bioy-Casares Adolfo (1) Blacher Boris (3) Blacher Kolja (2) Blair String Quartet (1) Blake William (2) Bläser (3) Bläserquintett (6) Blasmusik (1) Bloch Ernst (1) Blochwitz Hans Peter (1) Blumenberg Hans (1) Blumenthal Daniel (1) Boccherini Luigi (4) Boccioni Umberto (1) Böcklin Arnold (3) Bode Wilhelm von (1) Boehlich Walter (1) Böhm Karl (1) Böll Heinrich (1) Bonifaz VIII (1) Bonnard Pierre (1) Bonnet Jacques (1) Bonucci Rodolfo (1) Borchert Wilhelm (1) Bordoni Paolo (1) Borg Kim (1) Borges Jorge Luis (1) Borodin Alexander (1) Borodin Quartet (2) Borst Arno (2) Bortolotti Werner Amadeus (1) Bosch Hieronymus (1) Boskovsky Willi (1) Boston Symphony Orchestra (1) Bottesini Giovanni (1) Botticelli Sandro (1) Bouguereau William (1) Boulez Pierre (2) Bouts Dieric the Elder (1) Brahms Johannes (15) Brain Dennis (1) Brandis-Quartett (1) Brant Sebastian (1) Brassai (1) Braunfels Walter (1) Brecht Bertolt (2) Breitwieser Wolfgang (1) Brendel Alfred (1) Breton André (1) Britten Benjamin (3) Brizzi Aldo (1) Brown Donna (1) Brown Ford Madox (1) Brown Stephanie (1) Bruch Max (2) Bruckner Anton (1) Bruckner Pascal (1) Bruegel Pieter (der Ältere) (3) Brunel Isambard Kingdom (1) Brunelleschi Filippo (1) Bruns Peter (2) Brusatin Manlio (2) Buchmalerei (2) Budapester Streichquartett (1) Bunia Remigius (1) Bunuel Luis (1) Burashko Andrew (1) Burger Rudolf (1) Burne-Jones Edward (2) Burns Thomas (1) Burnside Iain (1) Busch Adolf (1) Busch Wilhelm (2) Busch-Quartett (2) Busoni Ferruccio (2) Bussotti Sylvano (1) Byrd William (1) Byron George Gordon (1) Caccini Francesca (1) Caccini Giulio (1) Cage John (4) Calame Alexandre (1) Campagnola Giulio (1) Campin Robert (3) Campra André (2) Camus Albert (1) Canzone (1) Canzonetta (1) Capa Robert (1) Capella Fidicinia (1) Capella Lipsiensis (2) Capella Sansevero (1) Capriccio (2) Caravaggio (4) Carmina Burana (1) Cartari Vincenzo (1) Carter Elliott (1) Cartier-Bresson Henri (1) Casals Pablo (2) Casarramona Michel (1) Castaldi Bellerofonte (1) Caussé Gérard (1) Cavallini Pietro (1) Cavina Claudio (2) Celan Paul (2) Cellokonzert (2) Cellosonate (19) Cembalo (3) Cervantes Miguel de (1) Cézanne Paul (1) Chagall Marc (1) Chamber Orchestra of Europe (1) Chanson (5) Charpentier Marc-Antoine (2) Chausson Ernest (1) Chavannes Puvis de (1) Cherubini Luigi (2) Choi Jennifer (1) Choir of Winchester Cathedral (1) Chopin Frédéric (6) Chor St.Hedwigs-Kathedrale Berlin (1) Choralvorspiel (1) Chormusik (2) Christ Wolfram (1) Christie William (1) Christophers Harry (1) Ciconia Johannes (1) Cimabue (1) Cittadini Pierfrancesco (1) Clancy Robert (1) Claudius Matthias (3) Clemencic Consort (1) Clemencic René (1) Cluytens André (1) Coburg Hermann (1) Cölestin V (1) Collard Jean-Philippe (1) Collegium Aureum (1) Collegium Vocale Köln (1) Concentus musicus Wien (1) Concerto (2) Concerto grosso (2) Concerto Italiano (1) Concerto Vocale (1) Concilium musicum (1) Consortium Classicum (3) Constable John (2) Continuum (1) Cornelius Peter von (1) Corot Jean-Baptiste Camille (1) Correggio (1) Cortot Alfred (2) Courbet Gustave (2) Couture Thomas (1) Cozzolino Luigi (1) Crawford Seeger Ruth (1) Creed Marcus (1) Crees Eric (1) Cruz Juan de la (1) Curtius Ernst Robert (2) Cusanus Nicolaus (1) Cziffra Georges (1) Cziffra György Jr (1) d'India Sigismondo (1) Dalberto Michel (1) Dalí Salvador (1) Damore Robin (1) Dart Thurston (1) Daumier Honoré (1) David Jacques-Louis (4) Debussy Claude (3) Degas Edgar (1) Dehmel Richard (2) Delacroix Eugène (1) Demus Jörg (3) Der Spiegel (1) Derrida Jacques (1) Desmarest Henry (1) Desprez Josquin (2) Detmolder Bläser (1) Die 12 Cellisten (1) Die Kunst der Fuge (5) Diem Peter (2) Dietrich Albert (1) Dietrich Marlene (1) Dixit Dominus (1) Dobrowen Issay (1) Dohnányi Christoph von (1) Domus (1) Donizetti Gaetano (1) Donne John (1) Doppelquartett (1) Doré Gustave (1) Dossi Dosso (1) Dráfi Kálmán (1) Dramatik (2) Drobinsky Mark (1) Duchable François-René (1) Duchamp Marcel (1) Dufay Guillaume (1) Duis Thomas (1) Duo (17) Duparc Henri (1) Durand Auguste (1) Dürer Albrecht (6) Dussek Jan Ladislav (1) Dvorak Antonin (4) Dyck Anthony van (2) Eberl Anton (1) Eberle-Wesser Rita (1) Eco Umberto (2) Edouard Odile (1) Eichelberger Freddy (1) Eichendorff Joseph von (1) Eickhorst Konstanze (1) Eisenlohr Ulrich (1) Eisler Hanns (1) Elektronische Musik (2) Eliot T. S. (2) Elsner Christian (1) Emerson String Quartett (2) Endymion (1) Enescu George (2) Engel Karl (1) Ensemble 415 (4) Ensemble Aurora (1) Ensemble Claude Goudimel (1) Ensemble Clematis (1) Ensemble Clément Janequin (3) Ensemble Concercant Frankfurt (1) Ensemble Dulce Melos (1) Ensemble Hypothesis (1) ensemble KONTRASTE (1) Ensemble Les Eléments (1) Ensemble Les Nations (1) Ensemble Musique Oblique (1) Ensemble Organum (1) Ensemble Unicorn (1) Ensemble Villa Musica (1) Ensemble Wien-Berlin (1) Enso Quartet (1) Enzensberger Hans Magnus (1) Epoca Barocca (1) Erben Frank-Michael (1) Ernst Max (2) Eschenbach Christoph (2) Evangelisti Franco (1) Exaudi (1) Eyck Jacob van (1) Eyck Jan van (3) Fantasie (4) Fantin-Latour Henri (2) Farina Carlo (1) Fauré Gabriel (5) Faust (1) Fedele David (1) Fedotov Maxim (1) Feldman Morton (2) Ferneley John E + John jun. + Claude Lorraine + Sarah (1) Ferrabosco Alfonso I (1) Ferrabosco Alfonso II (1) Fessard Jean-Marc (1) Figueras Montserrat (1) Firkusny Rudolf (1) Firtl Mátyás (1) Fischer Edwin (1) Fischer-Dieskau Dietrich (12) Fischer-Dieskau Manuel (1) Flaubert Gustave (1) Flémalle Meister von (1) Flohwalzer (1) Florenzia Ghirardellus de (1) Flötensonate (4) Flötentrio (1) Foley Timothy W (1) Fontana Gabriele (1) Fontana Giovanni Battista (1) Fontane Theodor (2) Forqueray Jean-Baptiste-Antoine (1) Forster Karl (1) Foster Jenkins Florence (1) Fouquet Jean (1) Fournier Carmen (1) Fournier Pierre (2) Fournier Suzanne (1) Fragonard Jean Honore (1) Françaix Jean (2) Franck César (2) Frankfurter Schule (3) Frantz Justus (1) Französische Kantate (1) Frescobaldi Girolamo (2) Freud Sigmund (1) Friedrich Caspar David (4) Frisch Céline (1) Froissart Jean (1) Frottola (1) Fuchs Robert (2) Fuge (3) Fuhrmann Horst (2) Funck David (1) Fux Johann Joseph (3) Gabrieli Consort (1) Gabrieli Giovanni (1) Gaede Daniel (1) Gaede David (1) Gaertner Eduard (2) Gainsborough Thomas (2) Gallo Domenico (1) Gambensonate (1) Gambensuite (3) Garben Cord (1) Garbo Greta (1) García Lorca Federico (1) Gatti Enrico (3) Gazzeloni Severino (1) Geistliches Konzert (1) Gendron Maurice (1) Gérard François (1) Gernhardt Robert (1) Gerstl Richard (1) Geschichte (16) Gesualdo Don Carlo (1) Gewandhaus-Quartett (1) Ghiberti Lorenzo (1) Giacometti Alberto (2) Gibbons Orlando (1) Gide André (1) Gigliotti Anthony (1) Ginastera Alberto (1) Ginzburg Carlo (1) Giorgione (2) Giottino (1) Giotto di Bondone (3) Gitarrenquintett (1) Glaetzner Burkhard (1) Glasharmonika (2) Glikman Gabriel (1) Glinka Michail (1) Göbel Horst (2) Goebel Reinhard (2) Goethe Johann Wolfgang (3) Goldammer Karl (1) Goldbergvariationen (3) Goloubitskaja Alexandra (1) Gombrich Sir Ernst H (1) Góngora Luis (1) Goodman Benny (1) Goodman Roy (1) Goosens Leon (1) Gordon Judith (1) Goritzki Ingo (1) Gotik (2) Goudimel Claude (1) Gould Glenn (4) Goya Francisco de (4) Gracián Baltasar (1) Grainger Percy (1) Gramatica Antiveduto (1) Grand Motet (2) Grandville J. J. (1) Grebanier Michael (1) Greco El (3) Gregg Smith Singers (1) Griechische Kunst (3) Grieg Edvard (2) Grimm Jacob und Wilhelm (1) Grimmer Walter (1) Groethuysen Andreas (1) Grosz George (1) Groves Paul (1) Grumiaux Arthur (1) Grumiaux Trio (1) Gründgens Gustaf (1) Grüß Hans (1) Gryphius Andreas (1) Guardi Francesco (1) Guarini Battista (4) Guggenheim Janet (1) Guibert Maurice (1) Gulda Friedrich (1) Gumbrecht Hans Ulrich (1) Gurker Dom (1) Haas Ernst (1) Haas Werner (1) Hadzigeorgieva Ljupka (1) Haebler Ingrid (1) Haeflinger Ernst (1) Haefs Gisbert (1) Hakhnazaryan Mikayel (1) Halvorsen Johan (1) Händel Georg Friedrich (2) Harfe (1) Harmonium (1) Harnett William Michael (1) Harnoncourt Alice (1) Harnoncourt Nikolaus (5) Harrell Lynn (3) Hartmann Karl Amadeus (1) Haskil Clara (1) Hasse Johann Adolph (1) Haßler Hans Leo (1) Hausmusik London (1) Haydn Joseph (8) Haydn Philharmonia Soloists (1) Haydn Quartet Budapest (1) Hayman Richard (1) Heemskerk Marten van (1) Heidegger Martin (2) Heifetz Jascha (4) Heine Heinrich (2) Heinichen Johann David (2) Heinrich IV. (1) Helffer Claude (1) Hell Josef (1) Henkis Jonathan (1) Heraldik (1) Herreweghe Philippe (2) Herzmanovsky-Orlando Fritz von (1) Herzog Samuel (1) Heym Georg (1) Hill David (1) Hindemith Paul (5) Hinterleithner Ferdinand Ignaz (1) Hirayama Michiko (1) Hiroshige Utagawa (1) Historische Aufnahme (55) Hoddis Jakob van (1) Hodler Ferdinand (2) Hoffmann Bruno (1) Hoffmann E T A (1) Hoffmann Hubert (1) Hoffnung Gerard (1) Hofmann Josef (2) Hofmann Werner (1) Hofmannsthal Hugo von (2) Hogarth William (2) Hokanson Leonard (1) Holbein Hans der Jüngere (3) Hölderlin Friedrich (2) Holliger Heinz (1) Holloway John (4) Holm Richard (1) Holman Peter (1) Holmes Sherlock (1) Hölzel Adolf (1) Honegger Arthur (1) Hood Robin (1) Hoogstraten Samuel van (1) Hörbuch (13) Hornkonzert (1) Hornsonate (1) Horsley Colin (1) Howlett Robert (1) Hubeau Jean (1) Hugo Victor (1) Huizinga Johan (1) Hummel Johann Nepomuk (1) Hummel Martin (1) Humphreys John (1) Hünten Franz (1) Huttenbacher Philippe (1) Huvé Cyril (1) Hyla Lee (1) Ibarra Susie (1) Iberer Gerhard (1) Icarus Ensemble (1) Ideengeschichte (1) Ikonografie (4) Il Furioso (1) Il Viaggio Musicale (1) In Nomine (3) Informel (1) Ingres Jean-Auguste-Dominique (1) Insterburg Ingo (1) Interpretatio Christiana (1) Inui Madoka (3) Israel Piano Trio (1) Ives Charles (5) Jaccottet Christiane (1) Jackson Christine (1) Jacobs René (1) Jacques Emmanuel (1) Jakulow Georges (1) Jandó Jenö (2) Janequin Clément (2) Jánoska Aládár (1) Janowitz Gundula (1) Javier López Armando (1) Jazz (1) Jess Trio Wien (1) Joachim Joseph (1) Jochum Eugen (1) Johnson Graham (1) Jones Mason (1) Jordan Armin (1) Juilliard Ensemble (1) Juilliard String Quartet (3) Jünger Ernst (1) Juon Paul (1) Kaddish (1) Kammerkonzert (1) Kammermusik (188) Kanka Michal (1) Kanon (1) Kantorowicz Ernst H (1) Kanzone (1) Kapell William (1) Karajan Herbert von (1) Katchen Julius (1) Katzenmalerei (1) Kavina Lydia (1) Kayaleh Laurence (1) Keesmat Amanda (1) Kemp Wolfgang (1) Kempff Wilhelm (3) Kempis Nicolaus à (1) Kermani Navid (1) Kersting Georg Friedrich (3) Kertész György (1) Kessel Jan van (1) Keuschnig Rainer (1) Keynesianismus (1) Khnopff Fernand (1) Kiebler Sven Thomas (1) Kinski Klaus (1) Kiss András (1) Klarinettenkonzert (2) Klarinettenquartett (1) Klarinettenquintett (7) Klarinettentrio (5) Klassik (65) Klavier (49) Klavierduo (4) Klavierkonzert (8) Klavierlied (26) Klavierquartett (13) Klavierquintett (14) Klaviersextett (1) Klaviersonate (17) Klavierstück (21) Klaviersuite (2) Klaviertranskription (1) Klaviertrio (28) Klee Paul (2) Klein Yves (2) Klemperer Otto (1) Klemperer Victor (1) Klengel Julius (1) Klepac Jaromir (1) Kliegel Maria (1) Klimt Gustav (5) Klinger Max (1) Klöcker Dieter (2) Klodt Nikolaj (1) Kloeber August von (1) Klosterneuburger Altar (2) Klust Hertha (1) Kniep Johann (1) Knothe Dietrich (2) Koch Ulrich (1) Koch Wolfgang (1) Kocian Quartet (2) Kodály Quartet (2) Kodály Zoltán (1) Koenig Gottfried Michael (1) Köhler Markus (1) Köhler Matthias (1) Kohnen Robert (1) Kokoschka Oskar (1) Kolisch Rudolf (1) Koll Heinrich (1) Komarov Vladimir (1) Komputistik (2) Koninck Servaes de (1) Konsistorum Natascha (1) Kontrabass (1) Kontrapunkt (6) Konzertstück (2) Kooning Willem de (1) Koriolov Evgeni (1) Korowin Konstantin Alexejewitsch (1) Köster Roman (1) Kovacic Tomaz (1) Kozeluch Leopold Anton (1) Kracke Helmut (1) Krajný Boris (1) Krauss Werner (1) Kreisler Fritz (1) Kreisler Fritz (K) (1) Kremer Gidon (1) Krenek Ernst (4) Kreutzer Conradin (1) Krosnick Joel (1) Kühmeier Genia (1) Kuijken Wieland (1) Kunstgewerbe (1) Kunstszene (2) Kupka Frantiček (1) Kvapil Radoslav (1) L'Aura Soave (1) L'Ecole d'Orphée (1) La Capella Ducale (1) La Chapelle Royale (1) La Rochefoucauld Antoine de (1) La Rue Pierre de (1) La Stagione (1) La Venexiana (4) Lachner Franz (1) Laci Albana (1) Lai (1) Lakatos Alexander (1) Lalo Edouard (1) Lamartine Alphonse de (1) Lamentation (2) Lancie John de (1) Landauer Bernhard (1) Landini Francesco (1) Landowska Wanda (1) Laokoon (2) Laredo Jaime (1) Larkin Philip (1) Lartigue Jacques-Henri (1) LaSalle Quartet (2) Laske Oskar (1) Lassus Orlandus (1) Laute (1) Le Concert Spirituel (1) Le Sidaner Henri (1) Leclair Jean-Marie (1) Ledoux Claude-Nicolas (1) Legrand Michel (1) Legrenzi Giovanni (1) Lehrer Tom (1) Leibl Wilhelm (1) Leibniz Gottfried Wilhelm (1) Lelkes Anna (1) Lem Stanisław (2) Lempicka Tamara (1) Leonardo (1) Leonhardt Gustav (1) Leopardi Giacomo (1) Les Amis de Philippe (1) Les Arts Florissants (1) Les Menestrels (1) Leslie George Dunlop (1) Lessing Gotthold Ephraim (1) Lethiec Michel (1) Letzbor Gunar (2) Levine James (1) Levitan Isaac (1) Lewon Marc (1) Leyden Aertgen Claesz. van (1) Lichtenberg Georg Christoph (3) Liebermann Max (3) Lied (3) Liederhandschrift (2) Ligeti György (1) Limburg Brüder von (1) Linden Jaap ter (1) Linos-Ensemble (2) Lipatti Dinu (1) Lippi Filippo (1) Lippold Richard (1) Liszt Franz (5) Literaturnobelpreis (2) Literaturwissenschaft (13) Litwin Stefan (1) Liu Xiao Ming (1) Lloyd Frank (1) Loewenguth Quartet (1) Logau Friedrich von (1) Loh Ferdinand (1) London Baroque (4) London Sinfonietta (1) London Symphony Orchestra Brass (1) Longhi Pietro (1) Loreggian Roberto (1) Lorenzetti Ambrogio (1) Loriod Yvonne (2) Lotto Lorenzo (1) Lucier Alvin (1) Lundin Bengt-Åke (1) Lutyens Elisabeth (1) Lutzenberger Sabine (1) Luzzaschi Luzzasco (1) Lydian String Quartet (1) Lyon Opera Orchestra (1) Lyrik (43) Maar Dora (1) Maar Michael (1) Mach Ernst (1) Machaut Guillaume de (2) Madrigal (10) Magnificat (3) Magritte Rene (1) Mahler Gustav (3) Mahler-Werfel Alma (1) Maillol Aristide (1) Malewitsch Kasimir (1) Mallon Kevin (1) Manet Edouard (4) Manfredini Francesco (1) Mannheimer Streichquartett (1) Marais Marin (2) Marc Aurel (1) Märchen (1) Marder Marc (1) Marenzio Luca (1) Margarete von Österreich (1) Marini Biagio (2) Marquard Odo (1) Marriner Neville (2) Marsden Stewart (1) Martin Elias (1) Martin Peter (1) Martin Thomas (1) Martinon Jean (1) Martinu Bohuslav (2) Marx Joseph (1) Marx Wolfgang (1) Masaccio (2) Massys Quentin (1) Masters Robert (1) Mathematik (2) Matisse Henri (3) Mayer Steven (1) McCreesh Paul (1) McSweeney Mark (1) Medlam Charles (1) Mehta Zubin (1) Meister der Notnamen (1) Meister der weiblichen Halbfiguren (1) Mellon Agnès (1) Melos Quartett (3) Mendelssohn Bartholdy Felix (9) Mendelssohn Fanny (1) Menuhin Hephzibah (1) Menuhin Yehudi (4) Menzel Adolph (4) Mercer Shannon (1) Mermoud Philippe (1) Merula Tarquinio (1) Messe (12) Messerschmidt Franz Xaver (1) Messiaen Olivier (3) Metz Volker (1) Mey Guy de (1) Meyer Paul (1) Meyer Wolfgang (2) Meyrink Gustav (1) Michelangelo (2) Milhaud Darius (1) Millais John Everett (2) Minnesang (1) Miró Joan (2) Modigliani Amedeo (1) Modrian Joszef (1) Moiseiwitsch Benno (1) Molenaer Jan Miense (1) Molique Bernhard (1) Monnier-Koenig Marianne (1) Monodie (1) Monroe Marilyn (1) Monteverdi Claudio (1) Moore Gerald (6) Moras Walter (1) Morel Christine (1) Morelli Giovanni (1) Mori Ikue (1) Mörike Eduard (1) Moroney Davitt (1) Mortensen Lars Ulrik (2) Motette (5) Mozart W.A. (17) Mucha Stanislav (1) Muffat Georg (1) Mühe Ulrich (1) Müller Wilhelm (1) Musica Antiqua Köln (2) Musica Fiata (1) Musica Secreta (1) Muti Riccardo (1) Nadar (1) Nagano Kent (1) Nancarrow Conlon (1) Napoleon (1) Nash Ensemble (1) Nattier Jean-Marc (1) Naturgeschichte (1) Nehring Karl-Heinz (1) Nerval Gerard de (1) Nestroy Johann (1) Neue Musik (79) New Haydn Quartet Budapest (2) Newman Barnett (1) Newman Marion (1) Nicolosi Francesco (1) Nielsen Quintet (1) Nikolaus von Verdun (2) Niquet Hervé (1) Nocturno (1) Noferini Andrea (1) Noras Arto (1) Norman Jessye (1) O'Connell Charles (1) O'Keeffe Georgia (1) Ochs Siegfried (1) Ockeghem Johannes (1) Ode (1) Odinius Lothar (1) Oja Iris (1) Ökologie (1) Oktett (8) Olivier Johann Heinrich Ferdinand (1) Onczay Csaba (1) Onslow Georges (3) Oper (2) Oppenheimer Max (3) Oratorium (1) Orchesterlied (3) Orchestermusik (25) Orchesterstück (1) Orchestre de Paris (1) Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo (1) Organosova Luba (1) Orgel (1) Orgelmesse (1) Ortega y Gasset José (1) Os Jan van (1) Osias Bert der Ältere (1) Ottensamer Ernst (1) Ouvertüre (1) Overbeck Friedrich (1) Oxford Camerata (2) Pachelbel Johann (1) Pächt Otto (2) Pädagogik (1) Palmer Todd (1) Pank Siegfried (1) Pannonisches Blasorchester (1) Panofsky Erwin (1) Parmigianino (1) Parnassi musici (2) Partita (4) Pasquier Bruno (1) Pasquier Régis (1) Patinir Joachim (2) Patzak Julius (1) Paul Jean (1) Paz Octavio (1) Pecha Peter (1) Pélassy Frédéric (1) Pellegrini-Quartett (1) Penderecki Krzysztof (1) Pennac Daniel (1) Pérès Marcel (1) Perlman Itzhak (3) Perugino Pietro (1) Peter Richard sen. (1) Petersen Quartett (1) Petrarca Francesco (3) Petronius Titus (1) Petrova Galina (1) Peyer Gervase de (1) Philharmonia Orchestra (3) Philharmonisches Oktett Berlin (1) Phillips Peter (1) Philosophie (16) Picasso Pablo (2) Pierce Joshua (1) Piero della Francesca (2) Pillney Karl Hermann (1) Pinterest (1) Piranesi (1) Pisano Andrea (1) Pitzinger Gertrude (1) Platen August von (1) Platschek Hans (1) Pleyel Ignaz (1) Pollack Jackson (1) Pollini Maurizio (1) Polyphonie (9) Pomian Krzysztof (1) Poppen Christoph (1) Posch Michael (1) Poussin Nicolas (1) Prague Piano Duo (1) Präludium (4) Prazak Quartet (1) Pré Jacqueline du (1) Prechtl Michael Mathias (1) Prendergast Maurice (1) Preucil William (1) Prey Hermann (1) Price Margaret (2) Pro Cantione Antiqua (1) Prokofjew Sergei (4) Prosa (24) Prunyi Ilona (1) Psalm (2) Purcell Henry (4) Quarrington Joel (1) Quartett (2) Quartetto Stauffer (1) Quator Calvet (2) Quator Pro Arte (3) Quevedo Francisco de (1) Quintana Juan Manuel (1) Quintett (1) Quintetto Arnold (1) Quintetto Fauré di Roma (1) Rachmaninow Sergei (1) Radio Baiern (1) Radio Beromünster (1) Raff Joachim (1) Raffael (1) Rameau Jean-Philippe (1) Ramm Andrea von (1) Rannou Blandine (1) Ravel Maurice (1) Ray Man (2) Recital (1) Reclams Universal-Bibliothek (1) Reger Max (2) Reicha Anton (1) Reichholf Josef Helmut (1) Reichow Jan Marc (1) Reimann Aribert (3) Reinecke Carl (2) Reiner Fritz (1) Reinhardt Ad (1) Reiser Hans (1) Reizenstein Franz (1) Reklame (1) Rembrandt (3) Remmert Birgit (2) Rémy Ludger (1) Repin Ilja Jefimowitsch (2) Requiem (5) Reyes Eliane (1) Rhodes Samuel (1) RIAS-Kammerchor (1) Ricardo David (1) Ricercar (1) Richter Karl (1) Richter Ludwig (1) Richter Swjatoslaw (2) Rider Rhonda (1) Rieger Christian (1) Riegl Alois (1) Riehn Rainer (1) Ries Ferdinand (2) Rihm Wolfgang (1) Rilke R M (2) Rimbaud Arthur (1) Rinuccini Ottavio (1) Rizzoli Achilles (1) Robert Hubert (1) Rodin Auguste (2) Rohbock Ludwig (1) Roloff Helmut (1) Romantik (138) Romanze (1) Romero Pepe (1) Rondeau (1) Rondo (2) Ronsard Pierre de (1) Rops Felicien (1) Rorty Richard (1) Rose Consort of Viols (1) Rossetti Dante Gabriel (1) Rossi Salomone (1) Rossini Gioachino (1) Rostropowitsch Mstislaw (3) Rothko Mark (2) Rousseau Henri (1) Rousseau Jean-Jacques (2) Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam (1) Rubenstein Matthew (1) Rubinstein Anton (2) Rubinstein Artur (2) Rubio Quartet (1) Rudolf von Rheinfelden (1) Rundfunkchor Leipzig (1) Russ Leander (1) Russian Philharmonic Orchestra (1) Rychner Max (2) Rzewski Frederick (1) Sachs Joel (1) Saint-Exupéry Antoine de (1) Saint-Saëns Camille (1) Salve Regina (1) Sandburg Carl (1) Sander August (1) Santiago Enrique (1) Saraceni Carlo (2) Saranceva Ekaterina (1) Sarasate Pablo de (2) Sartre Jean-Paul (1) Satie Erik (1) Savall Jordi (1) Savery Roelant (1) Sawallisch Wolfgang (1) Scarlatti Domenico (2) Scelsi Giacinto (2) Sceve Maurice (1) Schadow Friedrich Wilhelm (1) Schadow Johann Gottfried (1) Schalansky Judith (1) Schall Johanna (1) Scharinger Anton (1) Schedel'sche Weltchronik (1) Scheidt Samuel (1) Scherbakow Konstantin (1) Scherchen Hermann (1) Schiff András (1) Schiller Alan (1) Schiller Friedrich (2) Schillinger Joseph (1) Schindler Xenia (1) Schlichtig Hariolf (2) Schlüter Wolfgang (3) Schmelzer Johann Heinrich (1) Schmidt Franz (2) Schmidt Heinrich (1) Schmitt-Leonardy Wolfram (1) Schnabel Artur (6) Schnabel Artur (K) (3) Schnädelbach Herbert (1) Schneider Manfred (1) Schnurre Wolfdietrich (1) Schobert Johann (1) Schoenbach Sol (1) Schola Cantorum Stuttgart (1) Schönberg Arnold (8) Schop Johann (1) Schopenhauer Arthur (1) Schostakowitsch Dmitri (4) Schreckenbach Gabriele (1) Schröder Felix (1) Schröder Wolfgang (1) Schubert Franz (22) Schubert Peter (1) Schulz Robert (1) Schumann Clara (3) Schumann Robert (15) Schütz Heinrich (2) Schwarzkopf Elisabeth (3) Schweitzer Albert (1) Seefried Irmgard (1) Segantini Giovanni (2) Seltzer Cheryl (1) Semiotik (1) Semperconsort (1) Senallié le Fils Jean-Baptiste (1) Septett (7) Serkin Rudolf (2) Sermisy Claudin de (1) Serow Valentin Alexandrowitsch (1) Seurat Georges (1) Seuse Heinrich (1) Sextett (4) Sgrizzi Luciano (1) Shakespeare William (3) Shelton Lucy (1) Sherman Cindy (1) Shulman Nora (1) Sibelius Jean (1) Sicinski Adam (1) Silvestri Constantin (1) Simpson David (1) Simpson Derek (1) Sinopoli Giuseppe (1) Sitkovetsky Dmitri (1) Sitwell Dame Edith (1) Skordatur (1) Skrjabin Alexander (2) Skrowaczewski Stanislaw (1) Slávik Ján (1) Smith Fenwick (1) Smith Hopkinson (1) Smith Logan Pearsall (1) Smith Tim (1) Smullyan Raymond (1) Sobeck Johann (1) Soentgen Jens (1) Solo (4) Solomon (1) Sommer Andreas Urs (2) Sonare-Quartett (1) Sonate (9) Song (4) Sönstevold Knut (1) Souzay Gérard (1) Soziologie (1) Spengler Oswald (1) Spitzweg Carl (1) Spohr Louis (5) Staatskapelle Dresden (3) Stabat Mater (1) Stallmeister Britta (1) Stamitz Quartet (2) Stamper Richard (1) Starke Gerhard (1) Starker Janos (1) Stasny Leopold (1) Steck Anton (1) Stein Leonard (1) Stern Bert (1) Sternberg Josef von (1) Stewart Paul (1) Still Clyfford (1) Stöhr Adolf (1) Stosskopff Sébastien (1) Strauss Johann jr (1) Strauss Richard (2) Strawinsky Igor (1) Streichquartett (45) Streichquintett (10) Streichsextett (8) Streichtrio (11) Stuck Franz von (1) Studio der Frühen Musik (1) Suite (3) Suitner Otmar (1) Suk Josef (1) Sullivan Arthur (1) Summerly Jeremy (2) Suske Conrad (1) Sweelinck Jan Pieterszoon (1) Swift Jonathan (1) Symphonie (1) Szedlak Bela (1) Szell George (1) Szeryng Henryk (2) Szigeti Joseph (1) Szymanowski Karol (1) Taborn Craig (1) Tachezi Herbert (1) Takahashi Yuji (1) Tal Yaara (1) Tallis Thomas (1) Tanguy Yves (1) Tanz (1) Tarrete Virginie (1) Tasso Torquato (1) Taverner John (1) Te Deum (1) Technikgeschichte (3) Telemann G P (1) Teniers David d.J. (2) Terekiev Victoria (1) The Academy of St Martin-in-the-Fields Chamber Ensemble (1) The Ames Piano Quartet (2) The Danish Quartet (1) The Dartington Piano Trio (1) The Parley of Instruments (1) The President's Own United States Marine Band (1) The Scholars Baroque Ensemble (2) The Sixteen (1) The Solomon Trio (1) The Tallis Scholars (1) The William Byrd Choir (1) Theaterwissenschaft (1) Theodizee (1) Theologie (1) Theremin (1) Thibaud Jacques (1) Thoma Hans (1) Thomas von Aquin (1) Thompson Curt (1) Tieck Ludwig (1) Tiedemann Rolf (1) Timm Jürnjakob (1) Tintoretto (1) Tizian (2) Tobey Mark (1) Toccata (2) Tölzer Knabenchor (1) Tomböck Johannes (1) Tomböck Wolfgang (1) Toulouse-Lautrec Henri de (2) Tour George de la (3) Tragicomedia (1) Trakl Georg (1) Triendl Oliver (2) Trio (4) Trio 1790 (2) Trio Bell'Arte (1) Trio Cascades (1) Trio Opus 8 (1) Trio Recherche (1) Triosonate (14) Triple Helix (1) Tromboncino Bartolomeo (1) Tschaikowski Pjotr Iljitsch (6) Tudor David (1) Turing Alan (1) Turner Bruno (1) Turner Gavin (1) Turner William (3) Uccello Paolo (1) Uemura Kaori (1) Uhde Fritz von (1) Ullmann Viktor (1) Umweltpolitik (1) Uppsala Chamber Soloists (1) Ut Musica Poesis (1) Valadon Suzanne (1) Valéry Paul (1) Van Swieten Trio (1) Variation (11) Vasari Giorgio (1) Vega Lope de (1) Veit Philipp (1) Velázquez Diego (3) Verdi Giuseppe (2) Vergilius Vaticanus (1) Vermeer Jan (3) Vermillion Iris (1) Verse Anthem (1) Vico Giambattista (1) Victor Symphony Orchestra (1) Video (1) Vignoles Roger (2) Violakonzert (1) Violasonate (2) Violenconsort (1) Violinkonzert (3) Violinsonate (29) Visse Dominique (3) Vitali Giovanni Battista (1) VivaVoce (1) Vokal (88) Volkmann Robert (1) Volkswirtschaft (2) Voltaire (1) Voorhees Donald (1) Vossler Karl (1) Vouet Simon (1) Vuataz Roger (1) Wabo Keisuke (1) Wächter Peter (1) Wagner Jan (1) Wagner Otto (1) Waldmüller Ferdinand Georg (1) Wallenstein Alfred (1) Wallfisch Ernst (1) Wallisch Leonhard (1) Walzer (3) Waters Rodney (1) Weber Andreas Paul (1) Weber Carl Maria von (1) Webern Anton (9) Weeks James (1) Weibel Peter (1) Weigle Sebastian (1) Weill Kurt (2) Weissenberg Alexis (1) Weißenborn Günther (1) Werner Oskar (1) Wert Giaches de (1) Westphal Gert (2) Westphal-Quartett (1) Weyden Goswin van der (1) Weyden Rogier van der (3) Whicher Monica (1) Whistler James McNeill (1) Whitman Quartet (1) Widmung: Anchusa (1) Widmung: Dmitry (1) Widmung: Edmond (1) Widmung: Horacio (1) Widmung: Mastranto (1) Widmung: Sankanab (1) Wieman Mathias (1) Wiener Horn (1) Wiener Oktett (1) Wiener Philharmoniker (1) Wiener Streichtrio (1) Wilckens Friedrich (1) Wilhelm Gerhard (1) Wille Friedrich (1) Wille Oliver (1) Williams Jenny (1) Williams Roderick (1) Wilson Roland (1) Winckelmann Johann Joachim (1) Winterhalter Franz Xaver (1) Wittgenstein Ludwig (1) Wohltemperiertes Klavier (2) Wolf Hugo (2) Wölfel Martin (1) Wolff Christian (1) Wolkenstein Oswald von (1) Wood Jasper (1) Wordsworth William (1) Worringer Wilhelm (1) Wrubel Michail (1) Wuorinen Charles (1) Xenakis Iannis (1) Yablonsky Dmitry (1) Yeats William Butler (1) Yim Jay Alan (1) Young La Monte (1) Zelenka Jan Dismas (1) Zemlinsky Alexander (1) Zemlinsky Quintett Wien (1) Ziesak Ruth (2) Zimansky Robert (1) Zimmermann Tabea (1) Zlotnikov Kyril (1) Znaider Nikolaj (1) Zukerman Pinchas (1) Zukofsky Paul (2) Zutphen Wim van (1)