30. August 2008

Beethoven: Lieder (Dietrich Fischer-Dieskau, Gerald Moore, Salzburger Festspiele 1965)

Obwohl nach der populären Meinung die Geschichte des Klavierliedes im 19. Jahrhundert mit Schubert beginnt, ist es nicht zulässig, Beethoven auf diesem Gebiet als bloßen Vorläufer anzusehen: "Wie in fast allen Gattungen der Musik hat er auch für das Lied Pionierarbeit geleistet. So stehen Adelaide und An die Hoffnung gleichrangig neben Kunstliedern Schuberts, auch im Hinblick auf die profilierte Klavierbegleitung. Allerdings ist die Mehrzahl seiner Lieder noch schlicht strophisch gebaut, mit streng untergeordneter Begleitung und häufig sogar ohne eigenen Singstimmenpart, lediglich mit unterlegtem Text zur Klavieroberstimme."

(Arnold Werner-Jensen, "Ludwig van Beethoven. Musikführer", Reclam Leipzig, 2001, ISBN 3-379-20021-2, Seite 388)

"Der Text ist für Beethoven übrigens eine Hilfe, das Wesen seines eigenen Seins sozusagen zu rednerischem Ausdruck zu bringen. So wie er bei der Suche nach einem Opernstoff vom Libretto ethischen Gehalt forderte und solchen dann in der Verherrlichung der Gattenliebe seines Fidelio fand, galt ihm das Lied als ein geeignetes Medium für persönlichste Bekenntnisse. Er sucht als erster die Inhalte ganzheitlich zu erfassen, verliert sich nicht an dichterische Einzelheiten. Solche Überschau führte ihn auch erstmals zur Konzeption der Form des Liederzyklus, wie sie in ähnlicher thematischer Geschlossenheit nach ihm nur noch ganz selten erfüllt wurde (An die ferne Geliebte). Das Autobiographische seiner Liedäußerungen bedingt eine nur scheinbar unliterarische Textauswahl. Eine Ausnahme bildet Goethe, dessen Lyrik er im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts stärker bevorzugte, weil er sie als seiner Musik besonders nahestehend empfand. Tiedge, Matthisson und Haugwitz lieferten ihm die gewünschten, zu Formeln verdichteten Wahrheiten, wobei er durch Auslassungen, Abänderungen, kleine Zusätze oder Wortwiederholungen frei in die Gestaltung eingriff."

(Dietrich Fischer-Dieskau, "Texte deutscher Lieder. Ein Handbuch", dtv, 1968, ISBN 3-423-30095-7, Seite 11/12)

Der Ausnahmekünstler Dietrich Fischer-Dieskau debütierte 1951 bei den Salzburger Festspielen und war in den Jahren danach mit Liederabenden, auf dem Klavier begleitet von Gerald Moore, ein fester Bestandteil des Festivalprogramms. Die hier vorgestellte Produktion wurde 1965 aufgenommen und zwanzig Jahre später, digital aufgefrischt, erneut veröffentlicht.

TRACKLIST

LIEDERABENDE SALZBURGER FESTSPIELE LIVE 1957-1965
Live Recordings Salzburg Festival 1957 - 1965

VOL. V: LUDWIG VAN BEETHOVEN 1770-1827

01 In questa tomba oscura                         (3'40)          
WoO 133 (1807) Giuseppe Carpani

02 An die Hoffnung                                (7'50)                
op.94 (1813) Christoph August Tiedge


Sechs Lieder                                     (13'25)                      
op. 48 (1803) Christian Fürchtegott Gellert

03 1. Bitten                               

04 2. Die Liebe des Nächsten    

05 3. Vom Tode                              

06 4. Die Ehre Gottes aus der Natur       

07 5. Gottes Macht und Vorsehung           

08 6. Bußlied                              


09 Der Wachtelschlag                              (3'45)              
WoO 129 (1803) Samuel Friedrich Sauter

10 An die ferne Geliebte                         (13'30)     
op.98 (1816) Alois Isidor Jeitteles
                                       
1. Auf dem Hügel sitz' ich spähend         
2. Wo die Berge so blau
3. Leichte Segler in den Höhen
4. Diese Wolken in den Höhen
5. Es kehret der Maien
6. Nimm sie hin denn, diese Lieder

11 Adelaide                                       (6'10)
op.46 (1795/96) Friedrich v. Matthisson

12 Wonne der Wehmut                               (2'45)
op.83,1 (1810) Johann Wolfgang v. Goethe

13 Mailied                                        (1'45)
op.52,4 (1792) Johann Wolfgang v. Goethe

14 Sehnsucht                                      (2'05)
op.83,2 (1810) Johann Wolfgang v. Goethe

15 Neue Liebe, neues Leben                        (2'50)
op.75,2 (1809) Johann Wolfgang v. Goethe

16 Mephistos Flohlied                             (1'50)
op.75,3 (1809) Johann Wolfgang v. Goethe

TOTAL TIME                                        61'51


Haarlocke Ludwig van Beethovens, ausgestellt im Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB V 12

Das Digitale Archiv präsentiert die Sammlungen des Beethoven-Hauses Bonn: "Musikhandschriften, Erstausgaben, Briefe und Bilder. Die inhaltliche Vernetzung von über 5.000 Dokumenten auf 26.000 hochwertigen Farbscans, 1.600 Audiodateien (Musikbeispiele und Hörbriefe) und 7.600 Textdateien läßt Beethovens Denken, Leben und Arbeiten auf vielfältige Weise sichtbar und hörbar werden; Porträts und topographische Darstellungen zeigen den Künstler und seine Welt."

DIETRICH FISCHER-DIESKAU, Bariton
GERALD MOORE, Klavier

Recording: Mozarteum Salzburg, 13. August 1965
® und © 1985

In questa tomba oscura lasciami riposar;
Quando vivevo, ingrata, dovevi a me pensar.
Lascia che l'ombre ignude godansi pace almen
E non bagnar mie ceneri d'inutile velen.

(In dieses Grabes Dunkel laß entschlummert mich sein;
Ja, als ich lebte, Treulose, ach! mußtest du denken mein!
O laß bei nackten Schatten friedlich ruhn mein Herz
Und benetze weinend meine Asche nicht mit eitlem Schmerz.)


Guiseppe Carpani

Reposted on March 14, 2014

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27. August 2008

Louis Spohr: Doppelquartette

Louis (Ludwig) Spohr war zu seinen Lebzeiten (1784-1859) und für den Rest des 19. Jahrhunderts als Geigenvirtuose, Komponist, Dirigent und Lehrer einer der bekanntesten und einflußreichsten Musiker Europas. Ab 1822 wirkte er für 35 Jahre als Hofkapellmeister in Kassel und war das Haupt einer Violinschule, der Schüler aus ganz Europa zuströmten. Was Carl Czerny für die Klaviertechnik des Vormärz bedeutet, bedeutet Spohr für die Geige.

"In den Augen seiner Zeitgenossen war Spohr ein Fahnenträger reiner deutscher Kunst, und er stellte eine Brücke zur Ära von Haydn und Mozart dar. Dem Beispiel des fortschrittlichen und innovativen Dirigenten war die Benutzung und Verbreitung des Taktstocks zu verdanken, und er integrierte die Werke seiner Komponistenkollegen völlig uneigennützig in seine Konzerte. Zudem war er ein außerordentlicher Interpret Beethovenscher Großwerke sowie ein Förderer des jungen Wagner und Hauptakteur während der Bach-Renaissance. Er war Gönner unzähliger Musikverbände, Freimaurer, idealistischer liberaler Demokrat, der sich von ganzem Herzen eine deutsche Einheit wünschte, und zudem war er einer der größten Tourneebestreiter der Musikwelt". (Maurice Powell, Präsident der Internationalen Louis Spohr-Gesellschaft, im Booklet)

Die Gattung Doppelquartett, vom mit Spohr befreundeten Andreas Romberg erfunden, besteht eigentlich nur aus den vier Werken Spohrs: Sie umfaßt vier Stimmen, wobei jede Stimme doppelt besetzt ist. Zwei Streichquartettensemble stehen sich auf der Bühne gegenüber, wobei die räumliche Trennung dem "subtilen antiphonalen Wechselspiel der beiden gleichgestellten und dennoch unabhängigen Quartette" besonderen Reiz verleiht.

CD 1 Track 8: Doppelquartett Nr 2 in Es Dur Op 77 - IV. Allegretto


TRACKLIST

LOUIS SPOHR (1784-1859)

DOPPELQUARTETTE

CD 1                                          48'23
Double Quartet No 1 in D minor Op 65          21'10

(1) Allegro                    9'31
(2) Scherzo: Vivace            4'28
(3) Larghetto                  2'48
(4) Allegretto molto           4'23

Double Quartet No 2 in E flat major Op 77     27'13

(5) Allegro vivace             9'03
(6) Menuetto - Trio            6'38
(7) Larghetto con moto         5'04
(8) Allegretto                 6'28

CD 2                                          60'52

Double Quartet No 3 in E minor Op 87          35'09

(1) Adagio - Allegro          13'17
(2) Andante con variazioni     8'38
(3) Scherzo: Allegro           6'59
(4) Finale: Allegro molto      7'15

Double Quartet No 4 in G minor Op 136         25'43

(5) Allegro                    7'23
(6) Larghetto                  5'34
(7) Scherzo: Moderato - Trio   6'47
(8) Finale: Vivace             5'59


Louis Spohr, 1838, Ausschnitt eines Porträts von Johann Roux

Linktipps:

In England, wo Spohr noch jetzt sehr populär ist, pflegt "The Spohr Society of Great Britain" sein Andenken (und agiert als Mitherausgeberin der vorgestellten Doppel-CD).

Auch der USA-Zweig der Internationalen Louis Spohr-Gesellschaft ist im Internet präsent.

Steffen Spohr, ein Nachfahre des Künstlers, präsentiert auf seiner liebevoll gemachten Louis-Spohr-Seite eine interessante Bildergalerie sowie den Stammbaum der Familie Spohr.

Steffen bietet auf seiner privaten Seite, der ich mehr Besucher wünsche, interessante Schnappschüsse aus seiner Jugend- und Militärzeit in der DDR der 60er-Jahre sowie von ihm angerichtete "Bretteljausen". (Was ist das?)

THE ACADEMY OF ST MARTIN-IN-THE-FIELDS CHAMBER ENSEMBLE
KENNETH SILLITO violin      ROGER GARLAND violin
MALCOLM LATCHEM violin      ANDREW McGEE violin
STEPHEN SHINGLES viola      ANTHONY JENKINS viola
DENIS VIGAY cello           ROGER SMITH cello

Recorded in association with The Spohr Society of Great Britain
on 8, 9 January (CD1) and 15, 16 Juni (CD2) 1984
Recording Engineer TONY FAULKNER
Recording Producer ANDREW KEENER
Executive Producer EDWARD PERRY
® 1986, (C) 1998

CD 2 Track 6: Doppelquartett Nr 4 in g Moll Op 136 - II. Larghetto


CD Info and Scans (Tracklist, Covers, Booklet, Music Samples, Pictures) 36 MB
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Reposted on August 30, 2014

25. August 2008

Conradin Kreutzer - Franz Berwald: Septette (Berliner Oktett)

Beethovens Septett in Es-Dur op. 20 wurde nach der Uraufführung am 2. April 1800 begeistert aufgenommen und sofort populär, und zwar auch bei seinen Komponistenkollegen. Eine Reihe von Werken des 19. Jahrhunderts erschienen in der von Beethoven gewählten oder abgewandelten Besetzung: Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabaß. Zwei dieser Septette wurden vom Berliner Oktett bereits 1981 aufgenommen, und vor einigen Jahren neu veröffentlicht.

Conradin Kreutzers (1780-1849) Septett Es-Dur op 62 entstand um 1822 in Donaueschingen. Der Komponist wurde zu Lebzeiten mit seinen Opern ("Das Nachtlager von Granada") und Liedern leidlich berühmt, aber nach seinem Tod schnell vergessen. In besserer Erinnerung ist Ferdinand Raimunds Original-Zaubermärchen "Der Verschwender" (uraufgeführt 1834), für das Kreutzer die Musik begesteuert hat: Das "Hobellied" wird seitdem zu seiner Melodie gesungen.

Franz Berwalds (1796-1868) Septett B-Dur wurde am 6. Dezember 1828 in Stockholm uraufgeführt. Er gilt dem Bärenreiter-Verlag, der zur Zeit die Gesamtausgabe seiner Werke herausgibt, als "bedeutendster schwedischer Komponist des 19. Jahrhunderts", ein zutreffendes, aber nicht allzu wertvolles Kompliment.

Die Musikgeschichte besteht nicht nur aus den großen, die Traditionen überwindenden und alle Regeln brechenden Genies, deren Namen durch die Jahrhunderte leuchten, aber auch auf jeder kulturellen Cocktail Party gedroppt werden. Die Charakteristika einer Musikepoche werden an den Werken der kleineren Meister, die den Zeitstil vollständig ausschöpfen, viel deutlicher sichtbar. Man muß auf die Musik hören, nicht nach den Namen fragen!

Track 2: Conradin Kreutzer: Septet in Es-Dur op. 62, II. Adagio


TRACKLIST

CONRADIN KREUTZER (1780-1849)

Septett Es-Dur op. 62 für Klarinette, Horn, Fagott,      33:40
Violine, Viola, Violoncelio und Kontrabaß

Septet in E f1at major for clarinet, horn, bassoon,
violin, alto, violoncello and double-bass

(1) I. Adagio - Allegro                                   8:02
(2) 2. Adagio                                             8:09
(3) 3. Menuetto. Moderato                                 3:49
(4) 4. Andante. Maestoso                                  4:38
(5) 5. Scherzo. Prestissimo                               4:03
(6) 6. Finale. Allegro vivace                             4:59


FRANZ BERWALD (1796-1868)
Septett B-Dur für Klarinette, Horn, Fagott, Violine,     23:18
Viola, Violoncello und Kontrabaß

Septet in B flat major for clarinet, horn, bassoon,
violin, alto, violoncello and double-bass

(7) 1. Introduzione. Adagio - Allegro molto               8:26
(8) 2. Poco adagio - Prestissimo - Adagio                 8:39
(9) 3. Finale. Allegro con spirito                        6:14


TOTAL TIME                                               57:06


Conradin Kreutzer, Lithographie von Joseph Kriehuber aus dem Jahre 1837

Linktipp:

Die Musikproduktion Jürgen Höflich veröffentlicht Artikel über relativ unbekannte (aber auch bekannte) Komponisten und Interpreten, (z.B. auch über Berwald), um "nützliche Informationen zur Verfügung zu stellen, die sonst nirgendwo im Internet zu finden sind und eine Inspiration zu übermitteln, die die Grenzen der etablierten Musikwelt überschreitet."


BERLINER OKTETT

BERND BENKER, Violine/violin (Kreutzer)
CHRISTIAN MENCKE, Violine/violin (Berwald)
HELMUT LÖCHEL, Viola/alto
ROLF DÖHLER, Violoncello
BARBARA SANDERLlNG, Kontrabaß/double-bass
MICHAEL SIMM, Klarinette/clarinet
FRITZ FINSCH, Fagott/bassoon
CHRISTIAN FRIEDRICH DALLMANN, Horn

Recording: 1979, Berlin, Christuskirche
Recording Producer: Eberhard Hinz
Balance Engineer: Eberhard Hinz
Recording Engineer: Hartmut Kölbach
Editing: Annelene Dziengel
® 1981 © 2003

CD Info and Scans (Tracklist, Covers, Booklet, Music Samples, Pictures) 26 MB
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Reposted on November 23, 2014

21. August 2008

J. S. Bach: Die Kunst der Fuge BWV 1080 - Juilliard String Quartet

"Die Aufgabe, die sich J. S. Bach mit der "Kunst der Fuge" stellte, war keine geringere, als die Summe seiner Kenntnisse über Technik und Ausdruck des Kontrapunktes in systematischer Form niederzuschreiben. ... Obwohl das wesentliche kompositorische Merkmal des Werkes das Miteinander von vier gleichberechtigten Stimmen ist, sind für seine Ausführung weder Instrumente noch irgendwelche Gesangsstimmen angegeben. Wenngleich in Fachkreisen die Auffassung vertreten wird, daß das Werk für ein Tasteninstrument bestimmt sei, ist es in nahezu allen erdenklichen instrumentalen Kombinationen, selbst für großes Symphonieorchester oder Blaskapelle eingerichtet worden."

"Warum ist dann aber nicht "Die Kunst der Fuge" fester Bestandteil des Repertoires eines Streichquartetts? ... Ich glaube jedoch, daß der hauptsächliche Grund ein rein praktischer ist, nämlich die Tatsache, daß Alt- und Tenorstimme im ganzen Werk häufig unter dem Stimmumfang von Geige und Bratsche liegen. ... Was die Altstimme betrifft, so findet sich eine einfache Lösung: der zweite Geiger spielt die Passagen, die zu tiefe Stellen beinhalten, auf der Bratsche. Auf eine außergewöhnliche Idee sind wir bei der Tenorstimme gekommen. Ich habe den Lautenmacher Marten Cornellisen gebeten, ein Instrument zu bauen, das gegenüber dem üblichen Stimmumfang der Bratsche um eine Quarte nach unten erweitert ist. ... Aus diesem Grund ist die vorliegende Einspielung weder eine Bearbeitung noch eine Transkription, sondern einfach eine getreue Wiedergabe jeder einzelnen Bachschen Note."

(Interpretatorische Anmerkung von Samuel Rhodes (Juilliard String Quartet), aus dem Booklet)

Das Thema in d Moll, das bereits in der ersten Fuge eingeführt wird


TRACKLIST

JOHANN SEBASTIAN BACH (1685-1750)

DIE KUNST DER FUGE BWV 1080
The Art of the Fugue /L'Art de la Fugue / L'arte della fuga  

DISC 1 Total time:                                               44'13 

[01] Contrapunctus 1                                              4'10
[02] Contrapunctus 2                                              2'30
[03] Contrapunctus 3                                              3'54
[04] Contrapunctus 4                                              3'22
[05] Contrapunctus 5                                              2'52
[06] Contrapunctus 6, a 4, im Stile francese                      4'21
[07] Contrapunctus 7, a 4, per Augmentationem et Diminutionem     2'28
[08] Contrapunctus 8, a 3                                         6'07
[09] Contrapunctus 9, a 4, alla Duodecima                         2'13
[10] Contrapunctus 10, a 4, alla Decima                           6'18
[11] Contrapunctus 11, a 4                                        5'55
        
        
DISC 2 Total time:                                               45'40 
        
[01] Canon alla Ottava                                            2'11
[02] Canon alla Decima in Contrapuncto alla Terza                 6'18
[03] Canon alla Duodecima in Contrapuncto alla Quinta             4'05
[04] Canon per Augmentationem in contrario motu                   7'17
[05] Contrapunctus 13, a 3                                        2'03
[06] Inversus 13, a 3                                             2'06
[07] Contrapunctus 12, a 4                                        3'23
[08] Inversus 12, a 4                                             3'41
[09] Contrapunctus 14                                            10'03
[10] Choral: "Vor deinen Thron tret' ich hiermit"                 4'29

JUILLIARD STRING QUARTET
Robert Mann, Violin
Joel Smirnoff, Violin
Samuel Rhodes, Viola
Joel Krosnick, Cello

Recording: Library of Congress, Washington, D.C., May 25-27, 1987
(P) und (C) 1992

CD Info and Scans (Tracklist, Covers, Booklet, Music Samples, Pictures) 4 MB
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Reposted on October 13, 2014

Weitere Empfehlungen:

Ice hat in Ihrem exzellenten Blog "classics" eine bemerkenswerte Version der "Kunst der Fuge" auf der Orgel veröffentlicht, von Helmut Walcha, aufgenommen 1956/1960.

Die von mir vor sechs Wochen veröffentlichte Version für Streichquartett, ebenfalls eine Historische Aufnahme von Hermann Scherchen, ist wieder verfügbar!

19. August 2008

Krenek - Schönberg - Webern: Streichtrios

An dieser Stelle unterbrechen wir unseren (grob) chronologischen Kurs durch die Kammermusik (wir stehen am Beginn der Romantik) durch einen Vorgriff auf einige Meisterwerke der "Neuen Wiener Schule" des 20. Jahrhunderts:

Anton Weberns zweisätziges Streichtrio op. 20 wurde am 16. Jänner 1928 im Kleinen Musikvereinssaal (Wien) durch Mitglieder des Kolisch-Quartetts uraufgeführt. "Das Prinzip, einen Satz durch Variation von Motiv und Themen zu entwickeln, ist das gleiche wie bei den klassischen Meistern. Die Art der Motiventwicklung und die Themendurchführung weicht aber von der klassischen weit ab... Mosaikartig setzen sich bei Webern die Stimmen aus Bestandteilen einer Reihe zusammen. So entstehen durch verschiedene Kombinationen immer neue Klänge." (Erwin Stein in der Erstausgabe der Partitur, 1927).

Arnold Schönbergs Streichtrio op. 45 entstand im Herbst 1946 nach einem schweren Herzinfarkt und ist - was aus Äusserungen des Komponisten gegenüber Hanns Eisler und Thomas Mann hervorgeht - eine Darstellung dessen, was er durchgemacht hatte. "Die Schockwirkung der ersten Minuten ist unentrinnbar, sie stempelt das Werk als ein geniales Produkt der Angst, der Beklemmung, aus dessen fremdartigen Gestalten, Melodien, Klängen und Rhythmen uns aber unversehens ein Reich unirdischer und traumhafter Wahrheit anspricht." (H.H.Stuckenschmidt, zitiert im Booklet)

Gegen Ende der dodekaphonischen Schaffensperiode Ernst Kreneks entstand in Los Angeles sein Strichtrio, das er selbst lakonisch so vorstellt: "Das Streichtrio op. 118 wurde 1949 komponiert. Es hat fünf kurze Sätze, die ohne Pause gespielt werden. Die Tonsprache ist atonal und das thematische Material ist aus einer Zwölftonreihe abgeleitet, ohne an diese streng gebunden zu sein."


TRACKLIST

STREICHTRIOS DER NEUEN WIENER SCHULE

KRENEK - SCHÖNBERG - WEBERN

ARNOLD SCHÖNBERG (1874-1951)
(1) Streichtrio op. 45 18'44

ANTON WEBERN (1883-1945)

(2) Satz für Streichtrio op. posth, 2'11

ERNST KRENEK (1900-1991)

(3) Streichtrio op. 118 13'13
[3.1] Allegretto vivace [0'00-3'01]
[3.2] Larghetto [3'02-5'57]
[3.3] Allegretto vivace [5'58-7'35]
[3.4] Adagio [7'36-11'21]
[3.5] Allegretto grazioso [11'22-13'13]

ANTON WEBERN

(4) Streichtrio op. 20 9'48
[4.1] Sehr langsam [0'00-3'42]
[4.2] Sehr getragen und ausdrucksvoll [3'43-9'48]

TOTAL TIME: 44'39

Die Mitglieder des 1972 gegründeten Wiener Streichtrios sind Solisten des Orchesters Wiener Symphoniker

WIENER STREICHTRIO
Jan Pospichal, Violine
Wolfgang Klos, Viola
Wilfried Rehm, Violoncello

Co-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk· Aufnahme: 17.-19.12.1986 Studio 3 des BR

Verlage:
Schönberg op.45 - Bomart Music Publications
Webern op.20 / op.posth. - Universal Edition
Krenek op. 118 - Wilhelm Hansen

Der auf dem CD-Cover abgebildete Arnold Schönberg ist ein gleichnamiges Pastell von Georg Eisler, 1987 (im Original 50 x 50 cm). Georg Eisler (1928-1998) ist der Sohn des Komponisten und Schönberg-Schülers Hanns Eisler (1898-1962), Vertoner des Solidaritätslieds und der Nationalhymne der DDR.

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7. August 2008

Beethoven: Klaviertrios, Vol. 2 (Ashkenazy, Perlman, Harrell)


In den Klaviertrios vor Beethoven wurde dem Klavier bei Weitem der Vorrang eingeräumt, und auch in seinem Opus 1 "hielt sich die Eigenständigkeit der drei Instrumente in Grenzen; indes verlieh ihnen Beethoven in seinen größten Errungenschaften in diesem Genre, den Trios op. 70 und dem "Erzherzog"-Trio genannten op. 97, völlige Unabhängigkeit. In beiden Werken ist der Zugang zum Genre gänzlich neu, und die Verarbeitung ausgesprochen widersprüchlicher musikalischer Ideen ist erstaunlich."

"Der Beiname des B-dur-Trios op. 97 bezieht sich auf Beethovens Freund, Schüler und Mäzen, den Erzherzog Rudolph, dem das Werk gewidmet war; auch das Tripelkonzert für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester op. 56 war seinen pianistischen Fähigkeiten angepasst. Das Trio ist denkbar großformatig konzipiert. Der Kopfsatz ist einer der lyrisch geräumigsten Sonatensätze aus der Feder des Meisters; der zweite Satz ist auf einem ganz einfachen Gedanken aufgebaut. Hingegen wirft die komplexe Figuration schon einen Blick auf die tiefgründigen späten Klaviersonaten voraus." (Andrew Huth, im Booklet).

TRACKLIST

LUDWIG VAN BEETHOVEN 1770-1827

PIANO TRIOS VOL.2

COMPACT DISC 1 72.37


Piano Trio, Op.70 No.1 'Ghost'
in D/D-dur/en ré majeur

(01) I: Allegro vivace con brio 6.56
(02) II: Largo assai ed espressivo 10.14
(03) III: Presto 5.55

Variations, Op.44
in E flat/Es-dur/en mi bémol majeur

(04) Tema'Ja, ich muss mich von ihr scheiden' 0.40
(Dittersdorf)
(05) Var.I 0.35
(06) Var.II 0.36
(07) Var.III 0.39
(08) Var.IV 0.45
(09) Var.V 0.37
(10) Var.VI 0.33
(11) Var.VII 1.25
(12) Var.VIII 0.57
(13) Var.IX 0.32
(14) Var.X 0.31
(15) Var.XI 0.32
(16) Var.XII 0.35
(17) Var.XIII 1.24
(18) Var.XIV 2.43

Piano Trio, Op.70 No.2
in E flat/Es-dur/en mi bémol majeur

(19) I: Poco sostenuto - Allegro ma non
troppo - Tempo I - Tempo 11 11.03
(20) II: Allegretto 5.11
(21) III: Allegretto ma non troppo 7.20
(22) IV: Finale: Allegro 7.54

Piano Trio, Hess 48
in E flat/Es-dur/en mi bémol majeur

(23) Allegretto 4.29



COMPACT DISC 2 51.46

Piano Trio, Op.97 'Archduke'
in B flat/B-dur/en si bémol majeur

(01) I: Allegro moderato 12.28
(02) II: Scherzo e Trio: Allegro 6.35
(03) III: Andante cantabile ma però con moto
- Poco più adagio - Tempo I - 11.37
(04) IV: Allegro moderato - Presto 6.35

Piano Trio, WoO 38
in E flat/Es-dur/en mi bémol majeur

(05) I: Allegro moderato 4.45
(06) II: Scherzo e Trio Allegro ma non troppo 4.09
(07) III: Rondo: Allegretto 5.21

Erzherzog Rudolf von Österreich (1788-1831), der Widmungsträger des B-Dur-Klaviertrios op. 97

Mehr über ihn und seinen bekannteren, 70 Jahre jüngeren Namensvetter, aus dem AEIOU Kulturinformationssystem des Austria Forums.

Vladimir Ashkenazy piano/Klavier
Itzhak Perlman violin/Violine/violon
Lynn Harrell Violoncello/violoncelle

Recorded/Aufgenommen/Enregistré: VI.1979 - IV.1984, Manhattan Centre, New York (Op.44);
No.1 Studio, Abbey Road, London (Op. 70 No.1, Hess 48, WoO 38);
RCA Studios, New York (Op. 70 No.2, Op.97)

Producer/Produzent/Directeur artistique: Suvi Raj Grubb

Balance Engineers/Tonmeister/Ingénieurs du son: Michael Gray (Op.70 No.1),
Michael Sheady (all other werks)

(P) 1982 (Op.97), 1986 (all other works). ® + © 2003


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4. August 2008

Beethoven: Klaviertrios, Vol. 1 (Ashkenazy, Perlman, Harrell)


1795 - er war seit drei Jahren in Wien ansässig - veröffentlichte der junge Beethoven sein Opus 1, drei Klaviertrios in Es-dur, G-dur, c-moll, mit jeweils vier anstatt der üblichen drei Sätzen. "Ist das Es-dur-Trio ein elegant ausgeglichenes Beispiel des in Mozart und Haydn zur Vollendung geführten klassischen Stils, so ist Trio Nr. 2 irgendwie persönlicher, wunderlicher; und das letzte Trio der Dreiergruppe, in c-moll, ist das erste in einer langen Reihe dramatischer, beklemmender Werke in dieser Tonart. [...] Drei Jahre nach den Trios op. 1 erschien Beethovens op. 11 für Klarinette, Cello und Klavier mit fakultativer Violine an Stelle der Klarinette. Es ist kürzer und liebenswürdiger als die Klaviertrios, und das Finale ist besonders ansprechend: eine Variationensatz über ein Thema aus L'amor marinaro seines Zeitgenossen Joseph Weigl, eine der vielen Opern, deren Namen heute nur bekannt sind, weil Beethoven ihnen die Ehre antat, eine ihrer Melodien zu verarbeiten." (Andrew Huth im Booklet)

TRACKLIST

LUDWIG VAN BEETHOVEN 1770-1827

PIANO TRIOS VOL.1


COMPACT DISC 1 63.16

Piano Trio, Op.1 No.1
in E flat/Es-dur/en mi bémol majeur

01 I: Allegro 9.58
02 II: Adagio cantabile 9.09
03 III: Scherzo e Trio: Allegro assai 5.13
04 IV: Finale: Presto 7.44

Piano Trio, Op.1 No.2
in G/G-dur/en sol majeur

05 I: Adagio - Allegro vivace 9.55
06 II: Largo con espressione 11.26
07 111: Scherzo e Trio: Allegro 3.43
08 IV: Finale: Presto 5.40


COMPACT DISC 2 68.48

Piano Trio, Op.1 No.3
in C minor/c-moll/en ut mineur

01 I: Allegro con brio 7.15
02 II: Andante cantabile con variazioni 7.28
03 III: Menuetto e Trio: Quasi allegro 3.53
04 IV: Finale: Prestissimo 7.28

Piano Trio, WoO 39
in E flat/Es-dur/en mi bémol majeur

05 Allegretto 5.27

'Kakadu' Variations, Op.121a
in G/G-dur/en sol majeur

06 Introduzione: Adagio assai 5.31
07 Tema ('Ich bin der Schneider Kakadu'
/Wenzel Müller): Allegretto 0.40
08 Var.I: [L'istesso tempo] 0.41
09 Var.II: [L'istesso tempo] 0.40
10 Var.III: [L'istesso tempo] 0.47
11 Var.IV: [L'istesso tempo] 0.41
12 Var.V: [L'istesso tempo] 0.43
13 Var.VI: [L'istesso tempo] 0.40
14 Var.VII: [L'istesso tempo] 0.53
15 Var.VIII: [L'istesso tempo] 0.41
16 Var.IX: Adagio espressivo 2.12
17 Var.X: Presto - Allegretto 3.47


Piano Trio, Op.11
in B flat/B-dur/en si bémol majeur

18 I: Allegro con brio 6.43
19 II: Adagio 4.54
20 III: Tema con variazioni
('Pria ch'io l'impegno'):
Allegretto - Allegro 7.07

Ludwig van Beethoven im Jahre 1801 (Carl Traugott Riedel (1769 - 1832))

Vladimir Ashkenazy piano/Klavier
Itzhak Perlman violin/Violine/violon
Lynn Harrell Violoncello/violoncelle

Recorded/Aufgenommen/Enregistré: VI.1979 - IV.1984, Manhattan Centre, New York (Op.l No.1) & No.1 Studio, Abbey Road, London (all other works)

Producer/Produzent/Directeur artistique: Suvi Raj Grubb

Balance Engineers/Tonmeister/Ingénieurs du son: Michael Sheady (Op.l No.1),
Michael Gray (all other werks)

® 1982 (WoO 39), 1986 (all other works).
® & © 2003

Chronologisches Verzeichnis der Klaviertrios Beethovens

Ein Screenshot aus dem vorzüglichen Werksverzeichnis, veröffentlicht auf den Klassika-Seiten.

CD Info and Scans (Tracklist, Covers, Booklet, Music Samples, Pictures) 5 MB
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