29. Oktober 2018

Kuriose Wortspiele: Schelmereien von Heinz Erhardt

Wer kennt ihn nicht? Heinz Erhardt ist und bleibt unvergessen, und das vollkommen zeitlos, sämtliche Generationen erfreuen sich, damals wie heute, an seinen Liedern, Sketchen und kuriosen Wortspielen. Immer einen kessen Spruch auf den Lippen, so wird der Komiker in Erinnerung bleiben, dabei sollte und darf man aber auch nie den Menschen dahinter übersehen. Ob in seinen Filmen, auf der Bühne vor Publikum oder im Interview, zumindest wenn man sich für Comedy interessiert, wird man früher oder später mit Heinz Erhard in Berührung kommen.

„Schelmereien“ versammelt Live-Mitschnitte und Interviews aus Sendungen des NDR und RBB wie beispielsweise „Lachen mit Heinz Erhardt“ oder Interviews aus den Jahren 1958 beziehungsweise 1963.

Natürlich ist dem geneigten Hörer, sofern dies nicht seine erste Begegnung mit dem Urgestein ist, das meiste bekannt. Songs wie „Fräulein Mabel“ und „Abschiedslied“ gehen nicht nur sofort ins Ohr, sondern lassen sich auch vortrefflich mitsingen. Der „G-Sketch“ oder „König Erl“ sind Klassiker, die auch nach dem x-ten Hören nicht langweilig werden, sondern dem Hörer noch immer ein herzhaftes Lachen entlocken.

Mit seiner einzigartigen Art schafft es Erhardt, die Massen zu begeistern und für sich einzunehmen, schon alleine aus dem Grund, dass er nie unnahbar erschien. Dies spiegelt sich auch in den Ausschnitten der Interviews wider, die dem Hörer den Komiker noch ein wenig näher bringen.

Ob mit oder ohne musikalische Untermalung, gereimt oder nicht, diese Sammlung vereint Werke aus Heinz Erhardts Feder, die legendär sind und bleiben werden. Einfach eine zeitlang abschalten, kuriosen Texten und Klängen lauschen, alleine dafür lohnt sich diese CD. Die 47 Tracks sind viel zu schnell vorbei, nur gut, dass man sie sogleich von Neuem starten kann.

Quelle: Was liest Du? Dein Magazin, Deine Community


Track 20: Der Tauchenichts


Der Tauchenichts
(nach Schiller)

»Wer wagt es, Knappersmann oder Ritt,
zu schlunden in diesen Tauch?
Einen güldenen Becher habe ich mit,
den werf ich jetzt in des Meeres Bauch!
Wer ihn mir bringt, ihr Mannen und Knaben,
der soll meine Tochter zum Weibe haben!«

Der Becher flog.
Der Strudel zog
ihn hinab ins greuliche Tief.
Die Männer schauten,
Weil sie sich grauten,
weg. — Und abermals der König rief:

»Wer wagt es, Knippersmann oder Ratt,
zu schlauchen in diesen Tund?
Wer's wagt — das erklär ich an Eidesstatt —
darf küssen mein’s Töchterleins Mund!
Darf heiraten sie und mein Land verwalten!
Und auch den Becher darf er behalten!«

Da schlichen die Mannen
und Knappen von dannen.
Bald waren sie alle verschwunden — — —
Sie wußten verläßlich:
die Tochter ist gräßlich!
Der Becher liegt heute noch unten ...


TRACKLIST


HEINZ ERHARDT: Schelmereien

01,-02. Ansage + Nachdem ich mich hier versammelt habe   2:24
    03. Ohren                                            0:33
    04. Das Pechmariechen                                1:59
05.-06. Lebenslauf                                       2:58
    07. Chor der Müllabfuhr                              0:23
08.-10. Peppercorn                                       3:32
        Musik: Hans Lang, Text: Erich Meder
    11. Die polyglotte Katze                             1:26
    12. Die Kuh                                          0:37
    13, Die Weihnachtsgans                               0:52
    14. Der Stier                                        0:38
15.-17. Hero und Leander                                 3:34
    18. Gedicht über einen Schauspieler                  0:40
    19. Columbus                                         0:37
    20. Der Tauchenichts                                 1:24
    21. Die Geschichte vom alten Fritz                   0:21
    22. Fußball                                          0:33
    23. Der Winter                                       1:04
    24. Urlaub im Urwald                                 0:36.
    25. Fräulein Mabel                                   2:41
        Musik und Text: Heinz Erhardt
26.-29. Doppelconference                                 5:34
    30. Im Café                                          2:08
    31. Schenken                                         0:55 
    32. Offenes Haar                                     0:21
    33. Das Klaviezimbel                                 0:49
    34. Die Oase                                         1:58
    35. Wortspiele                                       1:12
    36. Deutscher Wald                                   1:11
    37. Reklame für das Buch                             0:53
38.-39. Abschiedslied                                    3:03
        Musik und Text: Heinz Erhardt
40.-41. Interview, NDR 1963                              4:43
42.-43. Vorwort für eigenes Buch                         2:33
44.-46. G-Sketch                                         5:05
    47. König Erl                                        1:20
    
                                                 Total: 57:36

Track 1-39 und 42-46: Lachen mit Heinz Erhardt, NDR 1978
Track 40-41: Interview, NDR 1963
Track 47: aus Interview nach Premiere von "Vater, Mutter und
neuen Kinder", RBB 1958

(C) 2016 


Track 25: Fräulein Mabel


Fräulein Mabel

(Der Verfasser bittet, diesen Namen, wie so vieles heute,
englisch auszusprechen, also Mebel. Diese Bitte bezieht
sich natürlich auch auf die entsprechenden Reimwörter. Danke!)


Alle Frauen, die
mit tausend Reizen ausgestattet,
durch das Weichbild unsrer Stadt lustwandeln, die
hab ich nicht lieb, denn
die sind nicht mein Typ, ich
brauche etwas andres fürs Gemüt. Zum Beispiel:
Fräulein Mabel, die,
durch wenig Schönheit ausgezeichnet,
still und unbemerkt durchs Leben schreitet, ist
mir nicht einerlei, und
weil sie mir stets treu, drum
widme ich ihr dies schöne Lied‘.

Kennen Sie denn schon das Fräulein Mabel?
Würden Sie sie sehn, würd’s Ihnen abel!
Beine hat sie dünn so wie ein Säbel —
meine süße kleine Freundin, Fräulein Mabel.

Kennen Sie denn schon das Fräulein Mabel?
Ausgeschnitten geht sie bis zum Nabel,
deshalb hab ich auch für sie ein Faible —
für die süße kleine Freundin, Fräulein Mabel.

Manche gibt es, die mir heute
dieses stille Glück nicht gönnen;
nur deshalb, weil diese Leute
sowas nicht verstehen können!

Kennen Sie denn schon das Fräulein Mabel?
Sie bewohnt gleich nebenan ’ne mabel-
ierte Wohnung unterm Gabel —
meine süße kleine Freundin, Fräulein Mabel.


Der Teppich ist mein bestes Stück!


Herbert Boeckls Bildteppich „Die Welt und der Mensch”

Entwurf: Herbert Boeckl, Ausführung: Fritz Riedl, Josef Schulz und
Veronika Schmidt, Die Welt und der Mensch, 1954-57, Bildteppich, 260 x 1200 cm,
 Ehrenloge, Wiener Stadthalle. [Detail]
1952 wurde der Bau einer Mehrzweckhalle auf dem Vogelweidplatz im fünfzehnten Wiener Gemeindebezirk beschlossen. Aus dem Architektenwettbewerb ging Roland Rainer siegreich hervor. 1953 erfolgte die Grundsteinlegung und in den darauffolgenden Jahren wurden sukzessive die einzelnen Hallen fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die feierliche Eröffnung der gesamten Stadthalle erfolgte schließlich am 21. Juni 1958 durch Bundespräsident Dr. Adolf Schärf. […]

Für den Empfangsraum der sogenannten Ehrenloge, einem Aufenthaltsraum, der ranghohen Besuchern vorbehalten war, wurde 1954 ein ganz besonderes Kunstwerk in Auftrag gegeben. In den darauffolgenden Jahren entstand ein zwölf Meter langer und zweieinhalb Meter hoher Bild- teppich. Entwerfer des Teppichs war Herbert Boeckl, die Ausführung erfolgte von Webkünstlern, die aus dem unmittelbaren Umkreis Boeckls stammten.

Boeckl war zu diesem Zeitpunkt am Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn. Der 1894 in Klagenfurt geborene Künstler war seit 1935 Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien und in der Krisenzeit unmittelbar nach dem Krieg auch Rektor der Akademie. […]

Mit dem großen Freskenzyklus in der Engelkapelle im Stift Seckau, an dem der Künstler seit 1952 arbeitete, hatte sich Boeckl, der bisher vorwiegend Ölbilder und Aquarelle geschaffen hatte, auch an Aufgaben der Monumentalkunst herangewagt. Bereits 1928 hatte Boeckl an der Innenwand der Kirche in Maria Saal ein Fresko ausgeführt, das aber nach Protesten dauerhaft verdeckt werden mußte. Man hätte erwarten können, daß Boeckl für die Wiener Stadthalle gleichfalls ein Fresko oder eventuell auch ein Mosaik bevorzugen würde. Umso mehr überrascht es und dürfte auf den ganz persönlichen Wunsch von Herbert Boeckl zurückzuführen sein, daß er für die Stadthalle kein Fresko schuf, sondern ein Werk im Medium der Textilkunst ausführte.

Es entsprach der Natur Boeckls, sich stets an neuen künstlerischen Aufgaben zu messen. Einen Gobelin hatte er bisher noch nicht entworfen. Ein solcher Bildteppich erschien Boeckl wohl auch deswegen als besonders interessant, weil gerade zu dieser Zeit das Entwerfen von Bildteppichen durch anerkannte Maler hoch im Kurs stand.

Herbert Boeckl, Die Welt und der Mensch, 1955, Entwurf, Aquarell und Collage auf Papier,
 Vorderseite, 410 x 1990 mm, Privatbesitz, Wien.
Künstler von internationalem Rang wie Pablo Picasso, Ferdinand Leger oder Henri Moore arbeiteten etwa mit der weltberühmten französischen Gobelinmanufaktur in Aubusson zusammen und lieferten die Entwürfe zu aufsehenerregenden Teppichen. lm Rahmen einer Wanderausstellung zum Thema „Moderne französische Gobelins" waren 1949 auch im Österreichischen Museum für angewandte Kunst in Wien fünfzig Bildteppiche zu sehen, die nach Entwürfen unter anderem von Braques, Le Corbusier, Derain, Leger, Matisse und Picasso gearbeitete worden waren. Das Zentrum für Bildteppiche in Wien war damals die Wiener Gobelinmanufaktur. Diese war 1921 als privates Unternehmen gegründet worden. Schon durch deren Niederlassung in den Räumlichkeiten der ehemaligen Hofwäschekammer in der Wiener Hofburg erhielt die Manufaktur einen quasi-offiziellen Status und wurde tatsächlich auch von staatlicher Seite entschieden unterstützt. Immerhin war eine der Hauptaufgaben der Gobelinmanufaktur die Pflege und Restaurierung der ehemals kaiserlichen Gobelinsammlung, die immerhin weltweit eine der größten Sammlungen dieser Art ist. Daneben wurden aber auch neue Goblins gewebt, wofür man anerkannte Künstler als Entwerfer heranzog. Erster künstlerischer Mitarbeiter der Gobelinmanufaktur war der Wiener Maler Robin Christian Andersen, ihm folgten weitere Maler von Rang, etwa Albert Paris Gütersloh oder Anton Faistauer. […]

Die Wiener Gobelinmanufaktur war so wie jede andere internationale Gobelinmanufaktur streng auf das sogenannte reproduktive Verfahren hin ausgerichtet. Der entwerfende Künstler schafft einen Entwurf, der nicht unbedingt der Größe des späteren Teppichs entsprechen muß. Nicht selten wird als Vorlage auch ein bereits vorhandenes Kunstwerk, das ursprünglich gar nicht als Teppichvorlage gewidmet war, herangezogen. Durch eine hiefür spezialisierte Person wird diese Vorlage in der dem auszuführenden Teppich entsprechenden Originalgröße auf das sogenannte Patronenpapier gezeichnet. Auf dem kleinteiligen Millimeterraster dieses Kartons wird in minutiösem Verfahren die Farbe und Stellung jedes einzelnen Knotens des zu webenden Teppichs festgelegt. Das Manufakturprinzip besteht somit im strikt arbeitsteiligen Verfahren. Der Künstler liefert den Entwurf, eine darauf spezialisierte Person den Patronenkarton, die Färber liefern die gefärbte Wolle und bestimmen somit indirekt die Farbwahl, und die Gobelinweber weben dann den Teppich.

Ein solches arbeitsteiliges Verfahren, bei welchem die Auswahl der Farben und der eigentliche Ausführungsprozess in den Händen der Gobelinweber liegt, lehnte Herbert Boeckl jedoch entschieden ab. Es war ihm zuwenig, nur den Entwurf zu liefern und die Ausführung des Teppichs Handwerkern zu überlassen. Boeckl wollte auch während des Webvorgangs in den Gestaltungsprozess eingebunden bleiben, wollte auch während des Entstehungsvorgangs noch Änderungen und Anpassungen vornehmen können. Daher lehnte Boeckl die von der Gemeinde Wien favorisierte Zusammenarbeit mit der Wiener Gobelinmanufaktur ab. Dies war für Boeckl aber insofern nicht so einfach, als sich die Wiener Manufaktur in den späten fünfzigerJahren mit empfindlichen Einbrüchen in ihrer Auftragslage konfrontiert sah und daher unter allen Umständen den stattlichen Auftrag des zwölf Meter langen Teppichs der Wiener Stadthalle erhalten wollte. Boeckl hingegen hielt Ausschau nach anderen Möglichkeiten, wie er seinen Teppich nach eigenen Vorstellungen realisieren könne.

Herbert Boeckl, Die Welt und der Mensch, 1957, Entwurf, Linke Hälfte, Aquarell und Collage auf Papier,
2600 x 12000 mm, Technische Universität, Wien.
Auf seiner Suche stieß Boeckl bald auf Fritz Riedl (geb. 1923), der als einer der ersten in Wien als sogenannter Freier Weber arbeitete. Riedl war Absolvent der Meisterschule Gütersloh an der Wiener Akademie und hatte bereits 1949 begonnen, Bildteppiche nach eigenen Entwürfen zu weben. […]

Um der Ausführung des gewaltig dimensionierten Teppichs gerecht werden zu können, benötigte Riedl jedoch weitere Mitarbeiter. Solche fand er in der Person von Josef Schulz und Veronika Schmidt. Josef Schulz (geb. 1933) hatte damals gerade die Meisterklasse von Josef Wimmer-Wisgrill an der Hochschule für angewandte Kunst absolviert und sich auf das Weben spezialisiert. Veronika Schmidt besaß als frühere Mitarbeiterin der Wiener Gobelinmanufaktur gleichfalls einige Erfahrung im Weben. Fritz Riedl betont noch heute, daß es Boeckls erklärter Wunsch war, daß Riedl gemeinsam mit den von ihm beigezogenen Mitarbeitern den Auftrag für den Stadthallenteppich erhalten sollen. Boeckl mußte hierfür das ganze Gewicht seiner Autorität in die Waagschale werfen, war es doch zunächst das Ziel des Auftraggebers, die Stadt Wien, den Auftrag der Gobelinmanufaktur zukommen zu lassen. […]

Boeckl dürfte sich bald ziemlich intensiv mit dem Thema des Teppichs für die Wiener Stadthalle auseinandergesetzt haben. Es haben sich insgesamt drei Entwürfe für den ausgeführten Teppich erhalten. Ein relativ früher Entwurf ist die rund zwei Meter lange und vierzig Zentimeter schmale Aquarellstudie, die sich heute noch in Privatbesitz befindet. Einen wesentlich späteren Entwurf stellt die vier Meter lange Papiercollage dar, weiche mittlerweile in den Besitz der Kunstsammlungen des Landes Tirol gelangt ist. Dieser Entwurf diente laut Mitteilung von Fritz Riedl als Vorlage für den Wettbewerb, an welchem Boeckl teilnahm, um den Auftrag zu erhalten. Schließlich hat sich auch der Originalkarton erhalten, der den Webern unmittelbar als Vorbild diente. Dieser rund zwölf Meter lange und zweieinhalb Meter breite Karton wird heute im sogenannten Boeckl-Saal des Haupthauses der Technischen Universität Wien am Karlsplatz präsentiert.

Für die Mitarbeiter Boeckls, die den Teppich zu weben hatten, war der Auftrag eine große Ehre, zugleich aber auch eine ungeheure Herausforderung. Der Teppich mit einer Länge von zwölf Metern und einer Breite von über zweieinhalb Metern war Fritz Riedls umfangreichster Auftrag, den er bis dahin erhalten hatte. Auch später sollte er keinen so langen Teppich mehr ausführen. Riedl ließ für die Herstellung des Teppichs in einer neben der Textilschule gelegenen Werkstatt in der Spengergasse einen eigenen Webstuhl anfertigen. Der fand dann in einem Raum im Untergeschoss der Akademie der bildenden Künste seine Aufstellung. Im anschließenden Zimmer, das zugleich den Vorraum zum Aktsaal bildete, in welchem Boeckl seinen berühmten Abendakt unterrichtete, schlug Herbert Boeckl für die Dauer der Herstellung des Teppichs sein Büro auf. So konnte Boeckl auch während seiner laufenden Unterrichts- und Bürotätigkeit einen ständigen und unmittelbaren Kontakt zu den ausführenden Webern halten. […]

Herbert Boeckl, Die Welt und der Mensch, 1957, Entwurf, rechte Hälfte, Aquarell und Collage auf Papier,
2600 x 12000 mm, Technische Universität, Wien.
Für die Dauer von insgesamt rund einem Jahr waren Herbert Boeckl und die Weber zu einer intensiven Ateliergemeinschaft zusammengewachsen. Sie trafen einander beinahe täglich. Ein Arbeitstag begann etwa um acht Uhr früh und endete um fünf Uhr nachmittags. Boeckl hatte in seinem Zimmer ständig den großen Entwurfskarton vor sich aufgestellt. Dieser Karton war zu Beginn des Webens jedoch noch nicht vorhanden, sondern wuchs erst nach und nach, angepaßt an den Arbeitsfortschritt der Weber. Der Teppich selber wurde am Webstuhl in einer um neunzig Grad gedrehten Lage von unten nach oben gewebt. So wie der Teppich konsequent in eine Richtung gewebt wurde, entstand auch der Karton konsequent in eine Richtung, nämlich von links nach rechts, Abschnitt für Abschnitt. War ein Abschnitt des Kartons fertig entworfen, wurden seine Umrisse auf dünnes Papier gepaust. Diese Pause wurde dann unmittelbar hinter den Kettenfäden des Webstuhls angebracht und das Motiv größengetreu nachgewebt. Details und vor allem die Farben der Motive mußten die Weber jedoch unmittelbar vom Karton ablesen.

Boeckl glich seine künstlerischen Arbeit somit dem für das Weben charakteristischen Prozeß des allmählichen Fortschreitens völlig an. Der Entwurf wuchs mit dem Teppich gleichsam mit. Bereits darin unterschied sich seine Arbeitsweise grundlegend von der anderer Maler, welche die ausführenden Teppichweber mit einem bereits vollendeten Entwurf konfrontierten.

Wichtig war für Boeckl zudem, daß er beinahe ununterbrochen und lückenlos die Produktion der Weber überwachen konnte. Das begann bereits mit der Auswahl der Farben. Aus den insgesamt dreißig von Riedl zur Verfügung gestellten Farben wählte Boeckl 25 Farben aus, die er für seinen Entwurf heranzog. Die Wolle stammte aus einer Spinnerei in Bad Vöslau, das Färben der Wolle besorgten Riedl und seine Mitarbeiter selber. Mit größtem Interesse verfolgte Boeckl die in der Webkunst gängige Praxis, aus bis zu sieben Einzelwollfäden einen einzigen Webfaden zu drehen. Diese Kombinationsmöglichkeit von Einzelwollfäden bedeutete zugleich die Kombinationsmöglichkeit von ebenso vielen verschiedenen Farben, wodurch höchst interessante Farbzusammenstellungen beziehungsweise minutiöse Farbabstufungen erzielt werden konnten. Mit dem Mischen von Farbpigmenten auf der Palette des Malers waren solche Farbkombinationen nicht vergleichbar. Die Möglichkeit der Fadenmischung, bei der zumindest in der Nahansicht kein einziger Farbwert verloren ging, war für Boeckl laut Riedl eine Sensation. […]

Noch heute zeugt der erhaltene, zwölf Meter lange Originalkarton des Teppichs eindrucksvoll von Boeckls Experimentierfreudigkeit. In der vom Künstler nur selten praktizierten Methode der Papiercollage gestaltete er die Darstellung einzig aus unterschiedlichem Papier, zumeist übereinandergelegte Seidenpapierstreifen, aber auch Zeitungspapier und anderes, welche er mit Kleister roh verklebte, schließlich mit Aquarellfarben und Gouache bemalte und zusätzlich noch Konturen und Binnenzeichnungen anbrachte.

Herbert Boeckl und seine Mitarbeiter anläßlich der Überreichung des Teppichs
„Die Welt und der Mensch" an Stadtrat Hans Mandl, vermutlich Nov/Dez. 1957
 (von links nach rechts: Veronika Schmidt, Fritz Riedl,
Stadtrat Hans Mandl, Herbert Boeckl, Josef Schulz).
Es mag überraschen, daß Boeckl den Kartonentwurf für den Teppich als Collage und nicht als Gemälde ausgeführt hat. Der Grund lag sicherlich nicht einzig darin, durch die Verwendung von Seidenpapier neuartige Farbkonstellationen zu erzielen. Boeckl hatte nämlich die Collagetechnik bereits vorher auch für die Freskenentwürfe zur Seckauer Kapelle angewandt. Für die Altarwand der Seckauer Kapelle lieferte er 1951/52 eine großformatige Papiercollage, bei der die Darstellung gleichfalls aus vorwiegend großflächigen, farbigen Papierteilen gestaltet wurde, die in vergleichbarer Weise verklebt und stellenweise bemalt wurden.

Laut Fritz Riedl habe Boeckl aber bald eingesehen, daß er die Frage der Farbmischung für den Teppich alleine nicht lösen könne, sondern sich weitgehend der Geschicklichkeit und Erfahrung der Weber anvertrauen müsse. Als besonders schwierig gestaltete sich überdies das Nachfärben der Wolle. Für einen Quadratmeter gewebten Stücks waren rund eineinhalb Kilo gefärbte Wolle erforderlich, die sehr schnell verbraucht war. Viele Partien des Teppichs mußten jedoch eine einheitliche Farbgebung aufweisen. Vor allem die Farben des Hintergrunds, für welche häufig ein ständig wiederkehrender Grauton vorgesehen war, stellten für die Weber eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar.

Um es Boeckl zu ermöglichen, den Teppich während des Werbvorgangs ständig sehen und somit den Arbeitsfortschritt genau beobachten zu können, webten Riedl und seine Mitarbeiter den gesamten Teppich von hinten. Diese Methode war für einen Weber nicht nur sehr ungewöhnlich, sie stellte zudem eine enorme Erschwernis dar. Doch Boeckl, der größtes Augenmerk auf eine Ausführung legte, die stets seinen Vorstellungen absolut entsprach, hatte dadurch die Möglichkeit, die Umsetzung seines Kartons gleichsam Zentimeter für Zentimeter mitzuverfolgen.

Vorauszuschicken ist, daß Fritz Riedl und seine Mitarbeiter in einer relativ groben Manier, der sogenannten „gotischen" Webmethode, webten. Diese sah lediglich drei Fäden pro Zentimeter vor, wohingegen herkömmliche Manufakturen wesentlich feiner webten und bis zu sieben Fäden pro Zentimeter verarbeiteten. Die Methode der groben Webart wurde aber von den Freien Webern, die deswegen auch „Gotiker" bezeichnet wurden, bewußt gewählt, um den bildhaften, reproduktiven Charakter des Teppichs abzuschwächen und die Materialqualitäten der Wolle, ihr natürliches Relief, ihre sinnliche Wirkung besser zur Wirkung kommen zu lassen.

Präsentation von Boeckls Teppich „Die Welt und der Mensch" im
Österreich-Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel 1958.
Nun bestand die besondere Schwierigkeit darin, daß ein bestimmtes Motiv zunächst immer etwas lockerer, breiter gewebt werden mußte, bevor es erst später durch den fortschreitenden Webprozeß und das Gewicht und die Spannung der nachrückenden Wollstränge wesentlich enger zusammengedrückt wurde und dadurch erst sein endgültiges Aussehen erhielt. Nur der erfahrene Weber wußte um die Nuancen, um welche sich das Motiv während des Webvorgangs nachträglich verändert. Boeckl ignorierte jedoch anfänglich beharrlich dieses Webgesetz. Er sah, daß ein bestimmtes Motiv, vor allem die Gesichter, nicht von Anfang an so gewebt wurden, wie er es haben wollte und verlangte, daß die bereits gewebte Fläche sofort wieder aufgetrennt würde. Riedl erinnert sich, daß er auf Verlangen von Boeckl einen einzigen Kopf oft bis zu sechs Mal wieder auftrennen mußte. Fritz Riedl stellte im nachhinein fest, daß unter Einrechnung aller von Boeckl wieder verworfenen Partien der gesamte Stadthallenteppich eigentlich zweimal gewebt worden war! […]

Diese Unschlüssigkeit einerseits, mit einem Motiv ins Reine zu kommen, und die Skrupellosigkeit andererseits, einen nicht zufriedenstellenden Arbeitsschritt wieder zu eliminieren, waren generelle Merkmale der Arbeitsweise von Herbert Boeckl. Im Malvorgang zeigte sich dieses Ringen vor allem im häufigen Übermalen und in der relativ langen Beschäftigung mit einem einzigen Bild. Mit seinem unbedingten Willen, die Arbeitsmethode der Ölmalerei auch auf andere Medien zu übertragen, deren Charakteristik jedoch gerade in ihrer Unveränderbarkeit bestand, reizte Boeckl diese Medien bis aufs äußerste aus. Sowohl die Beispiele des Abschlagens von Fresken als auch das Herausschneiden von Gewebtern zeigen, mit welcher Vehemenz und geradezu Brutalität Boeckl an sein Werk heranging. […]

Schließlich wurde der große Teppich im November 1957 dann doch termingerecht fertig- gestellt. Der Teppich wurde von Tapezierern auf einen Holzrahmen aufgespannt und Kulturstadtrat Hans Mandl als Vertreter der Stadt Wien feierlich überreicht. Später wurde der Teppich wieder vom Rahmen genommen und nach Brüssel gebracht, wo er eines der Glanzstücke des Österreich-Pavillons der Weltausstellung darstellte, die im April 1958 eröffnet wurde. Im Obergeschoß des von Karl Schwanzer errichteten Österreich-Pavillons, der später nach Wien transferiert wurde und bis vor wenigen Jahren als 20er Haus einen Teil des Museums des 20. Jahrhunderts beherbergte, wurde der Teppich in seiner stattlichen Größe präsentiert. […] Der krönende Abschluß der Brüsseler Präsentation war schließlich die Verleihung des Grand Prix an Herbert Boeckl für seinen Teppich.

Entwurf: Herbert Boeckl, Ausführung: Fritz Riedl, Josef Schulz und
Veronika Schmidt, Die Welt und der Mensch, 1954-57, Bildteppich,
260 x 1200 cm, Ehrenloge, Wiener Stadthalle. [Detail]
Der Wiener Öffentlichkeit wurde der Teppich nach Fritz Riedls Erinnerung nochmals auf der Wiener Messe präsentiert, bevor er in der Wiener Stadthalle seinen ständigen Platz fand. Allerdings stellte sich die sogenannte Ehrenloge als ein für die Präsentation des Teppichs völlig unzureichender Raum heraus. Der Teppich mußte über Eck geführt werden und bedeckte fast vollständig eine Lang- und eine Schmalseite dieses niedrigen, fensterlosen Raumes.“ […]

Im Fall des Gobelins für die Wiener Stadthalle liegt der seltene Glücksfall vor, daß Boeckl den Inhalt des Teppichs selber darlegt. Boeckl verfaßte eine Beschreibung, die in der Folge von Boeckls Assistenten, Claus Pack, in einem Artikel veröffentlicht wurde, der im Zusammenhang mit der Präsentation auf der Brüsseler Weltausstellung erschien. Boeckl lieferte folgende interpretation seines Teppichs:

„Den Auftakt bildet der links von oben herein- springende Herold. Halb Gewappneter, halb Clown ist er Spielansager und Verkünder und trägt ein flammendes, geflügeltes Szepter. Er tritt aus dem ersten Lebensrad, er ist der Bote des Schicksals — ein grünes Gitter hinter ihm verrät seine Herkunft. Selbst einst Gefangener, ist er nun frei, wird zum Kommentar des Überwundenen.

Von ihm weg nach rechts bewegt sich in jähem Schritt ein gnomenhafter Mensch, seine Arme zur Huldigung erhoben. Sie gilt einer leuchtenden Frauengestalt, die, unter einem Arkadenbogen stehend, ihren Mantel auseinander schlägt, um ihre strahlende Nacktheit zu entblößen. Am Halse trägt sie eine riesige Spinne: Gleichnis des Netzes, dessen Mittelpunkt sie selbst bildet. Sie nimmt die Huldigung des Gnomes an, weil sie, dem biologischen Gesetz gehorchend und dem triebhaft Starken und Echten verhaftet, an diesem ihr Wesen erfüllt.

Ihrer Ablehnung verfallen ist die nächste Figur, die aus der Höhe abstürzt wie aus einem Dach eines Zeltes. Es ist der in ein Narrengewand gekleidete intellektuelle, der hier im buchstäblich-bildlichen Sinn seinen Kopf verloren hat und ihn in seinen Händen wie auf einem Teller hält. Sein jäher Absturz treibt ihn in das Lebensrad — das Schicksal. Neben ihm versinnbildlichen schwindende Perpentikel sein Gebundensein an den Verstand, an die Zeit.

Vom Rade weg entschwebt, geflügelt und verstümmelt, an ein Prokrustesbett gefesselt die Gestalt eines Dichters. Er trägt die Narrenkappe auf dem Kopf und die Feder in der Hand. Schnee fällt auf ihn und seine Einsamkeit, und der geteilte Mond sendet sein gleichmütiges Licht über den Schwebenden, der sich über Gestrüpp — Birkenrinde, die menschliche Gestalt angenommen hat — emporhebt.

Seiner Enthaltsamkeit — unter dem nächsten Schicksalsrad — stehen zwei Tiere entgegen, die sich zerfleischen. Sie sind Gleichnisse der Gier und des falschen Geltungsbedürfnisses. Dieser Kampf des Alltags, der laute Lärm der Menge, das Ringen um Anerkennung bekommen in ihnen Gestalt.

Entwurf: Herbert Boeckl, Ausführung: Fritz Riedl, Josef Schulz und
Veronika Schmidt, Die Welt und der Mensch, 1954-57, Bildteppich,
260 x 1200 cm, Ehrenloge, Wiener Stadthalle. [Detail]
Im nächsten Lebensrad stürmt, die Speichen tretend, ein Jüngling vor, mit Bändern und Federn geschmückt. Seine eine Hand greift nach einer Herme, die ihm aus dem vorhergehenden Rad entgegenstrebt, die andere nach einer nackten, orientalisch geschmückten Frau, die unter ihm gleichmütig dahinschreitet.

Die Herme — mit aztekischen Gesichtszügen‚ gekrönt und verschleiert — verkörpert hier das geistige ideal. Aus einer Seitenwunde spritzt ihr Blut und verweist den Jüngling auf die Gefahren, die in der Hingabe an das Ideal liegen. Die Frauengestalt steht für das irdische, seinen flüchtigen Durchgang und seine Banalität.

Hinter dem Jüngling schwebt auffahrend die Figur der Weisheit, gewappnet und gehörnt, das goldene Vlies an den Lenden. Sie stützt sich auf den Jüngling und hält ihn gleichzeitig zurück, auf die Unvereinbarkeit seines doppelten Strebens hinweisend. Hier liegt ein Schwerpunkt des Gobelins, das Dynamische des Geschehens unterstützend.

Eine farbige abstrakte Öhrform bildet danach eine Zäsur. Tor &amb; Eingang, leitet sie zum Schlußteil des Teppichs über. Sie öffnet sich auf eine Landschaft und das nächste Rad, in dessen Biegung sich eine schlanke Frauengestalt schmiegt. Ihre Armlosigkeit verkündet Vollendung ohne Tun, Beharren im Sein. Unter ihr liegt eine zerbrochene, bärtige Männerfigur, die ihr opfernd eine Flamme darbringt: die Flamme des Lebens, der Schöpfung. Sie stützt sich auf eine Amphora, in der ein blaues Gefäß mit Trauben angedeutet erscheint. Blut und Wundsekret vermischen sich mit dem Todesschweiß der Figur, deuten ein letztes Opfer als Tribut wirklicher Liebe an. Das Geheimnis des Künstlers, dieses schöpferischen Menschen hat hier seine Darstellung gefunden.

Zwei heraldische Tiere, die Rücken gegeneinander gekehrt, bilden den Abschluß des Gobelins. Sie sollen Unverstand und Klugheit verkörpern. Bekränzt und geschmückt, tragen sie eine Kette, in der die jeweils drei Siegel der Tier-, Pflanzen- und Gesteinswelt, die Symbole für Glaube, Hoffnung und Liebe dargestellt sind.

Aber über ihnen erhebt sich in einer goldenen Kuppel und zum erstenmale im Teppich in konkreter fleischlicher Plastizität ein weiblicher Körper. Plastisch und anschaulich entschwebt er in das Blau des Himmels, als Zeichen der körperlichen Aufnahme, eine Apotheose, die das Leitmotiv noch einmal zusammenfaßt und verklärt. Dem Schicksalsrad zu entspringen ist nur durch die Liebe und die Liebestat des Weibes möglich, das in ihr seine eigentliche Erfüllung findet.
[…]

Herbert Boeckl, Die Welt und der Mensch, 1955, Entwurf, Aquarell und Collage auf Papier,
Rückseite, 410 x 1990 mm, Privatbesitz, Wien.
Aus der eben vorgestellten, literarisch versierten Beschreibung des Teppichs durch den Künstler ist ein merklich quälender, stöhnender Ton herauszuhören. Dieser Grundton ist typisch für Boeckls Arbeiten. Seine Interpretation atmet ganz den Geist einer unbändigen Erlösungssehnsucht. Diese Erlösungsideologie, die mit Heroen wie Wagner und Nietzsche das gesamte späte neunzehnte und noch weit hinein das zwanzigste Jahrhundert prägte, scheint für Boeckl noch völlig präsent zu sein. Für ihn ist die Frau das Idealbild und die Projektion des leidenden Mannes. So wie Senta in Richard Wagners „Fliegendem Holländer" den ewig umherirrenden Seefahrer endlich erlösen wird, scheinen auch die männlichen Gestalten in Boeckls Teppich auf ihre Erlösung durch die Frau zu warten. Laut freundlicher Mitteilung von Fritz Riedl habe Boeckl in der tragischen Figur des am Boden liegenden Mannes, welcher der Frau zuprostet, ein Abbild seiner Selbst geschaffen. Boeckl beschreibt ihn selber als den Künstler, den schöpferischen Mensch. Aus seinem Mund fließt Blut, es vermischt sich mit seinem Todesschweiß zu einem letzten Opfer als Tribut der wirklichen Liebe. […]

Angesichts der Bedeutung, die Boeckl dem Teppich und seiner gehaltvollen, aussagekräftigen Darstellungen beimaß‚ ganz abgesehen von der Zeit und Mühe, die ihn die Herstellung dieses Werks gekostet hat, mag es nicht als übertrieben erscheinen, daß Herbert Boeckl nach Fritz Riedls Erinnerung sich über das Werk folgendermaßen geäußert haben soll: „Der Teppich ist mein bestes Stück, denn er ist mein Glaubensbekenntnis!" Boeckls Beschreibung des Teppichs zeichnet sich durch eine gedrängte Fülle an inhaltlicher Dramatik, emotioneller Überfrachtung und seelischer Zerrissenheit aus. Umso mehr überrascht daher die künstlerische Ausgestaltung des Teppichs, worin Boeckl zu einer ungewöhnlich harmonischen und beruhigten Kompositionsweise und Farbigkeit gelangt. Innerhalb des extremen, beinahe an eine Schriftrolle erinnernden Formats des Teppichs reihen sich die verschiedenen Figuren zu einer friesartigen Komposition. Sie vermeiden dennoch jegliche Stereometrie und Parallelität, sie verändern vielmehr ihre Positionen unentwegt und erinnern eher an im Wasser dahingleitende Gestalten. Einen zusätzlich Halt erhält die Komposition durch das insgesamt sechsmal wiederkehrende Motiv des Rads. Als „Rad der Zeit" bildet es zugleich auch eine wichtige inhaltliche Klammer. […]

Boeckls Teppich hatte fortan in der Ehrenloge der Wiener Stadthalle seinen festen Platz. Trotz seiner großen Ausmaße wurde der Gobelin mehrere Male auch später noch auf Ausstellungen gezeigt. 1963 etwa wurde der Teppich auf der Gobelin-Biennale von Lausanne präsentiert. Dort sah ihn der berühmte französische Webkünstler Jean Lurgat, der sich voll des Lobes und Bewunderung über das Werk äußerte. 1964/65 war der Teppich in der Ausstellung „Herbert Boeckl" im Museum des 20. Jahrhunderts in Wien zu sehen. Das bisher letzte Mal wurde der Teppich außerhalb der Wiener Stadthalle 1981 im Rahmen der großen Schau „textilkunst linz 81" im Schloßmuseum Linz gezeigt.

Einblick in die Ausstellung „Herbert Boeckl"
im Museum des 20. Jahrhunderts, Wien 1964/65.
Die ständige, bis heute aktuelle Präsentation des Teppichs in der sogenannte Ehrenloge der Wiener Stadthalle war von Anfang an von heftiger Kritik begleitet. Tatsächlich eignet sich der niedrige, fensterlose, relativ enge Raum kaum für die Präsentation eines dermaßen groß dimensionierten Teppichs. Durch die wegen Platzmangels erzwungene abgewinkelte und zudem extrem nahsichtige Hängung wird Boeckls meisterhafte Komposition weitgehend entwertet. Die Stärke der Boecklschen Lösung liegt gerade darin, daß der Künstler auf das extreme Querformat des Gobelins geschickt mit einer harmonischen, friesartigen Figurenkomposition antwortete. Durch die nahsichtige Hängung wird der Gobelin hingegen seiner bildhaften Wirkung beraubt und zur reinen Textiltapete degradiert. Boeckl war nach Auskunft Fritz Riedls sehr unglücklich über die Art der Präsentation, konnte aber trotz Proteste nichts mehr dagegen ausrichten. […]

Die Tatsache, daß die Ehrenloge nur noch für einen sehr beschränkten Personenkreis zugänglich war und vor allem eine absolut lichtgeschützte Lage bot, wirkte sich andererseits aber wieder positiv auf den Teppich aus. Gerade die im Teppich verwendeten Naturfarben sind gegen zu starke Sonneneinwirkung besonders empfindlich. Tatsächlich befindet sich der Teppich, was seine Farben und seine Oberfläche betrifft, heute in einem relativ guten Zustand.

Mehr noch als die unbefriedigende Präsentation des Gobelins habe Boeckl jedoch gestört, daß der Teppich an einen Ort zu hängen kam, der nur einem sehr exklusiven Personenkreis gewidmet war. Laut Mitteilung von Fritz Riedl habe Boeckl nicht damit gerechnet, daß dieser Raum dermassen von der Allgemeinheit abgeschottet sei. Herbert Boeckl äußerte Riedl gegenüber wiederholt, daß er diesen Teppich, der für ihn sein Lebenswerk darstelle, allen Menschen gewidmet sehen möchte. Es sei daher sein allerinnigster Wunsch, den Teppich öffentlich präsentiert zu wissen. […]

Was den Teppich nachgerade zu einem „eigenhändigen" Werk Boeckls macht, ist die Tatsache, daß der Künstler nicht nur den Entwurf dazu lieferte, sondern auch an der Ausführung entscheidenden Anteil nahm. Bezeichnenderweise entstand der Entwurf parallel zur Ausführung des Teppichs. Wie kaum ein Maler hatte sich Boeckl in die Webtechnik vertieft und ihre speziellen Qualitäten für sein Kunstwerk zu nutzen verstanden.

Quelle: Franz Smola: Der Teppich ist mein bestes Stück! Herbert Boeckls Bildteppich „Die Welt und der Mensch”. In: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Heft 2/2004, Seite 18 - 39 (gekürzt).

Franz Smola studierte Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften an der Universität Wien sowie Studies in International Relations an der Johns Hopkins University in Bologna und Washington D.C. Seit 2001 ist Franz Smola Kustos für die Sammlung des 20. Jahrhunderts an der Öster- reichische Galerie Belvedere.


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1. Oktober 2018

Hugo Wolf: Spanisches Liederbuch (Schwarzkopf, Fischer-Dieskau, Moore, 1967)

In den neun Jahren von 1888 bis 1897 schuf Hugo Wolf eine Fülle von Liedern, mit denen er der gesamten Gattung geradezu eine neue Richtung gab. Mitunter komponierte er drei Lieder an einem Tag, wobei sich sein ausgeprägtes Sprachgefühl und hohes Einfühlungsvermögen in einer sehr subtilen, persönlichen Art der Textbehandlung niederschlugen. Vorzugsweise faßle er Lieder auf Texte eines einzelnen Dichters zu Werkgruppen zusammen, und nach seinen Goethe-Vertonungen der Jahre 1888/89 wandte er sich dem Spanischen Liederbuch von Emanuel Geibel und Paul Heyse zu.

Als exzellente Ubersetzer mit einer gemeinsamen Vorliebe für die Dichtung der romanischen Länder hatten Geibel und Heyse 1852 einen Sammelband spanischer Gedichte vornehmlich aus dem 16. und 17. Jahrhundert veröffentlicht. Der Band gliederte sich in geistliche und weltliche Texte, was Hugo Wolf für seine Vertonung übernahm, so daß am Anfang seines Spanischen Liederbuchs 10 geistliche Lieder stehen, denen 34 weltliche Lieder folgen. Bei den letztgenannten handelt es sich ausnahmslos um Liebeslieder, die damit einen deutlichen Kontrast zum reumütigen und flehenden Tonfall der geistlichen Lieder bilden.

Das Spanische Liederbuch zeigt Hugo Wolf auf dem Gipfel seines Könnens. Ist eine schlichte Form gefragt, so findet er sie; bedarf es einer komplexeren Anlage, so gestattet er sie mit Hilfe einer ausdrucksstarken, oftmals chromatisch geschärften Harmonik im Stil Wagners. Seine maßgeschneiderte Klavierbegleitung folgt exakt dem Verlauf jedes Gedichts, um so ganz unaufdringlich den Vortrag des Textes zu untermalen und zu unterstützen. Jedes einzelne Lied ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, doch am Ende dominiert der Eindruck müheloser Leichtigkeit.

Grabmal von Hugo Wolf, Zentralfriedhof Wien
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hatten sich der Musikkritiker Ernest Newman und der Schallplattenproduzent Walter Legge (der nach dem Krieg Elisabeth Schwarzkopf heiratete) mit Konzerten und Schallplattenaufnahmen für die Musik Hugo Wolfs eingesetzt, die solche Aufmerksamkeit zwar verdiente, aber allzu selten erhielt. Ungeachtet ihrer Bemühungen blieb Hugo Wolf jedoch weiterhin ein Komponist für Eingeweihte und Spezialisten, denn seine Lieder fanden nicht im selben Maße Anklang beim Publikum wie die Lieder von Schubert, Schumann oder Brahms. Noch heute empfinden viele Zuhörer Wolfs Lieder als zu anspruchsvoll — wohl vor allem, weil sich ihre Geheimnisse nicht gerade leicht erschließen. Der Liedkomponist Wolf fand nach dem Krieg in Elisabeth Schwarzkopf, Dietrich Fischer-Dieskau und Gerald Moore jedoch die denkbar besten Fürsprecher, die seine Sache über drei Jahrzehnte hinweg mit zahlreichen Konzerten und Schallplattenaufnahmen förderten.

Auf Anregung Walter Legges und mit seiner Unterstützung unternahm Elisabeth Schwarzkopf ein gründliches Studium dieser Lieder, die auch für den überaus vielseitigen Liedsänger Fischer-Dieskau eine willkommene Ergänzung auf der langen Liste seiner Eroberungen darstellten. Beiden Sängern eignet eine natürliche Intelligenz und Intuition, die sie die tiefere Bedeutung der einzelnen Lieder erfassen ließ, und zugleich verfügten sie über die nötige Musikalität, um sie dem Publikum näherzubringen.

Paul Heyse (um 1860)
Es spielt dabei letztlich keine Rolle, ob der Zuhörer in einem Konzertsaal sitzt oder vor der eigenen Stereoanlage, zumal der intimere Rahmen der eigenen vier Wände ideal ist, um sich mit Wolfs Musik auseinanderzusetzen. Hugo Wolf war ein sehr verschlossener Mensch, der in seinen Vertonungen intensiv darum rang, das innerste Wesen der einzelnen Gedichte zu erfassen. In der vorliegenden Einspielung verfolgen seine Interpreten dasselbe Ziel.

Als diese Aufnahmen 1968 erstmals auf LP veröffentlicht wurden, schrieb der mittlerweile verstorbene Alec Robertson in seiner Gramophone-Rezension mit Bezug auf die zehn geistlichen Lieder: »Man kann die wundervollen Darbietungen [der Sänger] und die hervorragende Leistung von Gerald Moore am Klavier gar nicht genug loben …« Und er fügte hinzu, daß dem Pianisten vielleicht die wichtigste Rolle in diesem Liederbuch zukommt. 1989 schloß ich mich in der Besprechung einer Wiederveröffentlichung auf CD dieser Meinung an: »Moores Beitrag zu den vorliegenden Aufnahmen ist wohl das eindrücklichste Beispiel seines Könnens überhaupt, meistert er hier doch mühelos die schwierigsten pianistischen Anforderungen und demonstriert dabei zugleich ein tiefes Verständnis für Wolfs ganz persönliche Musiksprache.«

Emanuel Geibel
Daneben gelang es Moore immer wieder, eine intuitive Beziehung zu den Sängern herzustellen, die er gerade begleitete. Auch in der vorliegenden Einspielung lassen sich Beispiele hierfür aufzeigen. Etwa wenn Moore in den innigsten Momenten der geistlichen Lieder oder bei so gefühlvollen Liebesgedichten wie »Alle gingen, Herz, zur Ruh« oder »Tief im Herzen trag‘ ich Pein« haargenau den dunklen, bedrückten Tonfall trifft, den Fischer-Dieskau in diesen Liedern anschlägt. In leichteren Stücken wie »Auf dem grünen Balkon« oder »Wenn du zu den Blumen gehst« hingegen paßt sich der Pianist ganz dem perlenden Wohlklang der Baritonstimme an.

Mit demselben Einfühlungsvermögen begleitet Moore auch Elisabeth Schwarzkopf. So findet er gemeinsam mit der Sängerin in »Die ihr schwebet«, diesem so feinsinnigen Wiegenlied für das Jesuskind, genau die richtige Schlichtheit in Stimmung und Ausdruck, während die beiden in dem vergnüglichen Lied »In dem Schatten meiner Locken« im Erfinden subtiler Neckereien regelrecht miteinander wetteifern. Und im letzten Lied des Liederbuchs, dem leidenschaftlichen »Geh, Geliebter, geh jetzt!« bringen die beiden Künstler überzeugend das Zögern des Mädchens zum Ausdruck, sich von seinem Geliebten zu trennen. Es scheint kaum vorstellbar, daß die musikalische Luzidität und Perfektion dieser Aufnahmen jemals übertroffen werden könnte. Hier kamen drei großartige Musiker zusammen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes mit Leib und Seele der Gattung Lied widmeten. Die Wiederveröffentlichung dieser Sammlung ist mehr als begrüßenswert, denn sie kann den Musikliebhaber über Jahrzehnte beglücken.

Quelle: Alan Blyth (Übersetzung: Eva Reisinger), im Booklet


CD 1, Track 3: Ocaña (fl. c1600), Camino a Belèn - Nun wandre Maria (Paul Heyse)


Nun wandre, Maria,
Nun wandre nur fort.
Schon krähen die Hähne
Und nah ist der Ort.
Nun wandre, Geliebte,
Du Kleinod mein,
Und balde wir werden
In Bethlehem sein.
Dann ruhest du fein
Und schlummerst dort.
Schon krähen die Hähne
Und nah ist der Ort.

Wohl seh ich, Herrin,
Die Kraft dir schwinden;
Kann deine Schmerzen,
Ach, kaum verwinden.

Getrost! Wohl finden
Wir Herberg dort.
Schon krähen die Hähne
Und nah ist der Ort.

War erst bestanden
Dein Stündlein, Marie,
Die gute Botschaft
Gut lohnt ich sie.
Das Eselein hie
Gab ich drum fort!
Schon krähen die Hähne,
Komm! Nah ist der Ort.

Link zum Spanischen Text


CD 2, Track 8: Anonym, En los tus amores - Trau nicht der Liebe (Paul Heyse)


Trau’ nicht der Liebe,
Mein Liebster, gibt acht!
Sie macht dich noch weinen,
Wo heut du gelacht.

Und siehst du nicht schwinden
Des Mondes Gestalt?
Das Glück hat nicht minder
Nur wankenden Halt.
Dann rächt es sich bald;
Und Liebe, gib acht!
Sie macht dich noch weinen,
Wo heut du gelacht.

Drum hüte dich fein
Vor törigem Stolze!
Wohl singen im Mai’n
Die Grillchen im Holze;
Dann schlafen sie ein,
Und Liebe, gib acht!
Sie macht dich noch weinen,
Wo heut du gelacht.

Wo schweifst du nur hin?
Lass Rat dir erteilen:
Das Kind mit den Pfeilen
Hat Possen im Sinn.
Die Tage, die eilen,
Und Liebe, gib acht!
Sie macht dich noch weinen,
Wo heut du gelacht.

Nicht immer ist’s helle,
Nicht immer ist’s dunkel;
Der Freude Gefunkel
Erbleicht so schnelle.
Ein falscher Geselle
Ist Amor, gibt acht!
Er macht dich noch weinen,
Wo heut du gelacht.

Link zum Spanischen Text


TRACKLIST


HUGO WOLF
(1860-1903)

Spanisches Liederbuch
The Spanish Songbook

Von Emanuel Geibel und Paul Heyse übersetzt
nach spanischen Gedichten und Volksliedern

Spanish poems and folksongs translated by
Emanuel Geibel and Paul Heyse

Poèmes espagnols et chansons poputaires traduits par
Emanuel Geibel et Paul Heyse

Liriche e canti popolari spagnoli tradotti da
Emanuel Geibel e Paul Heyse


Elisabeth Schwarzkopf, Sopran
Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton
Gerald Moore, Piano


COMPACT DISC 1     [55'37]

Geistliche Lieder
Spiritual Songs - Chants spirituels - Canti sacri

01 1. Nun bin ich dein (Juan Ruiz/Heyse)
02 2. Die du Gott gebarst, du Reine (Nicolas Nuñez/Heyse)
03 3. Nun wandre, Maria (Ocaña/Heyse)
      Dietrich Fischer-Dieskau

04 4. Die ihr schwebet (Lope de Vega/Geibel)
      Elisabeth Schwarzkopf

05 5. Führ mich, Kind, nach Bethlehem (Anon./Heyse)
      Dietrich Fischer-Dieskau

06 6. Ach, des Knaben Augen sind (Lopez de Ubeda/Heyse)
07 7. Mühvoll komm ich und beladen (Don Manuel del Rio/Geibel?)
      Elisabeth Schwarzkopf
      
08 8. Ach, wie lang die Seele schlummert (Anon./Geibel)
09 9. Herr, was trägt der Boden hier (Anon./Heyse)
      Dietrich Fischer-Dieskau

10 10. Wunden trägst du, mein Geliebter (Jose de Valdivielso/Geibel)
       Elisabeth Schwarzkopf

Weltliche Lieder
Secular Songs - Chants profanes - Canti profani

11 1. Klinge, klinge. mein Pandero (Alvaro Fernandez de Almeida/Geibel)
12 2. In dem Schatten meiner Locken (Anon./Heyse)
      Elisabeth Schwarzkopf

13 3. Seltsam ist Juanas Weise (Anon./Geibel)
14 4. Treibe nur mit Lieben Spott (Anon./Heyse)
15 5. Auf dem grünen Balkon mein Mädchen (Anon./Heyse)
16 6, Wenn du zu den Blumen gehst (Anon./Heyse) 
17 7. Wer sein holdes Lieb verloren (Anon./Geibel) 
18 8. Ich fuhr über Meer (Anon./Heyse) 
19 9. Blindes Schauen, dunkle Leuchte (Rodrigo Cota/Heyse) 
      Dietrich Fischer-Dieskau
      
20 10. Eide, so die Liebe schwur (Anon/Heyse) 
       Elisabeth Schwarzkopf

21 11. Herz, verzage nicht geschwind (Anon/Heyse) 
       Dietrich Fischer-Dieskau

COMPACT DISC 2     [46'32]

01 12. Sagt, seid Ihr es, feiner Herr (Anon/Heyse) 
02 13. Mögen alle bösen Zungen (Anon/Geibel) 
03 14. Köpfchen, Köpfchen, nicht gewimmert (Cervantes/Heyse) 
04 15. Sagt ihm, daß er zu mir komme (Anon./Heyse) 
05 16. Bitt‘ ihn, o Mutter (Anon/Heyse) 
06 17. Liebe mir im Busen zündet (Anon./Heyse) 
07 18. Schmerzliche Wonnen und wonnige Schmerzen (Anon./Geibel) 
08 19. Trau’ nicht der Liebe (Anon./Heyse)
       Elisabeth Schwarzkopf

09 20. Ach, im Maien wars, im Maien (Anon./Heyse) 
10 21. Alle gingen, Herz, zur Ruh (Anon./Geibel) 
11 22. Dereinsi, dereinst (Cristóbal de Castillejo/Geibel) 
12 23. Tief im Herzen trag’ ich Pein (Camoens/Geibel) 
13 24. Komm, o Tod, von Nacht umgeben (Comendador Escriva/Geibel) 
       Dietrich Fischer-Dieskau

14 25. Ob auch finstre Blicke glitten (Anon./Heyse)
15.26. Bedeckt mich mit Blumen (M.Doceo?/Geibel) 
       Elisabeth Schwarzkopf

16 27. Und schläfst du, mein Mädchen (Gil Vicente/Geibel)
       Dietrich Fischer-Dieskau

17 28. Sie blasen zum Abmarsch (Anon./Heyse)
18 29. Weint nicht, ihr Äuglein (Lope de Vega/Heyse)
19 30. Wer tat deinem Füßlein weh? (Anon./Geibel)
       Elisabeth Schwarzkopf

20 31. Deine Mutter, süßes Kind (Don Luis el Chico/Heyse?)
21 32. Da nur Leid und Leidenschaft (Anon./Heyse)
       Dietrich Fischer-Dieskau

22 33. Wehe der, die mir verstrickte (Gil Vicente/Heyse)
23 34. Geh, Geliebter, geh jetzt! (Anon./Geibel)
       Elisabeth Schwarzkopf

ADD       
Executive Producer: Otto Gerdes       
Recording Producer: Rainer Brock / Hans Ritter
Balance Engineer: Harald Budis
(P) 1967 
(C) 1998 


Der Büchernarr


Der älteste Leseraum in der Bodleian Library, Oxford.
Büchersammeln hat viele Gesichter. Es gibt Sammler, die Bücher ausschließlich als Objekte sehen, die sie nur öffnen, um sich das Datum des Drucks anzusehen oder den Erscheinungsort, die Qualität des Papiers oder die Schrifttype. Es gibt solche, die nur Erstausgaben sammeln oder alle Titel eines bestimmten Verlages oder eines Autors oder Bücher, die im sechzehnten Jahrhundert in Würzburg oder Oxford gedruckt wurden, Bücher einer ganz bestimmten Pariser Buchbinderei, Bücher in Marokko-Leder gebunden, Bücher mit expressionistischen Einbänden oder blaue Bücher, kleine oder große Bände oder rare, nicht aufgesehnittene und deshalb unlesbare Exemplare. »Die meisten von denen werden nie geöffnet«, lautete der Kommentar eines Angestellten bei Henry Sotheran, dem berühmten Londoner Antiquariat in Piccadilly, als er seinen Blick über die Regale der ledernen Einbände und goldenen Lettern auf den umliegenden Wänden schweifen ließ. »Sie werden gesammelt, nicht gelesen.« Im achtzehnten Jahrhundert kauften viele englische Sammler zwei Exemplare jedes Buches: eines für ihre Sammlung und eines zum Lesen. […]

Das Leben echter Bibliomanen hat fast immer etwas Beunruhigendes an sich und kann im Extremfall furchterregend sein, vielleicht keines in höherem Maße als das von Sir Thomas Phillipps (1792-1872), dessen ausdrücklicher Ehrgeiz es war, »ein Exemplar jedes Buches der Welt« zu besitzen. Sein Leben war die Geschichte einer Besessenheit, die mit einer totalen Niederlage endete, und heute besteht von seiner großen Bibliothek, die ein Monument für alle Ewigkeit sein sollte, nichts mehr als eine Handvoll Monographien und einige Verwunderung bekundende Fußnoten in historischen Werken.

Phillipps war der illegitime Sohn eines wohlhabenden Stoffhändlers und wurde von seinem Vater mit ausreichenden Mitteln versorgt, um seinen persönlichen Interessen nachzugehen. Bald schon korrespondierte der junge Mann mit Buchhändlern in London und im Ausland, und über Jahrzehnte hinweg gingen fast täglich Kisten voller Bücher bei ihm ein —zuerst in seinem Wohnsitz Middle Hill‚ Worcester-Shire, später in seinem Herrensitz in Thirlestaine House, in der Nähe von Cheltenham. Im Gegensatz zu manch anderen Sammlern war er immer darauf bedacht, seine Leidenschaft mit seinen Gästen und mit anderen Bewunderern zu teilen und ihnen seine Schätze nahezubringen. Nicht jeder seiner Besucher war jedoch im Stande, dem großen Projekt die gebührende Bewunderung darzubringen, wohl auch, weil es längst das Leben des Hausherrn und seiner Familie und Dienerschaft bestimmte. Ein gewisser Sir Frederick Madden schrieb verzweifelt und fast hysterisch während eines Besuches:

»Niemals habe ich derartige Zustände gesehen! Jeder Raum ist mit Haufen von Papier angefüllt, Manuskripte, Bücher, Karten, Pakete &amb; andere Dinge, in Stapeln zu Füßen; aufgetürmt auf Tischen‚ Betten, Stühlen, Leitern &amb;c, &amb;c, und in jedem Raum Stapel von riesigen Kisten bis zur Decke hinauf, die noch mehr wertvolle Bände enthalten! Als ich ihn fragte, ob er die Stöße von Papier &amb;c nicht vom Boden aufräumen wolle, so daß zumindest ein Pfad freibliebe, lachte er nur und sagte, ich sei eben noch nicht an die hiesigen Verhältnisse gewöhnt! Sein Schlafzimmer war so voll von Büchern &amb; Kisten, als ich es zum letzten Mal sah, daß ich mir nicht vorstellen kann, wie eine Dame darin schlafen soll! In einem kleinen Raum daneben werden Handschriften in übereinandergestapelten Kisten bewahrt. Diese Kisten sind so konstruiert, daß die Deckel nach vorne geklappt sind, so daß die Manuskripte darin stehen wie in einem Regal.«

Sir Thomas schien solchen Klagen gegenüber taub zu sein, wie er auch der Verzweiflung einiger seiner Gäste gegenüber blind war. Er war immer freundlich und zuvorkommend, während sich Maddens Unglück in einer weiteren Tagebucheintragtlng niederschlug: »17. Den ganzen Tag Regen. Die Fenster des Hauses werden niemals geöffnet, und die stickige Luft &amb; der Geruch von Papieren &amb; Manuskripten ist fast unerträglich. Es ist ein regelrechtes literarisches Beinhaus.«

Obwohl der Gemütszustand seiner Besucher ihn augenscheinlich wenig kümmerte, war Sir Thomas doch immer wieder froh darüber, Gäste zu begrüßen. Viele Gelehrte, die kamen, waren über seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erstaunt. Ein französischer Gast berichtete nach Hause:

»Am Ende des Tages, als wir schon meinten, wir sollten uns entschuldigen und uns zurückziehen, wurden wir vom Baronet zu einer Unterhaltung eingeladen, die er als ›ein Manuskript-Dessert‹ bezeichnete. Zu der Stunde, an der ein englischer Tisch für gewöhnlich mit Wein, Früchten und seltenen Speisen gedeckt wird, fanden wir vor unseren Augen die kostbarsten Manuskripte von Middlehill, und wir konnten sie bis in die frühen Morgenstunden nach eigenem Gutdünken vor unseren Augen Revue passieren lassen.«

Es war kein Zufall, daß in Thirlestaine House zuerst der Bücher und dann der Menschen gedacht wurde, denn der Landsitz war um der Bucher willen gewählt worden. Als die ehemalige Residenz zu klein geworden war, um all seine Schätze fassen zu können, war es Sir Thomas schmerzlich bewußt geworden, daß er seine gesamte Bibliothek an einen anderen Ort verfrachten mußte. Die Umstände des familiären Lebens waren unerträglich geworden, so daß er selbst in einem Brief an einen Freund gestehen mußte:

»Ich kann keinen Grund sehen, warum Sie und Mrs. Curzon nicht nach Middle Hill kommen sollten, außer daß überhaupt kein Platz da ist für Sie!!! Sie, der Sie gereist sind und in griechischen Klöstern genächtigt haben, könnten sich vielleicht mit den Unbequemlichkeiten von Middle Hill arrangieren, aber ich fürchte, daß sich Mrs. Curzon in ihrer Mitte ganz elend fühlen würde. Wir haben keinen Raum zum Essen, außer dem Zimmer der Haushälterin .. . Unser Wohnzimmer und Salon sind nun Lady Phillipps’ Boudoir!! Wenn Mrs. Curzon all dies zu ertragen bereit ist, darf ich mich glücklich schätzen, sie mit Ihnen hier zu begrüßen.«

Ein Umzug war unausweichlich geworden, und ein Bauer aus der Gegend wurde damit beauftragt, den Transport zu organisieren und durchzuführen. Über acht Monate hinweg, von Juli 1863 bis März 1864, zogen insgesamt 230 Pferde 103 Wagenladungen von Büchern und Manuskripten von einem Haus zum anderen, während Sir Thomas an einen Freund schrieb: »Ich habe vier Räume hier angefüllt &amb; habe noch ungefähr 200 Kisten mehr, die bald kommen werden, dann noch 50 oder 60 Regale voll &amb; 3 große Regale.« In seiner neuen Residenz Thirlestaine House, mit einer zentralen Galerie und zwei geräumigen Flügeln, durchquerte Phillipps den sechzig Meter langen Mittelgang zu Pferde, während er das Auspacken seiner Bücher und das Aufhängen seiner Gemälde überwachte. Als ob der Umzug selbst nicht Herausforderung genug wäre, kam zugleich ein steter Strom von Neuerwerbungen an, darunter 48 gebundene Bände französischer diplomatischer Schriften, mehr als 220 Bände italienischer Schriften, 45 Folios mit Mailänder Stammbäumen und Ahnentafeln aus den Archiven einer Patrizierfamilie und eine Sammlung von Handschriften eines arabischen Gelehrten.

Sir Thomas Philipps, Büchersammler
Phillipps machte keinen Hehl daraus, daß es ein Ziel seiner aberwitzigen Käufe war, schriftliche Dokumente zu retten, die sonst auf immer verlorengehen könnten:

»Als ich begann, meine Sammlung zusammenzutragen, kaufte ich zuerst alles, was in Reichweite lag, wozu verschiedene Berichte über die Zerstörung von Manuskripten den Anstoß gaben.« Wie viele Bücher und Manuskripte er am Ende besaß, ist nie festgestellt worden. Sein eigener Katalog, der im Jahre 1827 privat herausgegeben wurde, umfaßte 23837 Nummern. Nach Phillipps’ eigenen Schätzungen hatte er dreiundzwanzig Jahre später 20000 Manuskripte und ungefähr 30000 Bücher. Nimmt man die Zahl von rund vierzig Büchern, die er pro Woche erstand, als Grundlage — in einer Zeit, in der ein Gentleman von 600 Pfund jährlich recht anständig leben konnte, gab er bis zu 4000 Pfund pro Jahr für seine Sammlung aus —, ist es wahrscheinlich, daß diese bis zu seinem Tod auf rund 77000 Bücher und Handschriften angewachsen war, viele von ihnen seltene und wertvolle Stücke.

Auch Phillipps hatte konkrete Pläne für die Zeit nach seinem Tod. Es war sein erklärter Wille, seine Sammlung der Nation zu hinterlassen, wie Hans Sloane es vor ihm getan hatte. Da er aber darauf insistierte, so lange es ging, die absolute Kontrolle zu behalten, und der Premierminister Benjamin Disraeli kein Angebot unterbreitete, das dem Sammler attraktiv genug erschien, starb Phillipps im Jahre 1872, ohne diese Frage geregelt zu haben. Die Sammlung, noch immer nicht katalogisiert, nur teilweise ausgepackt und in einem Zustand der völligen Anarchie, wurde — und wird — zur Versteigerung angeboten, denn Sotheby’s ist 132 Jahre nach seinem Tod noch immer dabei, Teile der Bibliotheca Phillippica zu veräußern. Für Phillipps selbst war der Wert seiner Sammlung niemals primär finanzieller Natur:

»Als ich weitermachte, wurde der Eifer meiner Suche nur noch weiter angefacht, bis ich ein wahrhafter Papyromane wurde und jeden Preis zahlte, den man verlangte. Ich bedaure dies nicht, denn es war nicht allein meine Absicht, mir die schönen Handschriften zu sichern, sondern auch, ihre öffentliche Wertschätzung zu befördern, damit ihr wahrer Wert weithin bekannt würde und so mehr von ihnen erhalten blieben. Denn nichts bewahrt einen Gegenstand zuverlässiger, als daß er einen hohen Preis hat.«

Während für Sir Thomas Geld nur ein Mittel zum guten Zweck war, sahen seine Erben die Sache anders. Die Verhandlungen mit verschiedenen großen Institutionen zogen sich über Jahrzehnte hin, bis die ganze Angelegenheit endlich Sotheby’s überantwortet wurden. 1946 scheiterten sowohl die Harvard University als auch die British Library daran, die 110000 Pfund aufzubringen, die für die gesamte Bibliothek verlangt wurden. Dieses Versagen, besonders auf seiten der British Library, wiegt um so schwerer, wenn man weiß, daß der amerikanische Buchhändler Lew David Feldman auch nach dem Verkauf einiger mittelalterlicher und Renaissance-Werke aus ihrem Fundus 10 Millionen Dollar für die Sammlung anbot.

Stephen Carrie Blumberg, Bücherdieb
Die Bibliotheca Phillippica besteht nicht mehr, und eigentlich hat sie nie bestanden: Die bloße Anhäufung von Büchern schafft noch keine Bibliothek, denn es ist die Ordnung, die Organisation und die in ihrer Aufstellung und Auswahl sichtbare Persönlichkeit ihres Gründers und Hüters, die Hunderte von Bücherkisten in ein neues Universum verwandeln. Viele von Phillipps’ Büchern und Handschriften wurden niemals aus den Kisten genommen, in denen sie geliefert worden waren, und ein großer Teil von ihnen war so untergebracht, daß es fast unmöglich war, sie zu erreichen. Was also von dieser Sammlung bleibt, ist ihre Geschichte: ein Erbschaftsstreit, einige Kataloge, Gerüchte, Briefstellen, Auktionspreise. — Es ist, als hätten posthume Bücherwürmer das Lebenswerk von Sir Thomas Phillipps in Staub verwandelt.

———

Die Passion, Bücher zu besitzen, kann diejenigen, die von ihr besessen sind, in Verbrecher verwandeln. Der Schriftsteller Nicholas Basbanes führt den Fall Stephen Blumberg an, der 24000 seltene Bücher aus amerikanischen und kanadischen öffentlichen Bibliotheken stahl und in seinem Haus in Ottumwa in Iowa aufbewahrte. Insgesamt 268 Bibliotheken verloren Bücher an ihn. Blumberg hatte kein Interesse daran, seine Schätze zu verkaufen. Als er schließlich festgenommen wurde, erklärte er, er habe einfach den Drang verspürt, diese Bücher zu besitzen und um sich zu haben. Einer der wenigen dokumentierten Morde oder Mordserien, die direkt auf den Sammelwahn zurückzuführen sind, trug sich 1830 in Spanien zu und inspirierte übrigens Flaubert zu einem seiner ersten Werke. Der Bösewicht der Geschichte ist Don Vincente, Bibliothekar in einem Kloster bei Tarragona, das eines Tages einen erheblichen Teil seines Goldes und seiner kostbarsten Bücher während eines Raubüberfalls verlor. Kurz darauf verließ Don Vincente den Orden und eröffnete ein Antiquariat in Barcelona, wo er bald dafür bekannt war, kaum jemals willens zu sein, eines seiner Stücke zu verkaufen.

Als 1836 ein großer Schatz (eine Ausgabe der Furs e Ordinations de Valencia aus dem Jahre 1482, von der man annahm, daß es das einzige erhaltene Exemplar dieses Buches von Lambert Palmart, Spaniens erstem Drucker, war) unter den Hammer kam, setzte Don Vincente alles daran, das Buch für sich zu bekommen. Vergeblich: Er wurde von einem Syndikat rivalisierender Händler unter Leitung eines gewissen Augostino Patxot überboten. Drei Tage später brannte Patxots Geschäft nieder, und der Händler selbst wurde ermordet inmitten der verkohlten Bücher aufgefunden. Eine ganze Welle von Morden schien plötzlich Barcelona und Umgebung heimzusuchen, und alle Opfer waren Buchliebhaber, Gelehrte oder Sammler. Bald schon wurde Don Vincente verdächtigt und seine Wohnung durchsucht. Die Furs e Ordinations de Valencia lagen auf dem obersten Brett eines Bücherregals. Auch andere Bücher, die von Mordopfern stammten, wurden gefunden, und der mörderische Büchernarr wurde in Gewahrsam genommen. Man fragte ihn, ob er seine Tat bereue, aber er antwortete nur: »Jeder Mensch muß eines Tages sterben, aber gute Bücher müssen bewahrt werden.«

Don Vincentes Verteidiger hatte eine schwere Aufgabe, aber einen Trumpf in der Hand, mit dem er hoffte, seinen Klienten doch noch befreien zu können. Als der Staatsanwalt anführte, die Furs e Ordinations auf dem Regal seien ein schlagender Beweis für die Schuld des Angeklagten, da Patxots Buch ein Unikat sei, und folglich müsse es sich um das Buch des Ermordeten handeln, sprang der Anwalt auf und präsentierte dem Gericht ein Dokument, das die Existenz eines zweiten Exemplars in Paris bewies. Wenn es also zwei Exemplare gebe, so argumentierte er, könne es durchaus möglich sein, daß ein drittes in den Flammen von Patxots Buchgeschäft verbrannt sei und der abtrünnige Mönch mit dem Ganzen nichts zu tun habe. Vincente aber war alles andere als dankbar für diesenjuristischen Rettungsring. »Wie‚ mein Exemplar ist kein Einzelstück!» rief er voller Zorn und Unglauben aus und wiederholte diesen Satz unablässig bis zum Tage seiner Hinrichtung.

Walter Benjamin, Bibliotheksbesitzer
———

Als der große mittelalterliche jüdische Philosoph Maimonides nach einem Titel für sein Opus magnum suchte, fand er vielleicht den archetypischen Namen für alle Literatur: More Nebuchim — Führer der Unschlüssigen. Wie einem Kind, das dieselbe Geschichte wieder und wieder hören will, um die Ordnung der Dinge zu begreifen und zu verstehen, was die Welt zusammenhält, ergeht es dem Leser. Im Akt des Lesens vergewissern wir uns, daß es auch außerhalb des Universums des Buches Form und Gestalt gibt, daß Ereignisse einen Anfang und ein Ende haben, daß die Katharsis der Katastrophe folgen wird, daß das Gute über das Böse siegen wird und daß der trivialen Absurdität unserer Existenz doch Ausdruck verliehen werden kann — und vielleicht auch ein Sinn. […]

Für Walter Benjamin war diese Einsicht von überragender Bedeutung, und er war vielleicht der exakteste und poetischste Chronist (und beobachtender Teilnehmer) dessen, was die leidenschaftliche Beziehung zwischen Menschen Lind Dingen betrifft, die wir Sammeln nennen. In seinem Essay »Ich packe meine Bibliothek aus« beschreibt er die sinnliche Macht und philosophische Vielschichtigkeit jener Sammlung, der er einen Teil seines Lebens widmete:

»Ich packe meine Bibliothek aus. Ja. Sie steht also noch nicht auf den Regalen, diese leise Langeweile der Ordnung umwittert sie noch nicht. Ich kann auch nicht an ihren Reihen entlang schreiten, um im Beisein freundlicher Hörer ihnen die Parade abzunehmen. Das alles haben sie noch nicht zu befürchten. Ich muß Sie bitten, mit mir in die Unordnung aufgebrochener Kisten, in die von Holzstaub erfüllte Luft, auf den von zerrissenen Papieren bedeckten Boden, unter die Stapel eben nach zweijähriger Dunkelheit wieder ans Tageslicht beförderter Bände sich zu versetzen, um von vornherein ein wenig die Stimmung, die ganz und gar nicht elegische, viel eher gespannte zu teilen, die sie in einem echten Sammler erwecken.«

Vom Sammler eingeladen, ihm in dieses Chaos der Welt vor dem dritten Schöpfungstag zu folgen, sieht der Leser Benjamins Geist über den Wassern schweben und seine seltsame Passion betrachten, die zu diesem wunderbaren Augenblick der Verwirrung und des Entzückens führte. »Jede Leidenschaft grenzt ja ans Chaos, die sammlerische aber an das der Erinnerungen.« Ordnung, schlußfolgert der Autor, ist nichts als »ein Schwebezustand überm Abgrund«.

Die Dialektik eines Objekts zwischen Reliquie und taxidermischem Präparat, das nur durch den Tod in der Welt seiner Herkunft zu einem neuen Leben erweckt worden ist, läßt sich auch in einer Bibliothek beobachten:

»Es ist die tiefste Bezauberung des Sammlers, das einzelne in einen Bannkreis einzuschließen, in dem es, während der letzte Schauer — der Schauer des Erworbenwerdens — darüber hinlauft, erstarrt. Alles Erinnerte, Gedachte, Bewußte wird Sockel, Rahmen, Postament, Verschluß seines Besitztums. Zeitalter, Landschaft, Handwerk, Besitzer, von denen es stammt — sie alle rücken für den wahren Sammler in jedem einzelnen seiner Besitztümer zu einer magischen Enzyklopädie zusammen, deren Inbegriff das Schicksal seines Gegenstandes ist.« […]

»Glück des Sammlers, Glück des Privatmanns! Hinter niemandem hat man weniger gesucht und keiner befand sich wohler dabei als er, der in der Spitzwegmaske sein verrufenes Dasein weiterführen konnte: Denn in seinem Innern haben ja Geister, mindestens Geisterchen, sich angesiedelt, die es bewirken, daß für den Sammler, ich verstehe den rechten, den Sammler wie er sein soll, der Besitz das allertiefste Verhältnis ist, das man zu Dingen überhaupt haben kann: nicht daß sie in ihm lebendig wären, er selber ist es, der in ihnen wohnt.«

Dieses innige, »allertiefste Verhaltnis« rührt vom Wunsch nach Absicherung her und vom Kampf gegen das Chaos der Welt, »Der Sammler wird ganz ursprünglich von der Verworrenheit, von der Zerstreutheit angerührt, in dem [der] die Dinge sich in der Welt vorfinden,« So ist jeder Sammler ein Gekränkter und ein Retter von Gegenständen, die sich in Gefahr befinden. Mit diesen Worten gibt Benjamin das Grundgefühl eines Dichters und Bibliophilen wieder, der sich schon 700 Jahre vor ihm um die Rettung von bedrohten Werken bemühte: Petrarca, der in mehreren Ländern vergessenen lateinischen Manuskripten hinterherjagte, um sie vor dem Verfall zu bewahren. Er selbst erläuterte seine Beweggründe in den Vertraulichen Briefen, einer fiktiven Korrespondenz mit prominenten Atltoren über die Jahrhunderte hinweg, im Schreiben an seinen großen Helden Cicero:

»Was ich von deinem Leben, was ich von deinem Genius halte, das hast du gehört. Jetzt erwartest du über deine Schriften zu hören, ob sie ein glückliches Geschick aufbewahrt hat, und welche von ihnen noch beim Volke oder bei den Gelehrten Gefallen finden. Es sind tatsächlich noch herrliche Schriften von dir erhalten. Kaum vermögen wir sie aufzuzählen, geschweige denn durchzulesen. Der Ruhm deiner Werke ist in aller Welt verbreitet, und gewaltig und tönend ist dein Name. Sehr selten aber sind diejenigen, die sich dir widmen, und der Grund dafür ist entweder die Ungunst der Zeiten oder die Stumpfheit und Trägheit der heutigen Begabungen, oder wie ich mehr noch glauben will: die Habsucht, die die Seelen zu anderen Zielen hintreibt. Daher sind einige deiner Bücher ohne Zweifel — ich weiß nicht, ob unwiderruflich, verlorengegangen, und falls ich mich täusche, sogar unter uns, die wir jetzt leben: für mich ein großer Schmerz, für unser Jahrhundert eine große Schande, gegenüber der Nachwelt ein großes Unrecht.«

Quelle: Philipp Blom: Sammelwunder, Sammelwahn. Szenen aus der Geschichte einer Leidenschaft. Reihe Andere Bibliothek, Band 229, Eichborn Verlag, Frankfurt am Main, 2004. ISBN 3 8218 4537 6. — Zitiert wurden die Seiten 314 bis 329 (gekürzt)

Das Infopack enthält den Artikel "Bücherhimmel - Bücherhölle: Lesen & Sammeln zwischen Lust & Wahn".


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Brahms: Ein deutsches Requiem (Klemperer, Schwarzkopf, Fischer-Dieskau, 1961). | Karl Vossler: Puristische und Fragmentarische Kunstkritik.


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